Zu Habeck-Besuch in Schwedt – Russisches Öl abgedreht

Schwedt, 9. Mai 2022, 19:30 Uhr – Anlässlich des Besuchs von Wirtschafts- und Klimaminister Habeck bei der PCK-Raffinerie in Schwedt drehten Menschen der Letzten Generation heute am frühen Abend erneut friedlich die Öl-Pipelines Druschba und PCK ab. Die Letzte Generation fordert Robert Habeck auf, eine Lebenserklärung abzugeben und darin den Bau neuer fossiler Infrastruktur, insbesondere weitere Ölbohrungen in der Nordsee, auszuschließen.

Edmund Schultz dreht die PCK-Pipeline in Schwedt ab

„Wir fordern den grünen Minister Habeck auf: Keine neuen Ölbohrungen in der Nordsee! Jede weitere Ölbohrung und jeder Bau neuer fossiler Infrastruktur tötet Menschen. Dieser fossile Wahnsinn vernichtet unser Klima und bedeutet Mord an uns!“, so Edmund Schultz, 58 Jahre, Projektmanager, der heute friedlichen zivilen Widerstand leistete. 

Edmund Schultz (58)

Und weiter: „Hier an der Raffinerie in Schwedt wird besonders deutlich: Die Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle hat uns in die derzeitige Krise mit Lieferengpässen und explodierenden Heiz- und Spritpreisen geführt. Durch sie sind wir in der Geiselhaft von Diktatoren und bezahlen ihre Waffen – so wie jetzt gerade in der Ukraine. Neue Ölbohrungen und Gasimporte aus Qatar verschärfen unsere fossile Abhängigkeit nur noch weiter und finanzieren neue Kriege.“

Solar- und Windenergie sowie endlich eine echte Wärmewende sind unser Schlüssel zu Frieden und Freiheit, mit ihnen machen wir uns unabhängig von Diktatoren und Lieferengpässen.

Wolfgang Metzeler-Kick

Wolfgang Metzeler-Kick, Ingenieur des technischen Umweltschutzes, der heute die Öl-Pipeline Druschba friedlich abdrehte, richtete sich danach in einem verzweifelten Appell an seine Mitmenschen:

„Lasst uns alle handeln, als ob unser Überleben als Menschheit davon abhängt – denn das tut es. Aus unserer Geschichte wissen wir, dass ziviler Widerstand Veränderungen zum Guten bewirken kann, wenn sich mehr und mehr Menschen anschließen. Wir haben nur noch wenige Jahre, um den Pfad der fossilen Vernichtung verlassen zu können. Was werden Sie Ihren Kindern antworten, wenn sie Sie später einmal fragen, was Sie in diesen entscheidenden Jahren getan haben?“

Beim friedlichen Abdrehen des Transports von russischem Öl über die Pipelines Druschba (,Freundschaft’) und PCK legten die vier Bürgerinnen und Bürger symbolisch Sonnenblumen als Nationalsymbol der Ukraine nieder. Sie befestigten sich anschließend selbst mit einer Kette an den Notfall-Absperrventilen.

Miriam Meyer, nachdem sie friedlich die PCK-Pipeline an der Pumpstation Glantzhof abgedreht hat.

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Carla Hinrichs
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