Essen Retten – Leben Retten blockiert wichtigste Autobahnen in der Hauptstadt

Erneut haben am heutigen Freitag Bürgerinnen und Bürger von “Essen Retten – Leben Retten” in Berlin Autobahnen blockiert, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Nachdem zahlreiche von ihnen am Montag und Mittwoch bei ähnlichen Aktionen in Gewahrsam genommen worden waren, erneuerten sie ihre Forderungen. Dieses Mal waren die Autobahnen A100, A114 und A111 betroffen.

Bürger:innen fordern #EssenRettenLebenRetten (A100)
Bürger:innen fordern Essen retten - Leben retten (A100).

Die engagierten Bürgerinnen und Bürger von “Essen Retten – Leben Retten” fordern von der Bundesregierung ein Essen-Retten-Gesetz sowie eine enkeltaugliche Agrarwende bis 2030. Die Forderungen entsprechen den Ergebnissen des Bürgerrat Klima von 2021 im Bereich Ernährung und werden gesellschaftlich mit großer Mehrheit befürwortet. Bei Nicht-Umsetzung prognostiziere die Wissenschaft Hungerkrisen, heißt es von der Gruppe.

„Wie erklären wir unseren Kindern in ein paar Jahren, dass wir das Brot damals weggeworfen haben, dass sie jetzt horten müssen?”, verleiht Raúl Semmler seiner Wut Ausdruck. “Bereits im November haben wir die Bundesregierung darauf hingewiesen, dass sich dieser Missstand sofort ändern muss, und ein Gesetz vorgelegt. Jetzt wollen wir, dass sie ihren Job macht.” Der Schauspieler und Drehbuchautor geht sogar so weit, dass es sich heute auf der A100 festklebt, der meistbefahrensten Autobahn Deutschlands.

Bürger:innen fordern #EssenRettenLebenRetten (A100)

Tatsächlich nimmt die in Deutschland produzierte Menge an Lebensmitteln aufgrund verschlechterter Anbaubedingungen stetig ab. In den Dürrejahren 2018 bis 2020 verzeichneten die Landwirt:innen teils erhebliche Einbußen. Dies entspricht auch dem weltweiten Trend.
Höhere Preise für Grundnahrungsmittel schlugen sich dabei bei den Endverbrauchern nieder.

„Wie kann eine SPD-geführte Regierung weiter wegschauen, wenn 1,6 Millionen Menschen in diesem Land auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind, d.h. Unterstützung brauchen, um genügend Nahrung zu haben? Wie lange will Olaf Scholz noch tolerieren, dass jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in diesem Land weggeworfen werden, die eine große Hilfe für die 13 Millionen Menschen wären, die in Deutschland von Armut bedroht sind?” sagte Sonja Manderbach, Kirchenmusikerin, die mit einem Banner “Essen Retten – Leben Retten” auf der A111 sitzt.

“Die Bundesregierung muss anfangen, ihren Job zu machen”, wird auch Carla Hinrichs, Pressesprecherin der Kampagne, vor Ort deutlich. “Das Essen-Retten-Gesetz würde ja nicht nur dabei helfen, Hungersnöte zu verhindern, sondern auch viele Emissionen reduzieren. Wir können es uns nicht leisten, weiter lahmarschig von Kompromiss-Meeting zu Greenwashing-Erklärung zu Luxus-Dinner zu torkeln. Uns bleiben zur Verhinderung der Klimakatastrophe 3-4 Jahre – jetzt ist die Zeit für Handlungen! Und beim Essen-Retten-Gesetz als einfachste erste Maßnahme fangen wir an.”

Sprecher:innen von Essen Retten – Leben Retten kündigten an, man werde die Aktionen so lange fortführen, bis von der Bundesregierung ernsthafte Schritte zur Einführung eines Essen-Retten-Gesetzes eingeleitet würden.

Update: Mitglieder von “Essen Retten - Leben Retten” nach A100 Blockade in Gewahrsam

Berlin 28.01.2022 – Heute morgen blockierten erneut ungefähr zwei Dutzend Menschen von “Essen Retten – Leben Retten” Autobahnausfahrten in Berlin, um auf die kommenden Hungerkatastrophen aufmerksam zu machen und ein “Essen-Retten-Gesetz” zu fordern. Diesmal verursachten sie mit ihren Blockade-Aktionen Verkehrschaos an gleich drei Orten. Unter anderem wurde die meist befahrene Autobahn Deutschlands, die A100, blockiert. 

Unser Essen und damit unser Leben steht auf dem Spiel! Und was macht die Regierung? Reden, Versprechen, Abwarten. Wie soll ich ihr vertrauen, dass sie die massiven Ernteausfälle verhindern wird, die für die nächsten Jahrzehnte drohen, wenn sie jetzt nicht einmal verhindert, dass Supermarkt-Mülltonnen täglich randvoll mit gutem genießbarem Essen sind?”, entrüstet sich die Mutter und Kirchenmusikerin Sonja Manderbach. Sie ist eine der Bürger:innen, die sich heute mit den Händen an der Straße festgeklebt haben. 

An allen drei Orten klebten Menschen ihre Hände an der Straße fest, um auf den  Klimanotstand und die damit einhergehenden Lebensmittelknappheiten aufmerksam zu machen. Viele Wissenschaftler:innen und Politiker:innen, wie unter anderem Ska Keller, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im EU-Parlament, warnen regelmäßig: “Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel aktiv im alltäglichen Leben spürt, aber auch die letzte, die dagegen etwas machen kann”. Dennoch sind die Klimaziele der Regierung bislang zu gering, um eine mögliche Heiszeit abzuwenden. Die Menschen der Blockade-Aktion haben diese Tatsache verinnerlicht. Sie sehen es daher als notwendig an alles zu tun, was gewaltfrei möglich ist, um den Klimakollaps abzuwenden. Mit ihren Aktionen fordern sie ein sofortiges “Essen-Retten-Gesetz” und eine Agrarwende bis 2030. 

Bei der Straßenblockade der A111-Auffahrt Höhe Eichborndamm kam es beim Versuch, einen im Stau stehenden Autofahrer zu beruhigen, zu einem tätlichen Angriff auf eine junge Frau

TW: Gewalt
Eine junge Frau wird von einem Autofahrer an der #A100 ins Gesicht geschlagen, als sie bei einer Blockade von #EssenRettenLebenRetten vermittelt.
Menschen setzen sich diesem Risiko aus, weil die Welt kurz vor dem #Klimakollaps steht…

🎥@DanniPilger pic.twitter.com/qBv4ZBicMx

— Essen Retten - Leben Retten 🌾 (@AufstandLastGen) 28. Januar 2022

Ungefähr die Hälfte der teilnehmenden Bürger:innen der heutigen Autobahnblockade wurden in Gewahrsam genommen und befinden sich bis auf Weiteres in der Polizeidirektion in der Perleberger Straße. Die anderen Menschen haben einen Platzverweis bis Samstag Nacht bekommen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieser missachtet und weitere Aktionen zur “Rettung von Lebensmitteln” in den nächsten Tagen durchgeführt werden. Denn die Sprecher:innen von “Essen Retten – Leben Retten” kündigten an, die Aktionen so lange fortzuführen, bis von der Bundesregierung ernsthafte Schritte zur Einführung eines Essen-Retten-Gesetzes eingeleitet würden.

Pressekontakt
Carla Hinrichs
Telefon: +49 641 201099549
E-Mail: [email protected]

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