Essensretter noch immer eingesperrt – Erneute StraĂźenblockaden der A100

Auch heute stören UnterstĂĽtzer:innen der Gruppe „Letzten Generation” wieder den Verkehr auf der A100, einer der wichtigsten Verkehrsadern Deutschlands. Nachdem die „Letzte Generation” mit ihrer Kampagne „Essen Retten – Leben Retten die A100 am Sonntagabend als Ort des “gewaltfreien zivilen Widerstands” ausgerufen hatte, fordern ihre UnterstĂĽtzer:innen auch heute das Ende der staatlich tolerierten Lebensmittelverschwendung und legen am zweiten Tag in Folge den Verkehr lahm. An insgesamt drei Orten in Berlin verlangen sie dafĂĽr mit Störungen des Verkehrs an Autobahnabfahrten von der Bundesregierung ein sofortiges Essen-Retten-Gesetz. Nachdem in den vergangenen Tagen auch in Hamburg, Stuttgart, MĂĽnchen und Frankfurt Blockaden stattgefunden hatten, ergänzte gestern Freiburg mit 12 BĂĽrger:innen auf der StraĂźe die Blockaden in Berlin.

Die Straßenblockaden der letzten Wochen haben bereits bundesweit für starke Verkehrsbehinderungen gesorgt. Auch für den heutigen Dienstag werden erhebliche Einschränkungen erwartet. Während vor allem über Sympathie oder Antipathie  der direkt betroffen Autofahrer:innen diskutiert wird, bleibt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Forderungen der Initiative meist aus, findet Carla Rochel, eine der Teilnehmenden der Blockaden:

“Ich möchte diese Störung nicht! Und ich möchte nicht hier sein und mich dem Unmut der Autofahrer:innen aussetzen. Wenn wir jedoch diesen todbringende Kurs weiterverfolgen, werden die Folgen jeden von uns auf schreckliche Art und Weise treffen. Deshalb sollte sich jede und jeder überlegen, was in diesem Moment in der Geschichte zu tun ist. Es braucht noch viel mehr Bürger:innen im friedlichen zivilen Widerstand!”

Der todbringende Kurs ist hier wörtlich zu nehmen. Hans Joachim Schellnhuber, ehemaliger Chefberater der Bundesregierung und einer der weltweit renommiertesten Klimawissenschaftler gab im ZDF Folgendes zu Protokoll: “Wir schieben unsere Kinder in einen globalen Schulbus hinein, der zu 98% Wahrscheinlichkeit tödlich verunglückt”.

Diese finsteren Aussichten sollten Grund genug sein fĂĽr jede Regierung, alle CO2-Emissionen zu unterlassen, die nur irgendwie vermieden werden können. Besonders wenn es um solche geht, die gar keinen Nutzen mit sich bringen, sondern solche, die durch pure Verschwendung hervorgerufen werden. Wie die 22 Millionen Tonnen Treibhausgase, die durch die 18 Millionen Tonnen Lebensmittel hervorgerufen werden, die jedes Jahr in Deutschland im MĂĽll landen. Nun könnte die Regierung unter Olaf Scholz, die leicht zu erfĂĽllenden Forderung von „Essen-Retten – Leben Retten” direkt umsetzen. Sie sind gesamtgesellschaftlich befĂĽrwortet und demokratische legitimiert. Stattdessen lässt man zu, dass Deutschland alle Klimaziele verfehlt und BĂĽrger:innen, die dagegen protestieren, eingesperrt werden.

Ernst Hörmann (72)
Karl Braig
Karl Braig (66)

Zwei Essensretter sitzen seit gestern Abend in einer Zelle in Berlin. Ernst Hörmann (72) und Karl Braig (66). Es ist ihre Verantwortung vor dem Leben ihrer Kinder und dem Leben der ganzen zukünftigen Generationen welche sie zu ihrem Handeln veranlasst.

„Als Vater 2er Söhne sehe ich keinen anderen Weg jetzt ganz konkret aktiv zu werden, um ihnen eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Als Mitglied einer Generation, die mitverantwortlich für diese sich immer mehr zuspitzende Zerstörung ist, leiste ich jetzt gemeinsam mit den jungen Menschen Widerstand. Das hätten wir ältere Menschen schon viel früher machen solle, aber es ist noch nicht zu spät.” Karl Braig (66) seit sitzt seit gestern morgen in einer Polizeizelle.

Es ist daher Zeit Olaf Scholz die Frage zu stellen: “Möchten Sie wirklich friedliche Bürger:innen wegsperren lassen, anstatt dafür zu sorgen das endlich kein Essen mehr in Deutschland verschwendet wird? Ist es wirklich zu viel verlangt dafür zu sorgen, dass Lebensmittel bedürftigen Familien zugute kommen, anstatt in Müllverbrennungsanlagen vernichtet zu werden oder sammt der Plastikverpackung in Müllhalden landen und dort verrotten?”

Pressekontakt
Carla Hinrichs
Telefon: +49 641 201099549
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