Blockaden am Berliner Hauptbahnhof – Tempo 100 als erste Sicherungsma├čnahme

Berlin, 21.10.2022, 16:30 – Unterst├╝tzer:innen der letzten Generation bringen aktuell den Verkehr am Hauptbahnhof und an weiteren Orten Berlins zum Erliegen. Sie kritisieren, dass selbst die unzureichenden Klimaziele der Bundesregierung von dieser nicht umgesetzt werden und wir stattdessen weiter in den Abgrund der Klimakatastrophe gef├╝hrt werden.

21.10.2022 - B├╝rger:innen der Letzten Generation besetzen erneut Schilderbr├╝cken der A100 in Berlin.

An der Verkehrsblockade am Berliner Hauptbahnhof beteiligt sich Lisa Winkelmann, 20: ÔÇ×Ich habe gro├če Angst, dass wenn unsere Regierung so weitermacht, unsere Lebensgrundlagen den Bach runter gehen und uns D├╝rren, Hitzewellen, Artensterben und ├ťberschwemmungen in noch unbekanntem Ausma├č erwarten. Jetzt l├Ąsst sich der Katastrophe noch halbwegs Einhalt gebieten. Die Regierung muss den Menschen als erste Sicherungsma├čnahmen den Umstieg erm├Âglichen. Von der unkontrollierten Raserei auf Autobahnen zu einem bezahlbaren ├Âffentlichen Nahverkehr.

Lisa Winkelmann | Foto: (c) Stefan M├╝ller
Lisa Winkelmann (20)

Auch an weiteren Orten kommt es zu St├Ârungen. B├╝rger:innen der Letzten Generation sind auf Schilderbr├╝cken ├╝ber der Berliner Stadtautobahn geklettert und klebten sich am Tr├Ągersystem fest. In den letzten zwei Wochen kam es h├Ąufiger zu blutigen Handverletzungen. Zuletzt gestern, als einem B├╝rger der Letzten Generation von einem Polizeihauptmeister an der Stra├če vor dem Frankfurter Tor die festgeklebte Hand von der Stra├če gerissen wurde, die anschlie├čend ├Ąrztlich behandelt werden musste. Neben Verletzungen und Griffen auf schmerzempfindliche K├Ârperstellen sehen wir viele Polizist:innen, die sehr vorsichtig vorgehen und Menschen mit Rollbrettern von der Stra├če holen.

Aim├ęe van Baalen | Foto: (c) Stefan M├╝ller
Aim├ęe van Baalen (23)

Die Sprecherin der Letzten Generation, Aim├ęe van Baalen, 23, zeigt sich entschlossen: ÔÇ×Alle wissen, dass die Klimaziele der Regierung lasch sind, und sie selbst bei diesen Zielen noch versagt. Es ist eine Farce, wenn nicht mal einfachste n├Âtige Sicherheitsma├čnahmen getroffen werden, wie ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen. Unser Protest wird in den n├Ąchsten Wochen weitergehen und er wird noch breiter und vielf├Ąltiger werden.ÔÇť

Jakob Beyer, 29, Sprecher der Letzten Generation stellt fest: ÔÇ×Ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen w├╝rde 5,7 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Wir w├╝nschen uns f├╝r alle einfache, bezahlbare Mobilit├Ąt und St├Ądte, ausgelegt auf das Miteinander statt nur f├╝r Industrie und Autoverkehr.ÔÇŁ

Jakob Beyer
Jakob Beyer (29)

Die Notwendigkeit von ersten Sicherungsma├čnahmen in Zeiten der Energie- und Kostenkrise durch ein Tempolimit auf Autobahnen und einen bezahlbaren ├Âffentlichen Nahverkehr (9-ÔéČ-Ticket) betonen auch Wissenschaftler:innen der Gruppe Scientist Rebellion.┬áDiese protestierten in der letzten Woche beim Weltgesundheitsgipfel, besetzten in den vergangenen Tagen das Bundesverkehrsministerium in Berlin und klebten sich ├╝ber 24 Stunden im Porsche-Pavillion der Autostadt Wolfsburg fest. Die Forschenden kritisieren Volkswagen f├╝r seinen Beitrag an einer Eskalation der Klimakrise und forderten den Konzern auf, dringende Klimaschutzma├čnahmen nicht weiter zu verz├Âgern.

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Carla Hinrichs
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