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Carla Hinrichs
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Pressemitteilungen

2022

26.11.2022: Gefangene freigelassen - Chance auf Klimahandlung?

Gefangene freigelassen – Chance auf Klimahandlung?
„Wir bereiten uns darauf vor, ab dem 5.12. weiter aufzudrehen“


Die 19 Menschen, die sich teils seit knapp einem Monat in MĂŒnchen in Sicherungshaft befanden, wurden heute ĂŒberraschend entlassen.

 

Die bayrische Regierung musste dem gesellschaftlichen Druck nachgeben. Das darf erst der erste Schritt sein, jetzt braucht es die dringend notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps. Auf diese hoffen wir auch weiter in der kommenden Woche. Wir warten darauf, dass die Regierung die Menschen schĂŒtzt.

 

Wie bereits gestern angekĂŒndigt, werden deshalb in Berlin und MĂŒnchen in der kommenden Woche keine Unterbrechungen stattfinden. Wir beobachten die politischen VerĂ€nderungen aufmerksam und sind bereit, mit allen hinzuströmenden Menschen in der Woche ab dem 5.12. die Unterbrechungen weiter aufzudrehen.

 

Die entlassenen Gefangenen werden in den kommenden Tagen Zeit mit ihren Familien verbringen und die ganze Woche VortrĂ€ge halten, um von ihren Erfahrungen zu berichten und weitere Menschen einzuladen, sich dem friedlichen Widerstand anzuschließen.

 

Wir kĂŒndigen an, uns am 5.12. auch in MĂŒnchen mit mehr Menschen gegen das tödliche Weiter-so zu versammeln. Alle Details zu den Planungen fĂŒr den 5.12. in MĂŒnchen veröffentlichen wir am kommenden Freitag (02.12.) um 10:00 Uhr in einer Pressekonferenz auf Zoom (Einwahldaten finden Sie weiter unten).

25.11.2022 18 Uhr: Unterbrechung der Proteste

Unterbrechung der Proteste
Letzte Generation hofft auf Klimaschutz in der letzten Sitzungswoche


Berlin, 25. November 2022 18:00 – Die Letzte Generation wird die Proteste in Berlin und MĂŒnchen bis zum Ablauf der kommenden Woche unterbrechen. Die friedlichen BĂŒrger:innen hoffen auf Taten der Regierung in der letzten Sitzungswoche und wollen die Zeit nutzen, die vielen Menschen, die sich der Bewegung aktuell anschließen, ordentlich zu trainieren und einzubinden, um mit noch mehr Menschen wiederzukommen.

 

Michael Winter (59), bis gestern im GefĂ€ngnis in MĂŒnchen: „Wir blicken der letzten Sitzungswoche 2022 entgegen und immer noch befinden wir uns auf direktem Weg in die eigene Vernichtung. Die Bundesregierung verweigert sich ihrer Pflicht, das Leben der Menschen zu schĂŒtzen, und bricht damit die Verfassung.“

 

Es ist aber auch klar: Die Bundesregierung kann noch handeln – wenn sie es jetzt tut. Es ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens, und wir dĂŒrfen nur instĂ€ndig hoffen, dass sie ihrer Verantwortung noch gerecht wird. Denn wir haben keine Zeit mehr: Wir sind dabei, die Kipppunkte unseres Klimasystems zu ĂŒberschreiten, was zum Zusammenbruch unseres Lebensraums fĂŒhren wĂŒrde. Das bedeutet: Milliarden werden in Todeszonen leben und Abermillionen sterben. Das sind die Fakten.

 

AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation, kĂŒndigt Unterbrechung der Proteste an: „Ich denke, wir alle – Gesellschaft und Politik – können eine Verschnaufpause gut gebrauchen, um die erhitzten GemĂŒter etwas zu beruhigen. Wir wollen der Regierung auch etwas Raum geben, ihrer Pflicht gemĂ€ĂŸ dem Klimakollaps entschieden entgegenzutreten. Die Bereicherung der Wenigen am Leid der Vielen muss enden.“

 

Die Letzte Generation fordert von der Bundesregierung, die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps zu ergreifen: Das 9-Euro-Ticket weiter- und ein Tempolimit einzufĂŒhren.

 

Theo Schnarr, ebenfalls Sprecher der Gruppe, ergĂ€nzt van Baalen: „Wir werden natĂŒrlich nicht alle Menschen, die ĂŒberall in der Republik gerade dazuströmen und sich in ersten Straßenblockaden ĂŒben, in ihren Vorhaben bremsen. FĂŒr die aktuellen HauptstĂ€dte unseres Widerstands – Berlin und MĂŒnchen – können wir aber freie Fahrten und FlĂŒge zusichern.“

24.11.2022 16:20: BER-Rollfeld blockiert

BER-Rollfeld blockiert – FĂŒr den Profit und Luxus einiger Weniger werden gerade Millionen Menschenleben geopfert


Schönefeld, 24.11.2022 , 16:20 Uhr – Zur Stunde blockieren UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation das Rollfeld des Flughafens Berlin Brandenburg. WĂ€hrend sich einige von ihnen auf dem Asphalt festgeklebt haben, fahren andere mit FahrrĂ€dern ĂŒber den Rangierbereich und bringen so den Flugverkehr zum Erliegen. Kurz vor dem Betreten des FlughafengelĂ€ndes informierten sie die Polizei per Notruf ĂŒber ihr Vorhaben.

 

Michael Hassemer, Richter am rheinland-pfĂ€lzischen Verfassungsgerichtshof, hĂ€lt den Widerstand der Letzten Generation durch den Klimanotstand fĂŒr gerechtfertigt: „Die Konsequenzen, die der Menschheit durch das Unterlassen von Klimaschutzmaßnahmen entstehen, sind jedenfalls so gravierend, dass RechtsbeeintrĂ€chtigungen durch Protest bis zu einem gewissen Maß durch Notstand gerechtfertigt und darum hinzunehmen sind.“ [3]

 

Auch der CDU-Politiker Wolfgang SchĂ€uble Ă€ußerte sich zuletzt ĂŒberraschend wohlwollend explizit zur Letzten Generation: „Die jungen Menschen haben recht. […] Ohne den Druck der Jugend wĂŒrde sich die Politik beim Klimaschutz viel langsamer bewegen.“ [4]

 

AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation, erwidert hierauf: „Dass dieser Druck ĂŒberhaupt nötig ist, dass ganz normale BĂŒrger:innen wochenlang in GefĂ€ngniszellen sitzen mĂŒssen, um die Regierung dazu zu bewegen, die Menschen zu schĂŒtzen, ist bestĂŒrzend.”

Ihr friedlicher Widerstand gilt der Bundesregierung. Diese bringt uns fahrlĂ€ssig auf Kollisionskurs mit Klimakipppunkten. Durch fossile Subventionen, unter anderem auch fĂŒr den Flugverkehr, werden in diesem Moment Millionen Menschenleben fĂŒr den Profit und Luxus einiger weniger geopfert.

 

Das Flugzeug ist kein Verkehrsmittel fĂŒr NormalbĂŒrger:innen. Die meisten Menschen – etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung – sind noch nie in ihrem Leben geflogen. Ein wohlhabendes Prozent der Bevölkerung verursacht allein etwa die HĂ€lfte der flugbedingten Treibhausgasemissionen. Die Regierung fördert den Flugverkehr jĂ€hrlich mit Milliarden-Subventionen. Und das, wĂ€hrend wir eigentlich dringend den Umstieg von Flugzeugen und Autos in die Bahnen brĂ€uchten. [1] [2] Um allen Menschen den Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen, fordert die Letzte Generation als erste Sicherheitsmaßnahme die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets.

 

Lina Schinköthe sitzt heute auf dem Rollfeld, weil sie dieses Unrecht nicht lĂ€nger hinnehmen kann. Sie betont: „Am Ende werden wir alle unter der Klimakatastrophe leiden. Gerade diejenigen, die sie am wenigsten mitverantworten, werden aber als erstes und am hĂ€rtesten getroffen. Diese RĂŒcksichtslosigkeit kann sich eine Gesellschaft doch nicht leisten!”

 

In Köln und Berlin finden heute zusĂ€tzlich Straßenblockaden gegen das tödliche fossile Weiter-so statt. Mit dabei sind erneut Portraits der Menschen, die in MĂŒnchen eingesperrt sind.

 

20 Menschen aller Altersgruppen sitzen aktuell in MĂŒnchen im GefĂ€ngnis, weil sie friedlich an einer Straßenblockade der Letzten Generation teilgenommen haben. Heute blockiert unter anderem der 70-jĂ€hrige Abo das Rollfeld des BER. Es geht um alles und um uns alle. Wegsehen ist lĂ€ngst keine Option mehr.

 

[1] Flugverkehr | WWF Schweiz
[2] UmweltschĂ€dliche Subventionen: fast die HĂ€lfte fĂŒr Straßen- und Flugverkehr | Umweltbundesamt
[3] Klima-Aktivisten „Letzte Generation“: RLP-Verfassungsrichter hĂ€lt Proteste der Bewegung „Letzte Generation“ fĂŒr gerechtfertigt
[4] Wolfgang SchÀuble kritisiert Deutschlands Russland-Politik (handelsblatt.com)

23.11.2022 20:10: Konzert in Elbphilharmonie gestört - Kein Beethoven in versunkener Stadt

Konzert in Elbphilharmonie gestört – Kein Beethoven in versunkener Stadt

 

Hamburg, 23.11.2022, 20:10 – Am heutigen Abend unterbrachen zwei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation ein Konzert der SĂ€chsischen Staatskapelle im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie. Noch bevor die ersten Töne von Beethovens Violinkonzert erklangen, stiegen sie mit Warnwesten bekleidet auf die BĂŒhne und klebten sich am Dirigentenpult fest. 

Die beiden richteten sich von der BĂŒhne aus in einer emotionalen Rede an die Konzertbesucher:innen: „Ich stehe heute hier, weil wir die Klimakatastrophe kollektiv verdrĂ€ngen und damit unseren Kindern ein Leben in Sicherheit und Frieden wegnehmen! Genau wie es nur ein Geigenkonzert von Beethoven gibt, haben wir nur diesen einen Planeten, dessen Grenzen wir so sehr missachten, dass klimabedingte Katastrophen hĂ€ufiger und tödlicher werden.” [1]

Am Ende appellierten sie an ihre Mitmenschen: „Wir mĂŒssen jetzt alle aktiv werden und Widerstand leisten gegen das verbrecherische Weiter-So unserer Regierenden!
Es wird keine Elbphilharmonie mehr geben, um Beethoven zu genießen, wenn Hamburg unter Wasser steht. Die Krise eskaliert jetzt gerade, vor unseren Augen!”


Die wissenschaftlichen Prognosen werden mit jedem Jahr, das ohne Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen verstreicht, dĂŒsterer. Der Meeresspiegel wird wohl bis zum Ende des Jahrhunderts um fast einen Meter ansteigen. Dieser Anstieg bedroht in Kombination mit regelmĂ€ĂŸigen Sturmfluten nicht nur Hamburg und andere KĂŒstenstĂ€dte im globalen Norden, sondern unmittelbar Millionen Menschenleben weltweit. [2] [3] Das unfassbare Leid, das die Regierung durch entschlossenes Handeln noch merklich begrenzen kann, wird unsere Gesellschaft auf eine harte, vermutlich nicht aushaltbare Belastungsprobe stellen. Deshalb fordert die Letzte Generation jetzt sofort erste Sicherheitsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimakollaps.

In einer SolidaritĂ€tsbekundung mit der Letzten Generation, die bereits von ĂŒber 300 Kunstschaffenden unterzeichnet wurde, erklĂ€ren zahlreiche namhafte Schauspieler:innen, Regisseur:innen, Komponist:innen und viele mehr: „Wir als KĂŒnstler*innen sind traditionell stolz darauf, Haltung zu zeigen, politisch zu sein.[…] Der drohende Kollaps gefĂ€hrdet nicht zuletzt unsere Demokratie und damit die freiheitliche Gesellschaftsordnung, die wir als KĂŒnstler*innen fĂŒr unsere Arbeit brauchen.” 
Sie stellen dabei ebenso wie die Letzte Generation die Frage: „Was ist extremer als eine Gesellschaft, die nicht aufhört, ihre eigene Zukunft und die Lebensmöglichkeiten kommender Generationen zu zerstören? Was ist rĂŒcksichtsloser als eine Bundesregierung, die sich weigert, einfachste Klimaschutz-Maßnahmen wie ein Tempolimit durchzusetzen?” [4]

[1] UN-Studie zu Extremwetter: Zahl der Extremwetter-Katastrophen steigt rasant | tagesschau.de
[2] Meeresspiegel: Anstieg infolge des Klimawandels – Wissen – SZ.de (sueddeutsche.de)
[3] Sechsmal mehr Eisverlust: Dieser Meeresspiegelanstieg ist realistisch | Telepolis (heise.de)
[4] Klimaschutz ist kein Verbrechen – SolidaritĂ€t mit der „Letzten Generation“!

23.11.2022 16:45:Schwarze Farbe an DFB-Campus - Zeichen gegen blutige Deals von Bundesregierung und Konzernen

Schwarze Farbe an DFB-Campus – Zeichen gegen blutige Deals von Bundesregierung und Konzernen

 

Frankfurt am Main, 23.11.2022, 18:45 –  BĂŒrger:innen der Letzten Generation haben am Mittwochmorgen die Fassade des DFB-Campus in Frankfurt am Main mit schwarzer Farbe besprĂŒht – schwarz wie das Öl das Deutschland von blutigen Regiemen einkauft. Hiermit wollen sie im Kontext der Fußball-WM in Katar gegen blutige Deals der Bundesregierung und großer Konzerne wie der FIFA ein Zeichen setzen.

Die Letzte Generation ist in der Vergangenheit insbesondere durch Straßenblockaden und Protestaktionen in Museen aufgefallen. Am Tag des ersten Spiels der DFB-Elf in Katar lenkt sie den Fokus bewusst auf einen Akteur, der fĂŒr den eigenen Profit ĂŒber Leichen geht – genauso wie die Bundesregierung, wenn es um die eigenen wirtschaftlichen Interessen geht.

“Wir sind empört! Die ganze Welt versucht krampfhaft die Augen vor den Verbrechen Katars zu verschließen, um sich den Spaß am Fußball nicht nehmen zu lassen. Aber was ist das fĂŒr Spaß? Was ist das fĂŒr ein Spiel, wenn es auf dem RĂŒcken des globalen SĂŒdens, auf dem RĂŒcken der Armen, auf dem RĂŒcken unserer Zukunft ausgetragen wird?”, fragt AimĂ©e van Baalen, eine Sprecherin der Letzten Generation.

In Katar ignoriert die Bundesregierung nicht nur massive Menschenrechtsverletzungen beim Bau der WM-Stadien.[1] Auch beim Erschließen neuer Energielieferanten schreckte der grĂŒne Wirtschaftsminister Robert Habeck nicht vor einem Deal mit dem autoritĂ€ren Regime zurĂŒck – auch wenn die Vereinbarung schlussendlich wohl geplatzt ist.[2] Und Katar ist kein Einzelfall: Deutschlands vormals grĂ¶ĂŸter Gaslieferant Russland ist ein autoritĂ€res Regime und Kriegstreiber. Deutschlands neuer Steinkohlelieferant Kolumbien lĂ€sst zu, dass der Tagebau die ansĂ€ssige Bevölkerung vertreibt, ihr die Luft zum Atmen und das Wasser zum Leben nimmt.[3] Und es gibt noch viele weitere Beispiele


AimĂ©e van Baalen betont weiter: “Es reicht! Es reicht, dass große Konzerne wie die FIFA die Menschenrechte in die Tonne kloppen fĂŒr maximalen Profit! Es reicht, dass die Bundesregierung mit Diktatoren ĂŒber Öl, Gas und Menschenleben feilscht! Es reicht, dass wir alle krampfhaft wegsehen, wenn direkt vor unseren Augen die Ungerechtigkeit um sich greift und die Menschenrechte in Flammen aufgehen!”

Die Letzte Generation fordert die Bundesregierung auf, nun endlich Verantwortung zu ĂŒbernehmen, Farbe zu bekennen und entschieden Energie zu sparen: Im Kampf gegen die Klimakatastrophe, zur Beendigung der AbhĂ€ngigkeiten von kriminellen Regierungen und fĂŒr die Einhaltung von Menschenrechten. Ein Tempolimit und eine RĂŒckkehr zum 9€-Ticket wĂ€ren hier die allerersten Maßnahmen. 

[1] www.sportschau.de/fussball/fifa-wm-2022/wm-2022-ausbeutung-gastarbeiter-equidem-100.html
[2] www.merkur.de/politik/krise-habeck-katar-deal-geplatzt-scheichs-gas-91709899.html
[3]
www.zeit.de/zeit-magazin/2022/47/kolumbien-kohle-wasser-la-guajira-wayuu

23.11.2022 16:50: Wolfgang Metzeler-Kick seit 14 Tagen im Hungerstreik - Ingenieur des technischen Umweltschutzes ruft die Regierung auf Leben zu schĂŒtzen

Wolfgang Metzeler-Kick seit 14 Tagen im Hungerstreik – Ingenieur des technischen Umweltschutzes ruft die Regierung auf Leben zu schĂŒtzen

 

ErklÀrung zu meinem Klimastreik (in Form von Nahrungsablehnung) in der JVA Stadelheim:

Bezogen auf das Klima ist die Menschheit wie ein Schnellboot, das auf einen Wasserfall zurast. Je lĂ€nger wir mit der unumgĂ€nglichen Kehrtwende warten, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Wasserstrom uns mitreißt – und das ist todbringend.

WĂ€re 2019 weltweit begonnen worden, die notwendigen Emissionsreduktions-Pfade (welche Entnahme-Technologien und die effektive Senkung des atmosphĂ€rischen CO2-Gehalts beinhalten) zu beschreiten, dann hĂ€tte die Menschheit noch eine ĂŒber 50%ige Chance gehabt, mit einem blauen Auge davonzukommen.

Nach drei Jahren, die sich auf der Keeling-Kurve [1] wie ein eindeutiges “Weiter-wie-bisher” lesen, lĂ€sst sich mittlerweile nur noch die schlimmstmögliche Folge (Selbstauslöschung der Menschheit innerhalb der nĂ€chsten 100 Jahre) abwenden. Denn selbst bei der nicht lĂ€nger möglichen Begrenzung der globalen Erhitzung auf weitere 0,35°C wĂŒrden die Meeresspiegel um mehrere Meter steigen.

Um die KritikalitÀt der Situation zu verdeutlichen, wÀhlte ich in meinem Klimastreik die einzige mir in der Justizvollzugsanstalt verbliebene Form des Streiks:
Ich bestreike die Aufnahme von Nahrung.

Ich werde diese Form des Klimastreiks so lange fortsetzen, bis mir wieder eine andere Form zur VerfĂŒgung steht, oder bis mindestens eine der drei Forderungen von “Unite Against Climate Failure” [2] erfĂŒllt wurde.

Zu den Forderungen im Einzelnen:

  • Unsere Regierung muss das Versagen in der Klimakatastrophe eingestehen und erklĂ€ren, dass die Begrenzung der globalen ErwĂ€rmung auf 1,5°C bis zum Jahr 2100 nicht mehr möglich ist. Sie muss dabei aufzeigen, dass bereits jetzt Klimakipppunkte ausgelöst wurden (z.B. Thwaites-Gletscher) und das Auslösen einer Kaskade der SelbsterwĂ€rmung mit todbringender Konsequenz spĂ€testens bei Überschreiten der 1,5°C Marke das wahrscheinlichste Ergebnis ist.
  • Unsere Regierung muss sich deutlichst wahrnehmbar fĂŒr eine Streichung der Finanz-Schulden der am meisten von der globalen Erhitzung betroffenen Staaten einsetzen. Wie sollten diese Staaten Geld fĂŒr Klimaschutz erĂŒbrigen können, wenn sie stĂ€ndig im Teufelskreislauf der Schuldentilgung gefangen sind? Die Industriestaaten tragen die historische Schuld an der Klimakatastrophe – die Streichung der Schulden wĂ€re ein erster Schritt der Reparation, den Herr Scholz in seiner Rede bei der COP27 völlig außer Acht gelassen hat!
  • Unsere Regirung muss den Verkehrssektor dekarbonisieren. Tempo 100 km/h und WiedereinfĂŒhrung des 9€-Tickets sind hierbei notwendige Sofortmaßnahmen.


HinzugefĂŒgte Anmerkungen:
[1] The Keeling Curve (ucsd.edu)
[2] Unite Against Climate Failure (unite-against-climate-failure.de)

 

 

Wolfgang Metzeler-Kick in MĂŒnchen auf der Straße

22.11.2022 11:00: Freispruch in Freiburg und Sicherungshaft in Bayern - Wie passt das zusammen?

Freispruch in Freiburg und Sicherungshaft in Bayern – Wie passt das zusammen?

 

MĂŒnchen, Freiburg 22.11.2022, 11:00 – Gestern haben in MĂŒnchen neun UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation Hauptstraßen blockiert. Sie tun dies, um einen Alltag zum Inhalten zu bringen, der absehbar auf den blutigen Zusammenbruch unserer Gesellschaft zusteuert. Ihr Adressat ist die Regierung von der sie einfordern ihrer verfassungsgemĂ€ĂŸen Pflichten nachzukommen und alles Notwendige zu tun, um Demokratie, Rechtsstaat und unsere freiheitliche Grundordnung auch ĂŒber die nĂ€chsten 50 Jahre zu erhalten. Nun sind derzeit acht von ihnen in Polizeigewahrsam, drei sollen bis zum 02.12. in der JVA Stadelheim bleiben. Damit erhöht sich die Zahl derjenigen, die fĂŒr das konsequente Einfordern von höchstrichterlich bestĂ€tigten Grundrechten [1], in bayerischen Zellen sitzen, auf mindestens 21 Personen. 

Viele Juristen betrachten diese Entwicklung mit großen Sorgenfalten. Einige leiten sogar rechtliche Schritte ein.[2] Denn in einer Demokratie ist es legitim fĂŒr Menschen, Widerstand zu leisten, wenn die Regierung ihre eigene Verfassung missachtet. Dass dem so ist, bestĂ€tigte erst gestern ein Amtsgericht in Freiburg. WĂ€hrend gerade Menschen in Bayern ohne Prozess in GefĂ€ngniszellen gesperrt wurden, waren die Verhandlung ĂŒber drei sehr Ă€hnliche FĂ€lle gerade in vollem Gange. Ein junger Mann hatte sich im FrĂŒhjahr 2022 an drei Straßenblockaden beteiligt, bei denen es unter anderem zu 18 km Stau auf der Autobahn gekommen ist. Das Urteil nach sechsstĂŒndiger PrĂŒfung des Sachverhaltes: Freispruch in allen Anklagepunkten. 

Das Gericht erklĂ€rte, dass der Verkehr zwar durchaus beeintrĂ€chtigt wurde, es diese BeeintrĂ€chtigung aber im Anbetracht des Klimanotfall, in dem sich Deutschland objektiv betrachtet befindet, nicht als verwerflich bewertete. Das Handeln des jungen Mannes sei demnach durch die im Grundgesetz verankerte Versammlungsfreiheit gerechtfertigt. Manche der bei der Verhandlung Anwesenden blockierten direkt nach dem Urteil erneut eine Straße in Freiburg.

Nachdem bereits in den vergangenen Monaten Berliner Amtsrichter nach erster PrĂŒfung die Ausstellung von Strafbefehlen gegen Teilnehmer:innen von Straßenblockaden verweigerten und ein Amtsgericht in Flensburg den Hausfriedensbruch eines Angeklagten fĂŒr nicht strafbar erklĂ€rte[3], reiht sich dieses Urteil in eine Serie von richterlichen Entscheidungen ein, die friedlichen zivilen Widerstand im Klimanotfall fĂŒr juristisch Angemessen bewerten.

Der deutsche Rechtsstaat ist hier also in der Lage, deutlich weitsichtiger und differenzierter zu agieren als es der Justizminister Marco Buschmann erst kĂŒrzlich immer wieder behauptete. Am Sonntag bei Anne Will gab er sich noch selbstsicher, dass die BĂŒrger:innen, die gegen die verfassungsfeindliche Politik der Bundesregierung Widerstand leisten, verurteilt werden wĂŒrden und dass die Entscheidungen in Flensburg und Berlin EinzelfĂ€lle bleiben wĂŒrden. [4] Schon einen Tag spĂ€ter mĂŒsste er diese Liste um Freiburg erweitern. 

Carla Rochel, Sprecherin der Letzten Generation: “Wir begrĂŒĂŸen den Mut des Amtsgerichts in Freiburg, ein Zeichen fĂŒr Rechtsstaat, Grundrechte und den Schutz unserer Lebensgrundlagen zu setzten – ja, uns in unserem Engagement zu ermutigen. Aber auch wenn wir im Gegenteil wie in Bayern ohne Prozess eingesperrt werden, wird uns das nicht davon abhalten, immer wieder mit immer neuen Menschen auf die Straße zu gehen, denn es geht hier um nicht weniger als die große moralische Frage unsere Zeit. Werden wir Milliarden Menschenleben aus Profitinteresse und Kurzsichtigkeit vernichten? Ja oder Nein? Die Kipppunkte beginnen bereits zu bröckeln. Alarmstufe Rot ist bereits erreicht. Wir haben vielleicht nur noch 2-3 Jahren Zeit, um zwischen den zwei Pfaden zu wĂ€hlen, von denen einer in eine gerechtere, bewusstere Gesellschaft fĂŒhrt und der andere in gesellschaftlichen Zusammenbruch und den Tod von Milliarden. Lieber werden wir fĂŒr das Blockieren von Straßen angeklagt, als diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit widerspruchslos beizuwohnen.” [5] [6] [7] [8]


[1] Tagesschau – Klimaschutzgesetz in Teilen verfassungswidrig.
[2] www.heise.de/tp/features/Mit-Praeventivhaft-gegen-Klima-Aktivismus-Schild-und-Schwert-der-CSU-7335287.html
[3]taz.de/Urteil-zu-Baumbesetzung/!5890379/
[4] Anne Will vom So. 20.11., ca. ab 41 min.
[5] Prof. Johan Rockström says that at 4°C: “It’s difficult to see how we could accommodate eight billion people or maybe even half of that.”
[6] Climate change report is ‘a code red for humanity,’ U.N. warns
[7]World on brink of five ‘disastrous’ climate tipping points, study finds
[8]Former UK chief scientist Sir David King in 2021 : “What we do over the next three to four years, I believe, is going to determine the future of humanity. We are in a very very desperate situation.”

21.11.2022 07:55: Weitere Menschen auf MĂŒnchens Straßen - Der friedliche Protest lĂ€sst sich nicht wegsperren!

Weitere Menschen auf MĂŒnchens Straßen – Der friedliche Protest lĂ€sst sich nicht wegsperren!

 

MĂŒnchen, Berlin, Aalen, Freiburg, Göttingen, Magdeburg, 21.11.2022, 7:55 Uhr – In sechs StĂ€dten leisten heute wieder UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation Widerstand gegen das tödliche Scheitern der Bundesregierung im Klimanotfall. In MĂŒnchen bringen 9 Menschen den Verkehr zum Stillstand. Sie wissen, was ihnen droht. Trotzdem sind sie entschlossen, der tödlichen NormalitĂ€t ihre Komplizenschaft aufzukĂŒndigen. In Berlin tragen die Menschen auf der Straße gestreifte GefĂ€ngniskleidung und halten Bilder, der seit dem 03.11. in der JVA Stadelheim eingesperrten Menschen in der Hand. “Wegsperren statt reden” steht auf Schildern, die sie vor sich halten.

Am Wochenende hatten die 13 Menschen der Letzten Generation, die noch immer ohne Verurteilung im GefĂ€ngnis sitzen, in einer Gewahrsams-ÜberprĂŒfung angegeben, auch in Zukunft Widerstand gegen die Klimahölle zu leisten. Um sie davon abzuhalten, werden sie auch noch in den kommenden Wochen im GefĂ€ngnis festgehalten.

AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation dazu: “Das Ergebnis der Weltklimakonferenz ist ein Desaster! Überschreiten wir die 1,5 Grad Grenze, steuern wir in eine zerstörte Zukunft! Dieses unvorstellbare Leid verantwortet die Bundesregierung durch das Verfehlen ohnehin zu lascher Klimaziele mit! [1] Die Bedrohung durch die Klimakatastrophe ist zu groß, um sich dem Dogma “wegsperren statt reden” stillschweigend zu beugen!

Der Umwelt-Ingenieur Wolfgang Metzeler-Kick befindet sich bereits seit ĂŒber zehn Tagen im Hungerstreik in der JVA Stadelheim, da ihm alle anderen Protestmittel genommen wurden. FĂŒr ihn steht fest: „Wir mĂŒssen jetzt alles tun, was möglich ist, denn es geht um alles. Aus dem, was die Menschheit da gerade anstĂ¶ĂŸt, gibt es bald kein zurĂŒck mehr. Jetzt einfach wegzusehen ist unverzeihlich.”

AimĂ©e van Baalen betont: „Je lĂ€nger die Regierung an der Blockade erster einfacher Schutzmaßnahmen gegen die akute Bedrohung der Klimakatastrophe festhĂ€lt, desto mehr BĂŒrger:innen fassen den Mut, Widerstand zu leisten. Angesichts der verheerenden Folgen des Nichts-Tuns verlieren sogar GefĂ€ngniszellen ihren Schrecken.”

[1] Expertenrat: Deutschland verfehlt Klimaziele bis 2030 deutlich – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

18.11.2022 13:30: Brief aus JVA Stadelheim - Lieber StraftĂ€ter vorm Gesetz als Verbrecher gegen die Menschheit: "KĂŒndigt auch ihr die Komplizenschaft auf!"

Brief aus JVA Stadelheim – Lieber StraftĂ€ter vorm Gesetz als Verbrecher gegen die Menschheit: „KĂŒndigt auch ihr die Komplizenschaft auf!“

 

An unsere Eltern und Kinder, BrĂŒder und Schwestern, Tanten, Onkel, Nichten, Neffen, Omas und Opas, Freunde und Bekannte, an alle:

Wir sind 13 Menschen der Letzte Generation im Alter von 19 bis 63 Jahren und wir fĂŒhren in diesem Moment unseren Widerstand im GefĂ€ngnis in MĂŒnchen fort, wo wir bis zu einem Monat verbringen. Ihr fragt euch vielleicht, warum wir das tun und vielleicht macht ihr euch auch Sorgen darum, was wir fĂŒr den Protest aufgeben.

Aber wir geben nichts auf. Unsere Zukunftsperspektive – Schule, Ausbildung, Studium, finanzielle Sicherheit, Arbeit, Karriere, die unbeschwerte Zeit mit unseren Kindern
 Wir geben das nicht auf, denn all das ist bereits verloren, wenn wir weiterhin nichts tun. Der UN-GeneralsekretĂ€r Antonio Guterres sagt: „Wir befinden uns auf dem Highway in die Klimahölle mit dem Fuß auf dem Gaspedal.“ Bereits 2030 werden wir die 1,5°C ĂŒberschreiten. DĂŒrren, WaldbrĂ€nde, Extremwetterereignisse werden hĂ€ufiger und stĂ€rker auftreten und in dieser Klimahölle werden wir uns kaum noch Gedanken ĂŒber den nĂ€chsten Urlaub oder die Altersvorsorge machen können. Stattdessen werden wir Hitzetote zĂ€hlen, millionenfach Menschen im Globalen SĂŒden und an Grenzen sterben lassen und uns gegenseitig zerfleischen im Kampf um die letzten Ressourcen. Denn wenn wir die Chance zum Handeln jetzt verstreichen lassen und in 2-3 Jahren klar ist, dass wir die kritische Grenze ĂŒberschreiten werden und die ErderwĂ€rmung nicht mehr auf ein fĂŒr uns lebensfreundliches Maß begrenzen können, dann werden wir nicht nur unsere Lebensgrundlage verlieren, sondern auch unsere Hoffnung und Menschlichkeit.

Wir sind eingesperrt, aber auch die Freiheit geben wir nicht auf. Denn was ist das fĂŒr eine Freiheit, in der wir ungehindert einem zerstörerischen Alltag nachgehen können, in einem System, das mit „Freiheit“ Privilegien meint und uns rĂŒcksichtslosen Egoismus als Selbstverwirklichung verkauft? Wenn „Freiheit“ Zerstörung bedeutet und Leid und Tod unzĂ€hliger Menschen voraussetzt, dann verabschieden wir uns ohne Bedauern von ihr.

Wir geben nichts auf und wir geben nicht auf. Wir kĂ€mpfen fĂŒr Vernunft und Liebe, angetrieben von der Zuversicht, dass sich die Menschheit noch in diesem letzten Moment fĂŒr das Leben entscheidet. Wir sind friedlich und entschlossen und wir stellen uns gegen eine NormalitĂ€t, die nicht lĂ€nger sein darf. Wir haben uns entschieden: Lieber sind wir StraftĂ€ter vor dem Gesetz als mitschuldig am grĂ¶ĂŸten Verbrechen der Menschheit.

Und wir bitten euch: Schaut hin und entscheidet auch ihr euch fĂŒr das Leben. Lasst uns viele sein, die offen und klar sagen: Wir kĂŒndigen die Komplizenschaft in diesem Unrecht. Wir nehmen nicht hin, dass unsere Regierung verfassungswidrige Klimaziele formuliert und diese auch noch verfehlt. Sehen wir nicht still zu, wenn Lösungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und BĂŒrgerrĂ€ten ignoriert und ausgebremst werden, um die Privilegien und Profite der Wenigen zu schĂŒtzen statt unser aller Leben. Wir werden da sein: in Museen und Ministerien, auf Straßen und in GefĂ€ngnissen, in VortragsrĂ€umen und auf SchilderbrĂŒcken.

Wir geben nicht(s) auf, denn es geht um alles.

Gezeichnet von Judith Beadle, Charlotte Schwarzer, Miriam Meyer und Elena Thor in der JVA Stadelheim – Abteilung Frauen.

17.11.2022 09:25: Anfahrt zum BER blockiert – “Das ist erst der Anfang”

Anfahrt zum BER blockiert – “Das ist erst der Anfang”

 

18.11.2022 - UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation blockieren die A113 zum Flughafen BER.

 

BER, 18.11.2022, 09:25 – BĂŒrger:innen der Letzten Generation blockieren heute die A113 – die Zufahrt zum Flughafen BER aus Richtung Berlin. Ihrer AnkĂŒndigung vom vergangenen Samstag, “friedlich FlughĂ€fen lahmzulegen”, nĂ€hert sich die Bewegung damit schrittweise an und betont: “Das ist erst der Anfang der Flughafen-Unterbrechungen”.

Mehrere Fahrzeuge fuhren zunÀchst auf der A113 mit niedrigem Tempo und eingeschalteten Warnblinkern nebeneinander, wodurch sich bereits der Verkehr hinter ihnen staute. Kurz vor der Abfahrt Flughafen Berlin-Brandenburg kamen die Fahrzeuge ganz zum Stillstand. Mit Warnwesten und Bannern stiegen die Insassen aus den Autos und klebten sich friedlich auf der Autobahn fest. Die Fahrzeuge stellten sie quer.

FĂŒr Lisa Winkelmann, die heute mit auf der Fahrbahn der Autobahn sitzt, sind diese massiven Störungen des Alltags eindeutig gerechtfertigt: 
„Die Menschen wollen bereits VerĂ€nderung und kein tödliches Weiter-so. Das Problem ist die Bundesregierung, die ĂŒber die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps noch nicht einmal sprechen will und lieber weitere Inhaftierungen friedlicher BĂŒrger:innen zulĂ€sst. Ihre Verweigerung pflichtgemĂ€ĂŸen Einschreitens in der Klimakrise zwingt uns dazu, die Störung auszuweiten. Eine Störung, die wir selbst nicht wollen. Doch die Kipppunkte zu ĂŒberschreiten und fĂŒr die Profite einiger Weniger Millionen Menschen zu opfern, können wir uns als Gesellschaft nicht leisten.”

Bereits seit Anfang November sind 13 BĂŒrger:innen der Letzten Generation in MĂŒnchen in PrĂ€ventivhaft, nachdem sie dort zwei Mal friedlich Straßen blockiert hatten. Von den zwischenzeitlich 17 waren vier am vergangenen Montag entlassen worden. Einer befindet sich im Hungerstreik, nach eigenen Angaben, bis ihm wieder andere Protestmittel zur VerfĂŒgung stĂŒnden oder Klimaschutz-Forderungen erfĂŒllt wĂŒrden. Die Letzte Generation hat bereits angekĂŒndigt, dass den Inhaftierten in den kommenden Tagen und Wochen weitere Menschen nach MĂŒnchen folgen werden.

Die Ausweitung der Proteste der Letzten Generation auf FlughĂ€fen  skizzierte erstmalig Carla Rochel in der RTL-Sendung “Stern-TV” am 6. November. Sie sagte:: „Wir werden unseren Protest in alle Bereiche tragen, die von der Klimakatastrophe betroffen sein werden“ und schloss auf Nachfrage auch Blockaden an FlughĂ€fen nicht aus. Sie wĂŒnsche sich, dass dies nicht nötig wĂ€re, aber es gehe nicht um einen Beliebtheitswettbewerb “sondern darum, dass der Gesellschaft bewusst wird, dass wir in eine Klimakatastrophe rasen“[1]. 

[1] www.stern.de/kultur/tv/-letzte-generation–kuendigt-bei-stern-tv-weitere-proteste-an-32885628.html

16.11.2022 08:05: Feueralarm und Christian Lindner in Handschellen - Einmal so blockieren wie die FDP

Feueralarm und Christian Lindner in Handschellen –  Einmal so blockieren wie die FDP

 

 

Berlin, 16.11.2022, 8:05 –  UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation lassen heute sinnbildlich Bundesfinanzminister Christian Lindner der FDP verhaften. Unter dem Motto „einmal so blockieren wie die FDP“ stören die BĂŒrger:innen den morgendlichen Berufsverkehr hinter Christian Lindner-Masken und in Management-Outfits, um die Blockadehaltung der Freien Demokraten im Klimanotfall anzuprangern. Das Bild Christian Lindners in Handschellen drĂŒckt die Dramatik der Lage aus: Die gefĂ€hrliche Klima-Politik der FDP ist ein Verbrechen an all jenen, die dadurch ihr Leben verlieren werden. 

Zeitgleich zu den Verkehrsstörungen erklingt in der FDP-Zentrale der Feueralarm. BetĂ€tigt durch weitere UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generationen soll er den Freien Demokraten vor Augen fĂŒhren, dass Deutschland sich aktuell in einem Klimanotfallbefindet. Die 1,5-Grad-Grenze ist nicht mehr zu halten. Wenn die FDP nicht umgehend ihre Blockadehaltung gegen einfachste Sicherheitsmaßnahmen beendet, lĂ€uft das Erdklima Gefahr, in eine Spirale aus Kipppunkten einzutreten, welche die Hitze von allein immer weiter steigen lĂ€sst – mit tödlichen Folgen fĂŒr die Bevölkerung.[1]

Eine Sprecherin der Letzten Generation, AimĂ©e van Baalen (23), begrĂŒndet den Protest so: „Wir können uns das egoistische Verhalten einiger weniger Reichen und Schönen nicht mehr leisten. Sie fliegen in Privatjets ĂŒber unsere Köpfe hinweg, verschwenden lebenswichtige Ressourcen wie knapper werdende WasservorrĂ€te mit ihren Pools und Rasensprengern und schicken damit alle nachfolgenden Generationen im Klimakollaps ins Elend. Eine Partei, die auf Kosten der Allgemeinheit Politik fĂŒr dieses Klientel macht, ist heute nicht mehr tragbar!” [2]

Die kleinste Regierungspartei fĂ€llt immer wieder durch Blockaden bei den einfachsten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klima-Zusammenbruch auf: Aus einem 9-Euro-Ticket wird unter Christian Lindner nur ein 49-Euro-Ticket. Die EinfĂŒhrung eines Tempolimits knĂŒpfte der Bundesfinanzminister zuletzt absurderweise an eine VerlĂ€ngerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke. [3] Am fatalsten jedoch: Er klammert sich verantwortungslos an Wunschdenken ĂŒber Innovation und verschiebt die Probleme in eine ferne Zukunft, obwohl laut Wissenschaft jetzt wohl die letzte Gelegenheit ist, dass Ruder auf dem Weg in den tödlichen Abgrund noch herumzureißen. [4]

„Auch wir wollen unsere Lebenszeit nicht auf der Straße verbringen, uns von wĂŒtenden Mitmenschen anschreien oder verprĂŒgeln lassen und die unschuldigen Menschen stören. Doch wir wissen aus der Wissenschaft, dass uns vielleicht nur noch zwei bis drei Jahre bleiben, um das Ruder herumzureißen. Das bedeutet: von dieser Regierung hĂ€ngen vielleicht die nĂ€chsten tausend Generationen ab.” so David Berres (45), der heute auf der Straße sitzt. [5]

Die Letzte Generation fordert, dass die Regierung sich endlich mit ihren Vertreter:innen an einen Tisch setzt, um die EinfĂŒhrung eines Tempolimits und die FortfĂŒhrung des 9-Euro-Tickets zu besprechen. Diese Sicherheitsmaßnahmen sind bekanntlich von einer breiten Mehrheit gewollt und der erste notwendige Schritt in eine lebenswerte Zukunft. [6] Langfristig erwarten die BĂŒrger:innen einen gerechten Umbau unserer Gesellschaft in eine lebendige Demokratie. Konzerne sollen sich nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit bereichern dĂŒrfen und alle Menschen sollen miteinander auf Augenhöhe leben dĂŒrfen, sodass sowohl unser Planet als auch alle BĂŒrger:innen durch gemeinsam beschlossene Gesetze beschĂŒtzt werden.



[1] www.theguardian.com/environment/2022/sep/08/world-on-brink-five-climate-tipping-points-study-finds 
[2] Bericht auf Zeit online “DĂŒrre in Deutschland. Aber die Pools sind voll”. www.zeit.de/gesellschaft/2022-08/duerre-wasserknappheit-kronberg-im-taunus-trinkwasser-verbrauchs
[3] www.spiegel.de/auto/christian-lindner-angeblich-offen-fuer-tempolimit-solang-die-akw-weiter-laufen-a-f8a94ab4-d076-4254-9e9c-d24433bea243
[4]  www.ipcc.ch/2022/04/04/ipcc-ar6-wgiii-pressrelease/ 
[5] Hierbei bezieht sich Berrens auf einen Kommentar von Professor Sir David King aus dem Jahr 2021 : „What we do over the next three to four years, I believe, is going to determine the future of humanity. We are in a very very desperate situation.” www.thecitizen.org.au/articles/forget-2050-experts-say-its-2030-or-bust-for-net-zero-emissions 
[6] Umfrage zur FortfĂŒhrung des 9-Euro-Tickets (Fokus): www.zeit.de/news/2022-07/23/umfrage-mehrheit-fuer-guenstige-nachfolge-des-9-euro-tickets
Umfrage zur EinfĂŒhrung eines Tempolimits (Statista): de.statista.com/statistik/daten/studie/258757/umfrage/umfrage-zum-tempolimit-auf-autobahnen/

14.11.2022 08:10: Kein Mitleid, Taten! Letzte Generation ruft auf, sich Blockaden anzuschließen

Kein Mitleid, Taten! Letzte Generation ruft auf, sich Blockaden anzuschließen

 

Berlin, 14.11.2022, 8:10 – Gegen den tödlichen Klima-Kurs der Bundesregierung blockiert die Letzte Generation am heutigen Morgen wieder entschlossen und friedlich die Autobahnen Berlins. Die heutigen Proteste finden auch vor dem Hintergrund der in MĂŒnchen eingesperrten UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation statt. Seit nunmehr zehn Tagen werden dort Menschen zwischen 19 und 63 Jahren in der JVA Stadelheim festgehalten. Auch sie hatten friedlich Widerstand gegen das verfassungswidrige Versagen der Bundesregierung im Klimanotfall geleistet.

“Wenn wir uns selbst und unsere Werte ernst nehmen, wenn wir gemeinsam friedlich und entschlossen handeln, können wir eine lebenswerte Zukunft fĂŒr alle Menschen möglich machen. Die Menschen, die gerade in Bayern in Haft sitzen, wollen von der Gesellschaft kein Mitleid. Das Risiko, eingesperrt zu werden, sind sie bewusst eingegangen. Was sie wollen, ist, dass mehr Menschen aktiv werden. Den Klima- Kurs der Bundesregierung können wir nur gemeinsam Ă€ndern”, so Carla Rochel, Sprecherin der Letzten Generation. 

Lisa Winkelmann ist heute auch wieder auf der Straße. Ihren Entschluss, sich der Letzten Generation anzuschließen begrĂŒndet sie mit der Angst vor einer lebensfeindlichen Zukunft: “Wir befinden uns schon heute Mitten in der Katastrophe: Fluten – wie im Ahrtal – und Hitzewellen sind an der Tagesordnung. Der Zusammenbruch des Klimas ist ein absoluter Notfall! Worauf warten wir noch?”

Und weiter: “In dieser Alarmsituation sehe ich meine moralische Pflicht darin, fĂŒr den Klimaschutz und unser aller Überleben auf die Straße zu gehen. Niemand hier will sich anschreien und schlagen  lassen. Wir wĂŒrden unsere Aktionen sofort beenden, sollte die Regierung unsere Forderungen nach ersten klimapolitischen Maßnahmen umsetzen: Also ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und die WiedereinfĂŒhrung des 9 Euro Tickets. Bis es soweit ist, werden wir weiter tĂ€glich Straßen blockieren.”

Termine fĂŒr VortrĂ€ge und Trainings, um sich den Blockaden anzuschließen, bietet die Bewegung auf ihrer Website an: Mitmachen – Letzte Generation 🧡. 

12.11.2022 11:00: Wo wir stehen und wie es weitergeht Letzte Generation zieht ihre SchlĂŒsse
Wo wir stehen und wie es weitergeht
Letzte Generation zieht ihre SchlĂŒsse
 
FĂŒnf Wochen des friedlichen Widerstands.
FĂŒnf Wochen auf den Straßen Berlins und der Republik – gegen das Klima-Versagen unserer Regierung.
Wir haben den Verkehr auf den Straßen unterbrochen, die Autobahnen zum Stillstand gebracht, Kartoffelbrei auf ein verglastes GemĂ€lde geworfen und Farbe auf politische GebĂ€ude. 
Wir fĂŒhren tĂ€glich GesprĂ€che mit Politiker:innen und Vertreter:innen anderer gesellschaftlicher Bereiche.
16 von uns sitzen im GefĂ€ngnis. Sie sitzen im GefĂ€ngnis fĂŒr die Freiheit, die Demokratie und den Wohlstand. Sie sitzen dort, weil sie wissen, dass wir all das verlieren werden, wenn wir so weitermachen. Wir können nicht so weitermachen.

Micha Frey (24), der gerade im Stadelheim im GefĂ€ngnis sitzt, in einem Videostatement auf Twitter [1]: „Wenn wir das Ende unserer freien Gesellschaft, das kommen wird in einer Welt von Wassermangel und ErnteausfĂ€llen, […] noch verhindern wollen, dann mĂŒssen wir jetzt Widerstand leisten.“

Wir sehen schon, dass der demokratische Widerstand Wirkung entfaltet. 
Wir sehen, dass ĂŒberall ĂŒber uns, unsere Proteste und Maßnahmen gegen den Klima-Zusammenbruch gesprochen wird: An den Abendbrot-Tischen dieses Landes, in den GerichtssĂ€len, Talkshows und in politischen Gremien.

Doch Aufmerksamkeit ist nicht unser Ziel. Unignorierbar zu sein, ist notwendig. Aber politische VerÀnderung ist, was es am Ende braucht und was wir erreichen werden.
Das ist kein Beliebtheitswettbewerb; kein Versuch, die Menschen von unseren Anliegen zu ĂŒberzeugen – denn das sind sie lĂ€ngst: Es gibt große Mehrheiten fĂŒr die ersten Sicherheitsmaßnahmen im Klimakollaps: das Tempolimit und ein 9-Euro-Ticket. Was uns fehlt, ist die politische Bereitschaft.

Die Verweigerung der Regierung, den Willen des Volkes auch umzusetzen oder auch nur darĂŒber zu verhandeln, bedroht die Existenz unserer Zivilisation. Ziviler Widerstand ist das erfolgversprechendste demokratische Mittel, die Bundesregierung zu ĂŒberzeugen, ihrer demokratischen Pflicht gerecht zu werden.
Wir bleiben weiter flexibel, friedlich und entschlossen. Der Staat kann Leitern an SchilderbrĂŒcken abbauen, so viel er will [2] – wir machen weiter. FĂŒr die Umsetzung der ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps – Tempolimit und bezahlbarer Nahverkehr – fassen wir ins Auge, auch friedlich FlughĂ€fen lahmzulegen.

Denn wir glauben, dass die Menschen ĂŒberleben wollen. Dass sie sicher wohnen und genug zu essen haben wollen, auch fĂŒr ihre Kinder. Wir tun das im Namen von allen.
Denn wir sind die Menschheit, die an die Menschheit glaubt. Wir sind Demokratie.
Und solange noch Atem in unseren Körpern ist, werden wir nicht aufgeben.

[1] Statement Micha Frey: twitter.com/AufstandLastGen/status/1591171096799510528
[2] www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/berlin-leitern-an-den-schilderbruecken-werden-abgebaut-81902904.bild.html
11.11.2022 10:00: “GefĂ€ngnis statt Geldstrafe” Mutter wird Strafe fĂŒr zivilen Widerstand gegen Klimakatastrophe nicht zahlen

“GefĂ€ngnis statt Geldstrafe”
Mutter wird Strafe fĂŒr zivilen Widerstand gegen Klimakatastrophe nicht zahlen

 

Berlin, 11.11.2022, 10:00 –  Gestern, 10.11.2022,  endete im Amtsgericht Tiergarten der Prozess gegen Sonja Manderbach mit einer Verurteilung ĂŒber das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß.

Die Bildungsreferentin und Kirchenmusikerin aus Oldenburg hat in diesem Jahr mehrfach gemeinsam mit vielen weiteren UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation Straßen blockiert und sich damit dem tödlichen Regierungskurs entgegengestellt.
Die Richterin verurteilte die Mutter fĂŒr ihren mutigen Einsatz gegen das Politikversagen in der Klimakatastrophe zu 40 TagessĂ€tzen å  25,-€ und ĂŒbertraf damit die von der Staatsanwaltschaft geforderten 30 TagessĂ€tze.

Bereits im Vorfeld stellte Sonja Mandelbach klar: “Wenn das Gericht meint, dass es gerechtfertigt ist, mich dafĂŒr zu verurteilen, dass ich meiner Tochter eine lebenswerte Zukunft ermöglichen will, nehme ich das hin. Die Strafe werde ich aber auf keinen Fall mit Geld begleichen. Wenn unser Rechtsstaat verhindern will, dass ich mich gegen den verfassungswidrigen Kurs der Regierung wehre, muss er mich schon einsperren.”

Im Zeichen der Weltklimakonferenz, die zur Zeit in Ägypten stattfindet, ĂŒberschlagen sich die Warnungen und dĂŒsteren Prognosen aus allen Bereichen der Wissenschaft: Wenn wir nicht sofort umlenken, steuern wir auf eine mindestens 2-3 Grad heißere Welt zu, in der Milliarden Menschen in akuter Lebensgefahr schweben.

“Angesichts dieser existenziellen Bedrohung von Milliarden Menschenleben durch die Klimakatastrophe sind wir alle aufgefordert, uns fĂŒr oder gegen das Überleben zu positionieren. Auch Gerichte mĂŒssen sich entscheiden: Wegsperren und Bestrafen oder Freisprechen? Durch die Anerkennung der Klimakatastrophe als rechtfertigenden Notstand, können sie die Politik in die Pflicht nehmen, sich an die Verfassung zu halten und die Bevölkerung zu schĂŒtzen” erklĂ€rt AimĂ©e von Baalen, Sprecherin der Letzten Generation.
 
Weiter sagt AimĂ©e von Baalen: “Dass sich Gerichte mutig positionieren können, zeigt beispielsweise der kĂŒrzlich ergangene Freispruch im Fall einer Baumbesetzung, in der der Klimaschutz laut Urteil schwerer wiegt als der Rechtsbruch.” [1]

Carla Rochel, Sprecherin der Letzten Generation, kĂŒndigt an: ”Solange unsere Regierung nicht von ihrem tödlichen Kurs in die Klimakatastrophe abweicht, werden wir weiter  friedlich und entschlossen Widerstand leisten. Geldstrafen und GefĂ€ngnis werden uns nicht dazubringen, die mutwillige Zerstörung unserer Lebensgrundlagen hinzunehmen.

Aktuell befinden sich weiterhin 17 Mitstreiter:innen der Letzten Generation in MĂŒnchen nach Verkehrsblockaden ohne Gerichtsprozess im GefĂ€ngnis. Die Haft wurde nach richterlichen Anhörungen bis zum 2.12.2022 angeordnet. 

[1] taz.de/Urteil-zu-Baumbesetzung/!5890379/

11.11.2022 08:05: Frankfurter Tor blockiert - Kritik an Lanz 17 UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation weiterhin in MĂŒnchner GefĂ€gniszellen
Frankfurter Tor blockiert – Kritik an Lanz
 17 UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation weiterhin in MĂŒnchner GefĂ€gniszellen
 
 
Berlin, 11.11.2022, 8:05 – Heute sind dutzende Menschen im Herzen Berlins zusammengekommen, um sich entschlossen dem tödlichen Kurs der Bundesregierung entgegenzustellen. Sie blockieren friedlich den Verkehr am Frankfurter Tor, weil sie das Politikversagen in der Klimakatastrophe nicht lĂ€nger stillschweigend hinnehmen können.  Dabei werden sie heute durch das Orchesters Lebenslaute unterstĂŒtzt, welches ebenfalls eine Straße am Frankfurter Tor blockiert und dabei klassische Musik spielt.

Antonia Vollbrecht ist Landwirtschaftsgesellin. Sie erklĂ€rt: “Ich sitze hier auf der Straße, weil ich nicht anders kann. Weil es sich vollkommen irreal anfĂŒhlt, mit dem Wissen, was los ist, weiter zu machen, als wĂ€re nichts. Weil ich es nicht ertrage, dass wir selbst mit klarem Blick auf den Abgrund nicht endlich die Handbremse ziehen und meine Generation sich stattdessen anhören muss, wir sollen doch einfach ein bisschen Optimismus haben.”

Hierbei spielt sie auf Aussagen an, die gestern im Talkformat “Markus Lanz” getĂ€tigt wurden. Es war die Rede von fehlendem Optimismus und davon, dass sich die Menschen an die Klimakatastrophe einfach anpassen könnten [1].

Ebensolche Worte zeigen, dass das wahre Ausmaß der Katastrophe noch nicht in allen Köpfen angekommen ist.

Der renommierte deutsche Klimaforscher Stefan Rahmstorf reagiert darauf auf Twitter und malt ein deutliches Bild: “Eine vier Grad wĂ€rmere Welt wĂ€re voller Katastrophen, Hungersnöte und Leid. Ökosysteme wĂŒrden kollabieren. Keine stabile KĂŒstenlinie mehr, StĂ€dte gehen unter.” [2]

Wenn die Regierungen der Welt weiterhin in ihrer Zielsetzung hinter den Empfehlungen des Weltklimarats zurĂŒckbleiben und diese Ziele dann auch noch verfehlen, dann wird das genau die RealitĂ€t [3]. An Hungersnöte und fehlendes Trinkwasser auf der einen, ĂŒberflutete und zerstörte StĂ€dte auf der anderen Seite können Menschen sich nicht anpassen. Unter solchen Bedingungen sterben wir.

Optimismus bedeutet nicht, die Fakten zu ignorieren. Optimismus heißt, alles daran zu setzen, dass die letzte Chance, die uns noch bleibt, genutzt wird.

Jakob Beyer, Sprecher der Letzten Generation, war bereit, dafĂŒr ins GefĂ€ngnis zu gehen. Zusammen mit 17 weiteren Menschen ist er gerade in der JVA Stadelheim fĂŒr 30 Tage eingesperrt. Ein emotionales Videostatement wurde in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken veröffentlicht:
“Ich möchte jetzt alles, was ich habe, reingeben, um die Chance, die wir noch haben, zu bewahren. Ich möchte mich nicht lĂ€nger an der Zerstörung unser aller Lebensgrundlagen beteiligen und deshalb leiste ich Widerstand. Und wenn ich dafĂŒr ins GefĂ€ngnis muss, dann bin ich dazu bereit. Wenn ihr mich unterstĂŒtzen wollt, dann nehmt meinen Platz jetzt auf der Straße ein.” [4]


[1] (256) „Letzte Generation“: Wie weit darf Protest gehen? | Markus Lanz vom 09. November 2022 – YouTube
[2] Prof. Stefan Rahmstorf auf Twitter: „Eine 4 Grad wĂ€rmere Welt wĂ€re voller Katastrophen, Hungersnöte und Leid. Ökosysteme wĂ€ren nicht mehr an das Klima angepasst & wĂŒrden kollabieren. Keine stabile KĂŒstenlinie mehr, StĂ€dte gehen unter. Aber bitte seid optimistisch & passt euch halt an. #Lanz t.co/gBwDhBvaPz“ / Twitter
[3] Publikation | WBGU
[4] Hier das gesamte Statement: (256) 30 Tage GefĂ€ngnis: Jakob Beyer #FĂŒrAlle – YouTube
10.11.2022 18:00: Bundesregierung verpasst Beendigung der Störung Scholz, Lindner, Habeck & Wissing erscheinen nicht zu Verhandlung mit Letzter Generation

Bundesregierung verpasst Beendigung der Störung 
Scholz, Lindner, Habeck & Wissing erscheinen nicht zu Verhandlung mit Letzter Generation

 

Berlin, 10.11.2022, 18:00 – Die Bundesregierung hat heute die Einladung zu Verhandlungen mit der Letzten Generation nicht angenommen. Wir bedauern das sehr, denn fĂŒr uns ist es unabdingbar, mit Olaf Scholz, Christian Lindner, Robert Habeck und insbesondere auch Volker Wissing ĂŒber die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps zu verhandeln. 

Sehr geehrte Bundesregierung,
wir wollen nicht auf den Autobahnen sitzen. Es tut uns weh, von Autofahrer:innen angehupt, von Passant:innen beschimpft, verprĂŒgelt und bespuckt zu werden. Viele von uns erhalten Morddrohungen. Es schmerzt uns, die Menschen in ihrem Alltag zu unterbrechen. All der Zuspruch, die Menschen, die sich bei Blockaden bei uns bedanken, uns umarmen oder verteidigen, lindern diesen Schmerz, aber was unterm Strich bleibt, ist eine Konfrontation, die wir brauchen, aber die im Grunde alle schmerzt. Eine Konfrontation, die wir beenden mĂŒssen, die aber nur Sie beenden können.

Handwerker Jakob Beyer, der gerade fĂŒr 30 Tage in Bayern im GefĂ€ngnis sitzt, in seiner Audiobotschaft: “Ich möchte mich nicht weiter an der Zerstörung unserer aller Lebensgrundlagen beteiligen und deshalb leiste ich Widerstand. […] Wenn wir als Gesellschaft zusammenkommen, dann können wir richtig viel erreichen. Und wenn ich dafĂŒr ins GefĂ€ngnis muss, dann bin ich dazu bereit. […] ” [1]

Mit Jakob sitzen 17 BĂŒrger:innen derzeit in einem GefĂ€ngnis in MĂŒnchen. Viele von ihnen sollen dort ohne Prozess 30 Tage verbringen. Darunter MĂŒtter und VĂ€ter, die ihre Kinder nicht sehen können. Tausende stehen jeden Tag im Stau, kommen verspĂ€tet zu ihren Terminen und werden in ihrem Alltag unterbrochen. 

Liebe Bundesregierung, nur Sie können das beenden. Sie hĂ€tten es heute beenden können. Sie haben es in der Hand. Mit Ihrer Politik haben Sie es in der Hand, ob Menschen im Stau stehen und im GefĂ€ngnis sitzen oder nicht. Wir mĂŒssten uns nur ernsthaft an einen Tisch setzen. Wir sind bereit eine Lösung zu finden.

Wir wollen nicht weitermachen. Aber aktuell sehen wir keine andere Möglichkeit, als den zivilen Widerstand fortzusetzen. Keine jedenfalls, die moralisch verantwortbar wÀre. 
Denn der aktuelle Kurs bedroht die Gesellschaft als Ganzes. Wir können nicht stille Zuschauer:innen bleiben, wenn Sie als Bundesregierung unsere Gesellschaft in eine Klimahölle steuern, in der unsere Lebensgrundlagen wie Wasser, Nahrung und Sicherheit verloren gehen.

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres: “Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle, mit dem Fuß auf dem Gaspedal!” [2] 

Wenn wir jetzt nicht dagegen leisten, leisten wir gleichzeitig Beihilfe zum Tod von Milliarden Menschen. 

Wir bleiben weiterhin jederzeit offen fĂŒr Verhandlungen. Wir haben uns darauf vorbereitet und sind jeden Tag mit Politiker:innen und Vertreter:innen Ihrer Ministerien und Ämter in Kontakt. Jetzt fehlt nur noch, dass Sie – Herr Scholz, Herr Linder, Herr Habeck und Herr Wissing – sich bei uns melden. Sie sind diejenigen, die tatsĂ€chlich die Macht haben, jetzt erste Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten – 100 km/h auf Autobahnen und eine dauerhafte RĂŒckkehr zum 9€-Ticket. 

[1] Audiobotschaft von Jakob Beyer twitter.com/AufstandLastGen/status/1589290997170569216
[2]UN-Chef Guterres auf der Weltklimakonferenz: „Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle mit dem Fuß auf dem Gaspedal.“ www.zdf.de/nachrichten/politik/klima-klimakonferenz-cop27-waldschutz-100.html

 

10.11.2022 10:30: Wissenschaftler*innen blockieren Privatjets in Berlin-Schönefeld

Wissenschaftler*innen blockieren Privatjets in Berlin-Schönefeld

 

Berlin, 10.11.2022. In Berlin-Schönefeld blockieren seit 10:15 Uhr 6 Wissenschaftler*innen von Scientist Rebellion gemeinsam mit 7 Klimaaktivist*innen den Eingang des Privatjet-Terminals (GAT). Sie machen damit auf den immensen Treibhausgasausstoß durch Privatjets und reiche Vielflieger*innen aufmerksam und fordern ein Verbot von Privatjets, eine Besteuerung von Vielflieger*innen und die Begleichung der Klimaschulden des Globalen Nordens gegenĂŒber den LĂ€ndern des Globalen SĂŒdens. Die Aktion ist Teil eines konzertierten globalen Protests, bei dem hunderte Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen in 12 LĂ€ndern parallel zur 27. UN-Klimakonferenz mit Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Privatjets protestieren. 

„Die Superreichen richten mit ihrem Jet-Set-Lebensstil und den dadurch verursachten Emissionen einen untragbaren Schaden an, wĂ€hrend die Klimakrise weiter eskaliert und immer mehr Menschen von Armut bedroht sind“, so Dr. Nana-Maria GrĂŒning von Scientist Rebellion.

„Privatjets sind völlig unnötig und der Gipfel der Klima-Ungerechtigkeit“, so Prof. Dr. Niko Froitzheim (Geologie), Teilnehmer der friedlichen Blockade. „Wir mĂŒssen reiche Menschen endlich zur Verantwortung ziehen, damit Deutschland seine Klimaschulden bei den armen LĂ€ndern begleichen kann“, so Froitzheim weiter. “Die EinfĂŒhrung einer progressiven Vielflieger*innen-Steuer, bei der fĂŒr jeden weiteren Flug höhere Steuern anfallen, wĂŒrde zu Steuergerechtigkeit beitragen. Aktuell gilt fĂŒr private FlĂŒge keine Luftverkehrabgabe, sie sind nicht Teil des EU-Emissionshandels und Kerosin wird in der EU nicht besteuert.”

Mit der internationalen „Make Them Pay“ Kampagne von Scientist Rebellion und Stay Grounded, werden drei Forderungen an Regierungen weltweit gerichtet: erstens ein Verbot von Privatjets, zweitens eine Besteuerung von Vielflieger*innen und drittens die Begleichung von Klimaschulden. Die Aktionen gegen Privatjets finden zeitgleich in Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz und in den USA statt.

09.11.2022 08:00: Brandenburger Tor bestiegen – Am Tag des Mauerfalls ruft die Letzte Generation zum Zusammenhalt auf

Brandenburger Tor bestiegen – Am Tag des Mauerfalls ruft die Letzte Generation zum Zusammenhalt auf

 

Zwei Schwestern der Letzten Generation richten sich mit ihren Bannern an die Bundesregierung und rufen in der Klimakatastrophe zum Zusammenhalt auf.

 

Zwei Schwestern der Letzten Generation richten sich mit ihren Bannern an die Bundesregierung und rufen in der Klimakatastrophe zum Zusammenhalt auf. 

 

Berlin, 09.11.2022, 8:00 Uhr – Heute am „Tag des Zusammenhalts” haben zwei BĂŒrger:innen der Letzten Generationen das Brandenburger Tor bestiegen.
Ein riesiges Banner, das sie auf dem Symbol fĂŒr Frieden und Einigkeit hissten, trug die Aufschrift: „Wir wĂŒnschen uns ein Überleben fĂŒr alle – Am Tag des Zusammenhalts – Wir alle sind die Letzte Generation“. 

Maja Winkelmann, die gemeinsam mit ihrer Schwester auf dem Brandenburger Tor steht, erklĂ€rt ihre BeweggrĂŒnde: „Am Tag des Zusammenhalts stehen wir als Gesellschaft am Abgrund. Wir mĂŒssen uns jetzt entscheiden: Wollen wir gemeinsam ĂŒberleben oder einsam sterben? Ich denke, ich kann von meiner Regierung erwarten, dass sie ein Überleben fĂŒr alle sichert. Sie soll morgen um 10:00 Uhr mit uns darĂŒber verhandeln!” 

Diese Spannung, die sich schon seit langem durch die Bevölkerung zieht, entzĂŒndet sich erst jĂŒngst an den Protesten vieler Klimabewegter. WĂ€hrend Einzelne Haftstrafen sehen wollen, fordern breite Spektren der Gesellschaft von Fridays for Future bis Junge Liberale [1] die Freilassung von Menschen, die aufgrund ihres Einsatzes fĂŒr unser aller Lebensgrundlagen 30 Tage eingesperrt bleiben sollten. [2]

Lisa Winkelmann richtet daher ihren Appell direkt an die Bundesregierung: „Wir rufen die Ampel-Regierung auf, einen Schritt der gesellschaftlichen Versöhnung zu gehen! Kommen Sie morgen zu uns und verhandeln Sie mit uns ĂŒber die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps. Dann können wir unsere Proteste beenden! Lassen sie uns zusammenkommen und Klartext sprechen!”

Wie seit letztem Freitag mehrmals veröffentlicht, lÀdt die Letzte Generation die Bundesregierung, d.h. Olaf Scholz, Christian Lindner, Robert Habeck sowie insbesondere Bundesverkehrsminister Volker Wissing, am morgigen Donnerstag, 10. November 2022 um 10:00 Uhr in Berlin zu einem GesprÀch ein. Ein Vertretungsteam steht an diesem Tag bereit.

Lea Bonasera, Marlon Profuß und Claudia Röseler möchten verhandeln ĂŒber erste Sicherheitsmaßnahmen in der Katastrophe – 100km/h auf der Autobahn sowie ein 9 €-Ticket im Nahverkehr – und die damit einhergehende Beendigung der Proteste. 
Bis eine Lösung gefunden ist, sehen wir keinen moralisch vertretbare Position als weiter auf den Straßen Widerstand leisten.

[1] Junge Liberale Oberpfalz fordern die Freilassung der BĂŒrger:innen der Letzten Generation: www.instagram.com/p/CktHo1HD_7n/ 

[2] twitter.com/FridayForFuture/status/1589216378287964163

08.11.2022 09:50: 18 - jĂ€hrige SchĂŒlerin in MĂŒnchen eingesperrt - Was wirst du tun?

18 – jĂ€hrige SchĂŒlerin in MĂŒnchen eingesperrt – Was wirst du tun?

 

 

Die 18-jĂ€hriger SchĂŒlerin Maria Braun ist in MĂŒnchen in Gewahrsam.

 

MĂŒnchen, 8.11.2022, 09:50 – Wieder sind UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation fĂŒr ihren friedlichen Protest ohne Hauptverhandlung eingesperrt worden. Unter ihnen auch die 18 – jĂ€hrige SchĂŒlerin Maria Braun. Bis zum 14.11. soll sie nun in Stadelheim eingesperrt bleiben. 

Das Einsperren der SchĂŒlerin steht sinnbildlich fĂŒr den Umgang der Regierung mit dem Klimanotfall. Noch immer wird die Tiefe der Krise völlig unterschĂ€tzt, doch anstatt den Feueralarm der warnenden Stimmen ernst zu nehmen, werden diese weggesperrt, wie auch zuletzt mit 13 Wissenschaftler:innen geschehen. Gleichzeitig eskaliert die Klimakatastrophe fĂŒr alle sichtbar immer schlimmer, die Warnungen von Wissenschaft und UN werden immer verzweifelter, die Faktenlage immer beklemmender. Die Frage, die sich damit an alle richtet, die verstehen, wie nahe wir schon einer Todesspirale aus Kipppunkten sind, ist: “Was wirst Du tun?”

Dass immer mehr Gruppierungen und Einzelpersonen ihre SolidaritĂ€t mit der Letzten Generation bekunden und die Freilassung der eingesperrten Menschen fordern, stimmt zuversichtlich. AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation betont jedoch: ”Was die Menschen im GefĂ€ngnis jetzt wirklich brauchen, sind keine bestĂ€rkenden Worte und gut gemeinter Zuspruch. Damit werden wir es nicht schaffen, die Regierung zum Handeln zu bewegen. Den Menschen, die schon heute Opfer der Klimakatastrophe werden, ist damit nicht geholfen. Wir mĂŒssen endlich ins Handeln kommen. Lasst uns den Mut und die Hoffnung der eingesperrten Menschen weiter nach draußen tragen und ihre PlĂ€tze auf der Straße einnehmen!”

Maria Braun, SchĂŒlerin, 18 Jahre alt, zu ihrer Situation: ”Ich bin nicht bereit, weiter zuzusehen, wie meine Generation in Hunger, Leid und Tod gefĂŒhrt wird. Wenn die Regierung meinen friedlichen Widerstand mit gefliesten ZellenwĂ€nden bestraft, kann mich das nicht abschrecken. Gemessen an der Zukunft, die uns erwartet, wirkt das Innere von Stadelheim wie die bessere Option.”

Blickt man auf die Warnungen von Wissenschaftler:innen der letzten Jahre, ist festzustellen: Der jetzige Kurs von mindestens 2-3 Grad globaler Erhitzung wird katastrophale Folgen fĂŒr den Fortbestand unserer Zivilisation haben. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres findet auf der Weltklimakonferenz in Ägypten deutliche Worte: „Wir kĂ€mpfen den Kampf unseres Lebens – und sind dabei zu verlieren.”[1]

Solange die Regierung keine ĂŒberzeugenden Antworten auf diese Fragen findet, kann sich der Widerstand aus einer Generation, die sich mit der Vernichtung konfrontiert sieht, nur intensiveren. Erst kĂŒrzlich kam es zu mehreren Besetzungen von UniversitĂ€ten und Schulen. Weitere sind bereits angekĂŒndigt. 

Die Letzte Generation war und ist immer bereit ĂŒber Antworten zu diesen Fragen zu sprechen. Sie lĂ€dt die Bundesregierung – Olaf Scholz, Christian Lindner, Robert Habeck – sowie insbesonders Bundesverkehrsminister Volker Wissing zu einem GesprĂ€ch am Donnerstag, 10. November 2022 um 10.00 Uhr in Berlin ein. 

Es muss verhandelt werden ĂŒber erste Sicherheitsmaßnahmen in der Katastrophe – 100km/h auf der Autobahn sowie ein 9€-Ticket im Nahverkehr – und die damit einhergehende Beendigung der Proteste. 

[1] „Auf dem Highway zur Klimahölle“: Guterres sieht Überleben der Menschheit auf dem Spiel – n-tv.de

07.11.2022 09:30: Verkehrsunterbrechungen in MĂŒnchen und Berlin - Friedlicher Widerstand bietet GefĂ€ngnis-Drohungen die Stirn

Verkehrsunterbrechungen in MĂŒnchen und Berlin – Friedlicher Widerstand bietet GefĂ€ngnis-Drohungen die Stirn

 

MĂŒnchen, Berlin, 07.11.2022, 9:30 Uhr – Auf der Hauptstraße am MĂŒnchner Stachus versammeln sich heute wieder UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation, um gegen den lebensgefĂ€hrlichen Klimakurs der Regierung Widerstand zu leisten. Sie sind fest entschlossen, ihr Recht auf demokratischen Protest auszuĂŒben und rufen ihre Mitmenschen auf, es ihnen gleichzutun – den DrohgebĂ€rden der Politik zum Trotz.
Erst vor drei Tagen waren 13 UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation ohne Hauptverhandlung in die JVA Stadelheim gebracht worden, weil sie sich friedlich auf die Straße am Stachus gesetzt hatten. Acht von ihnen sollen nun 30 Tage lang in Gefangenschaft verbringen.

 

Auch in Berlin kommt es zu erneuten Unterbrechungen auf Straßen. Manche der Beteiligten tragen schwarz-weiß-gestreifte Gefangenenkleidung. Auf den Schildern, die sie auf der Straße bei sich tragen, steht: „Lieber wegsperren als reden”. Damit prangern sie die bisher fehlende GesprĂ€chsbereitschaft der Bundesregierung zu ersten Klima-Sicherheitsmaßnahmen an.

 

Die 18-jĂ€hrige SchĂŒlerin Maria Braun ist eine der UnterstĂŒtzer:innen, die heute fĂŒr Unterbrechungen in MĂŒnchen sorgen:
„Ich werde mich auch von Drohungen mit 30 Tagen GefĂ€ngnis nicht einschĂŒchtern lassen. Mein Leben und das Leben meiner ganzen Generation steht auf dem Spiel! Ich kann gar nicht anders, als jetzt Widerstand zu leisten.”

 

„Das geht raus an alle mutigen Menschen, die auch so fĂŒhlen wie ich. Das ist unsere Zeit, wirklich etwas zu bewegen. Wenn ich eingesperrt werde, mĂŒsst ihre meinen Platz auf der Straße einnehmen!”, so Maria weiter. Wie die Politik und Polizei nun mit dem friedlichen demokratischen Protest der SchĂŒlerin umgehen, bleibt abzuwarten.

 

Mit ihr auf der Straße auch der 47-jĂ€hrige Wolfgang Metzler Kick, Ingenieur des technischen Umweltschutzes und Vater: „Durch meine einschlĂ€gige Fachexpertise kann ich einschĂ€tzen, in welcher Gefahr wir uns befinden. Die Welt ist völlig aus den FĂŒgen geraten.
Die 1,5-Grad-Grenz werden wir in kaum zehn Jahren reißen. Dieses Jahrzehnt entscheidet ĂŒber die Zukunft unserer gesamten Zivilisation. Ich rufe euch alle auf, gegen diese Zerstörung mit uns friedlich Widerstand zu leisten!”

 

Bei all dem ist es der Letzten Generation wichtig, immer gesprĂ€chsbereit zu bleiben. Sie laden die Kabinettsmitglieder der Bundesregierung – ganz besonders Olaf Scholz, Christian Linder, Robert Habeck und Bundesverkehrsminister Volker Wissing – am Donnerstag dem 10. November 2022 zu einem GesprĂ€ch in Berlin ein. Es soll um den Umgang der Bundesregierung mit friedlichem demokratischen Protest gehen und um erste Sicherheitsmaßnahmen im Klimanotfall. Konkret ein Tempolimit und eine RĂŒckkehr zum 9€-Ticket.

05.11.2022 08:30: 30 Tage im GefÀngnis

30 Tage im GefÀngnis
“Wir wollen, dass ihr alle auf den Straßen Widerstand leistet”


MĂŒnchen, 05.11.2022, 08:30 – Es ist ein politisches Novum: BĂŒrger:innen der Letzten Generation sitzen seit gestern Abend in der JVA Stadelheim und sollen ohne Hauptverhandlung grĂ¶ĂŸtenteils 30 Tage in MĂŒnchen in einem GefĂ€ngnis verbringen. [1] Es ist kein Fall bekannt, in dem in der Geschichte der Bundesrepublik bereits so langer Polizeigewahrsam angeordnet wurde.
Alle 13 Beteiligten hatten mit friedlichen Straßenblockaden Widerstand gegen den zerstörerischen und todbringenden Kurs der Bundesregierung geleistet. Ebenfalls gestern waren die 13 Wissenschaftler:innen entlassen worden, die eine Woche ins gleiche GefĂ€ngnis gesperrt worden waren.
Fakt ist: Die Regierung verfehlt ihre unzureichenden, selbstgesteckten Klimaziele [2] und die 1,5-Grad-Grenze ist bereits nicht mehr erreichbar [3].

 

Jakob Beyer, Sprecher der Gruppe und selbst nun fĂŒr 30 Tage in Polizeigewahrsam [4], richtet sich vor der Fahrt in die JVA mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit:
“Wir wollen nicht euer Mitleid. Wir wollen, dass ihr alle auf den Straßen Widerstand leistet. Es werden mehr Menschen kommen. Und sie werden wissen, dass sie inhaftiert werden könnten – so wie auch wir es wussten. Aber Recht und Unrecht sind hier klar verteilt. Es erfordert nun deinen Mut, dich jetzt auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen.”
Ob der Widerstand gegen diesen gefÀhrlichen Kurs der Bundesregierung Erfolg hat, hÀngt jetzt von jeder und jedem Einzelnen ab.

 

Was zu den Zahlen bereits bekannt ist: 9 BĂŒrger:innen der Letzten Generation sind sicher in Polizeigewahrsam in der JVA Stadelheim – 8 von ihnen sollen bis 2. Dezember bleiben. Bei 4 weiteren ist der Verbleib noch unklar – ein Beschluss ist aber auch hier bereits ergangen und eine Freilassung nicht erfolgt. 2 wurden entlassen. [1]

 

Bei den 30 Tagen handelt es sich um Sicherungshaft. Diese wurde von der Polizei beantragt, um zu verhindern, dass Menschen sich wiederholt auf den MĂŒnchner Straßen versammeln. Die Frage, ob es sich dabei um demokratisch legitimierten Protest handelt, muss dazu nicht beantwortet werden – das Gericht muss sich hier auf den Standpunkt der Polizei verlassen. Über alle Anklagepunkte, die die Staatsanwaltschaft gegebenenfalls erheben wird, wird ein Gericht erst in einigen Monaten entscheiden.

 

Dieses Vorgehen wird von vielen Seiten indes scharf kritisiert. Der Jesuitenpriester Jörg Alt auf Twitter: “So etwas kenne ich sonst nur aus afrikanischen Diktaturen.” [5]

 

Die Menschen, die nun in bayerischen Zellen sitzen, sind zwischen 23 und 79 Jahre alt.
Normalerweise gehen sie zur Uni, arbeiten oder sind in Rente. Unter Ihnen ist ein 63-jĂ€hriger Druckereibesitzer, eine zweifache Mutter, ein Psychologe und ein 23-jĂ€hriger Student. Was alle diese Menschen miteinander verbindet, ist der Wille, nicht lĂ€nger einfach zuzusehen, wie die Regierung eine rote Linie nach der anderen ĂŒberschreitet. Sie bricht das Völkerrecht, indem sie das Pariser Abkommen missachtet. Ihr Klimaschutzgesetz wĂŒrde von Karlsruhe fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt und dann kaum nachgebessert. Und selbst die Ziele im unzureichenden Klimaschutzgesetz verfehlt die Regierung noch.

 

Eigentlich sollten Verhandlungen ĂŒber die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen in der Klimakatastrophe wie 100km/h auf der Autobahn sowie ein 9€-Ticket im Nahverkehr gefĂŒhrt werden. Dann könnten die Proteste enden.
Die Einladung zu einem entsprechenden GesprÀch am Donnerstag, den 10. November 2022 in Berlin ist vonseiten der Letzten Generation bereits an die zustÀndigen Regierungsmitglieder ergangen. [6]

 

[1] 15 BĂŒrger:innen waren in Polizeigewahrsam genommen worden, 2 wurden entlassen, 1 Person muss bis 9.11. im GefĂ€ngnis bleiben, 8-12 Personen bis zum 2.12. (bei 4 bereits entschieden, aber das Gericht hat noch keine Informationen herausgegeben, wie lange die Sicherungshaft angeordnet ist).
[2] www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klimaziele-deutschland-expertenrat-101.html
[3] www.n-tv.de/ticker/Klimaforscher-Latif-zu-Erderwaermung-1-5-Grad-Ziel-ist-nicht-mehr-erreichbar-article23471465.html
[4] twitter.com/AufstandLastGen/status/1588529409937448960
[5]Jörg Alt SJ auf Twitter: twitter.com/JoergAltSJ/status/1588535925969104897
[6] Siehe Presse-Versand von gestern Nachmittag.

04.11.2022: Offener Brief an die Bundesregierung

Offener Brief
GefĂ€ngnis-Urteile in MĂŒnchen und falsche Unfallkritik:
Letzte Generation fordert Richtigstellung und GesprÀch mit Bundesregierung


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wie von Justizminister Marco Buschmann bereits angedeutet, verschĂ€rft sich der Kurs gegen die friedlichen Straßenunterbrechungen der Letzten Generation.

 

Mehrere WiderstĂ€ndler:innen mĂŒssen nun auf Anordnung des Amtsgerichts MĂŒnchen die Zeit bis zum 2. Dezember im GefĂ€ngnis verbringen. Sie hatten am gestrigen Donnerstag am MĂŒnchner Stachus blockiert und wurden in Gewahrsam genommen. Insgesamt sollen sie also nun 30 Tage in einer Zelle leben.

 

Ein offener Brief des NĂŒrnberger Jesuitenpriesters Jörg Alt an den bayerischen Landtag hatte bereits die Entscheidung von vergangener Woche, Wissenschaftler:innen nach ihrem Protest ins MĂŒnchner GefĂ€ngnis zu sperren, kritisiert.

 

Seit Montag reißen die VorwĂŒrfe gegen die Letzte Generation zum Unfall einer Radfahrerin in Berlin nicht ab. Auch hochrangige Politiker:innen der Ampel-Parteien Ă€ußerten sich und schoben dabei der Widerstandskampagne „Letzte Generation” eine Mitschuld am Tod der Frau zu:

 

  • Stellvertretender Vorsitzender FDP Graf Lambsdorff (FDP): „Das erste Todesopfer [der Letzten Generation]” [1]
  • Innenministerin Nancy Faeser (SPD): „Wer Rettungswege versperrt, setzt Menschenleben aufs Spiel. Das haben wir in dieser Woche in Berlin auf furchtbare Weise gesehen.“ [2]
  • Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck (GrĂŒne): „Proteste einiger Gruppen tun aber inzwischen genau das. Das Leben anderer und ihr eigenes gefĂ€hrden.“ [3]

 

Nun wird klar, was am Montag wirklich geschah: Der Klimaprotest hatte keinerlei Einfluss auf die Versorgung des Unfallopfers.

 

Wir fordern Sie auf, dies richtigzustellen.

 

Der heutige Bericht der SĂŒddeutschen Zeitung [4] zitiert aus einem Vermerk der Berliner Feuerwehr die medizinische EinschĂ€tzung zum Fall:
„Zur Frage der technischen Rettung hat die NotĂ€rztin klar geĂ€ußert, dass sie sich auch bei der VerfĂŒgbarkeit von anderen technischen Möglichkeiten durch RĂŒstwagen oder Kran sofort fĂŒr diese Methode [Fahrzeug fuhr von der Person herunter] entschieden hĂ€tte.“

 

Diesen Vermerk hatte die Berliner Feuerwehr nach Informationen der SZ bereits am Dienstagnachmittag an ihre ĂŒbergeordnete Behörde, die Berliner Innensenatorin, geschickt.


Die Letzte Generation war und ist immer gesprĂ€chsoffen und lĂ€dt die Bundesregierung – Scholz, Lindner, Habeck – sowie insbesondere Bundesverkehrsminister Volker Wissing zum GesprĂ€ch am Donnerstag, 10. November 2022 um 10.00 Uhr in Berlin ein.

 

Es mĂŒsse verhandelt werden ĂŒber erste Sicherheitsmaßnahmen in der Katastrophe – 100km/h auf der Autobahn sowie ein 9€-Ticket im Nahverkehr – und die damit einhergehende Beendigung der Proteste.

 

Die Letzte Generation steht mit einem Vertretungsteam an diesem Tag bereit.
Die Gesellschaft fragt sich zunehmend: Wie lange ist die Regierung noch bereit, mit 250 km/h Richtung Klimazusammenbruch zu beschleunigen und die Gesellschaft ins Elend zu stĂŒrzen?

 

Bis eine Lösung gefunden ist, wird die Letzte Generation weiter auf den Straßen Widerstand leisten.

 

Lea Bonasera, Marlon Profuß, Claudia Röseler
von der Letzten Generation

 

Quellen:
[1] twitter.com/Lambsdorff/status/1588141356689547265?s=20&t=CrBp-QqcAlChBzCLIdkltg
[2] twitter.com/NancyFaeser/status/1588232077849382912?s=20&t=ucyOzd4nCKtRayLb8xDevw
[3] www.berliner-sonntagsblatt.de/Habeck-kritisiert-Letzte-Generation-nach-Tod-von-Radfahrerin-274068.html
[4] www.sueddeutsche.de/politik/letzte-generation-unfall-berlin-radfahrerin-1.5686980

04.11.2022 09:00: Statement zum Unfall: Es ist Zeit, eine Grenze zu ziehen

Statement zum Unfall: Es ist Zeit, eine Grenze zu ziehen


Wir sind auf die Straße getreten, weil wir das unfassbare Unrecht in unserer Gesellschaft nicht mehr hinnehmen wollen. Weil wir uns moralisch verpflichtet fĂŒhlen, zu handeln und nicht sehenden Auges in den Abgrund zu gehen. Und weil die Geschichte gezeigt hat, dass friedlicher ziviler Widerstand funktioniert.

 

Wir wussten, dass uns einiges entgegenschlagen wird. Wir wussten, dass wir uns viele Feinde machen wĂŒrden. Weil wir Menschen unterbrechen. Weil wir stören. Weil wir das Schreckliche an die Öffentlichkeit bringen.

 

Dass ein ganzes Mediensystem sich gegen uns wenden wĂŒrde, damit haben wir nicht gerechnet.

 

Seit Montag bricht eine Welle der VorwĂŒrfe, Unwahrheiten und Hetze ĂŒber uns hinein. Eine Welle anders als je zuvor. Von privaten bis öffentlich-rechtlichen Medien. Vorher wurde uns neutrale, faktenbasierte Berichterstattung als journalistisches Grundprinzip verkauft. Heute lesen, sehen und hören wir in kaum einem einzigen Medium Berichterstattung nach diesem Prinzip.

 

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass die Radfahrerin im Straßenverkehr verunglĂŒckt ist, ist furchtbar. Wir sind bestĂŒrzt und in Trauer. Doch ist es an der Zeit, eine Grenze zu ziehen.

 

Der Unfall fand mehrere Kilometer von jedem unserer Aktionsorte statt. Auf der A100 befanden wir uns auf einer SchilderbrĂŒcke. Die Polizei regelte den Verkehr darunter selbststĂ€ndig und reduzierte ihn auf eine Fahrspur. Wir hatten die Polizei vor Betreten der SchilderbrĂŒcke informiert und um eine Umleitung von Einsatzfahrzeugen und das komplette Sperren der A100 fĂŒr den Autoverkehr gebeten. Wir haben in all unseren Protesten immer eine Rettungsgasse. Das zum Was-ist. Und jetzt?

 

Die mediale Öffentlichkeit instrumentalisiert den Unfall der Radfahrerin. Das können wir nicht fassen.
Als sei endlich ein AufhÀnger gefunden, unseren friedlichen Protest durch den Dreck zu ziehen. Ist es zu fassen, dass eine Medienlandschaft, die sich die AufklÀrung der Gesellschaft auf die Fahnen schreibt, eine Situation in dieser Form fiktiv aufbauscht und damit demokratischen Protest in einer Krisensituation delegitimiert?

 

Wir wissen, dass unser Protest in vielerlei Hinsicht unangenehm ist. Tag fĂŒr Tag konfrontieren wir die Menschen mit dem, was wir alle so gerne ignorieren wĂŒrden. Das stört. Aber dass wir uns nicht einmal auf die einfachsten Prinzipien in einer Demokratie – wie neutrale, faktenbasierte Berichterstattung – verlassen können, schockiert uns.

 

Doch das haben wir nicht in der Hand. Was wir in der Hand haben, ist, was wir selbst tun. Mögen private Medien weiter zu Gewalt gegen uns aufrufen. Mögen Journalist:innen von öffentlich-rechtlichen Medien uns weiter am Telefon beleidigen.

 

Was immer uns als Menschen an öffentlicher Hetze entgegenschlagen mag, wird uns nicht davon abbringen, das einzig moralisch Richtige zu tun: In einer alles entscheidenden Krise nicht zu verharren, sondern loszugehen.

 

Die Bundesregierung soll unseren Protest beenden – jetzt –, indem sie die Krise in den Griff bekommt.
Bis dahin geht der Widerstand weiter.

03.11.2022 10:30: Widerstand auf MĂŒnchen ausgeweitet

Widerstand auf MĂŒnchen ausgeweitet – Mundtot machen oder tödlichen Klimanotfall endlich ernst nehmen?

 

MĂŒnchen, 3.11.2022, 10:30 – Wie zuvor angekĂŒndigt, weitet die Letzte Generation ihren zivilen Widerstand nun nach MĂŒnchen aus. Zur Stunde wird der MĂŒnchner Stadtverkehr am Karlsplatz unterbrochen. Die UnterstĂŒtzer:innen aller Altersgruppen setzen und kleben sich auf die Straße und fordern erste Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Klimakatastrophe. Die JĂŒngste ist 18 Jahre alt, der Älteste ein 79-jĂ€hriger. Auch in Berlin und Freiburg kommt es heute wieder zu Straßenblockaden.

 

13 Wissenschaftler:innen, die ihre Stimme erhoben haben, um die Regierung vom tödlichen Kurs in den Klimakollaps abzubringen, befinden sich noch immer in Haft. Sie mĂŒssen insgesamt sieben Tage im GefĂ€ngnis bleiben. [1]

 

Aimée van Baalen (23), Sprecherin der Letzten Generation, bezieht hierzu Stellung:
„Die Regierung verstĂ¶ĂŸt durch das Ignorieren und Leugnen von Fakten und durch ihre daraus resultierende UntĂ€tigkeit konstant gegen Gesetze, gegen unsere Verfassung. Sie gefĂ€hrdet dadurch das Leben der Bevölkerung. Wissenschaftler:innen leisten gegen dieses Politikversagen friedlichen Widerstand – und werden dafĂŒr eingesperrt. Was sagt das ĂŒber unser Land aus? Wir können dieses schreiende Unrecht nicht hinnehmen und haben nun unseren Widerstand auf Bayern ausgeweitet.”

 

Judith (42) ist Mutter von zwei Kindern. Sie beteiligt sich heute an den Blockaden in MĂŒnchen und riskiert dadurch, ebenfalls eingesperrt zu werden. Sie fĂŒhrt aus, warum sie das nicht mehr abschreckt: „NatĂŒrlich will ich nicht ins GefĂ€ngnis, selbstverstĂ€ndlich habe ich Angst davor. Aber was ist denn die Alternative? Dass ich nichts tue und dabei zusehe, wie wir ungebremst auf die Klimakatastrophe zurasen? Dass ich akzeptiere, dass fĂŒr Macht und Profit die Zukunft unserer Kinder wissentlich zerstört wird? Das ist einfach keine Option.”

 

Der renommierte deutsche Meteorologe und Klimaforscher Mojib Latif erklĂ€rte kĂŒrzlich in einem Interview: „Ich habe den Eindruck, die Bevölkerung soll ruhig gestellt werden, indem die Politik vorgibt, man habe das Problem im Griff. Aber das ist eine Illusion.” [2]

 

Doch die Bevölkerung lĂ€sst sich nicht ruhig stellen. Egal ob durch LĂŒgen, Greenwashing oder drohende GefĂ€ngnisstrafen.
Angesichts der nahenden Katastrophe ist das kollektive Schweigen tödlich.


Die UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation stellen die Gesellschaft und die Justiz vor die Wahl: Sie können ihre MitbĂŒrger:innen dafĂŒr verurteilen, dass sie die Wahrheit sagen und fĂŒr den Schutz von Leben einstehen, sie können sie einsperren und mundtot machen. Oder wir können die Lage endlich ernst nehmen und die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps einleiten.


[1] 13 Wissenschaftler:innen eingesperrt fĂŒr sieben Tage
[2] Mojib Latif zur Klimakrise: „Unsere Zeit lĂ€uft ab, und das wird nicht begriffen“ – ÖKO-TEST (oekotest.de)

02.11.2022 12:50: Platz der Vereinten Nationen blockiert - Der Klimanotfall wird sich nicht wegsperren lassen

Platz der Vereinten Nationen blockiert – Der Klimanotfall wird sich nicht wegsperren lassen

 

Berlin, 02.11.2022, 12:53 – Soeben kommt es auf dem Platz der Vereinten Nationen in der Berliner Innenstadt zu Verkehrsunterbrechungen durch UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation. Derzeit sitzen 13 Wissenschaftler:innen in Bayern in Haft, weil sie nicht lĂ€nger tatenlos mit ansehen konnten, wie die Regierung die deutsche Gesellschaft geradewegs in den Klimakollaps fĂŒhrt. Vor diesem Hintergrund erneuern die Menschen der Letzten Generation ihren Aufruf an die Ampel-Regierung, nicht lĂ€nger die Augen vor der RealitĂ€t zu verschließen. Sicherheitsmaßnahmen sind unverzĂŒglich notwendig. Ein Tempolimit und 9€ -Ticket wĂ€ren hier sofort umsetzbare, sozial gerechte Optionen.

 

Jakob Beyer, Sprecher der Letzten Generation:
“Die Regierung kann Wissenschaftler:innen einsperren, die auf unbequeme Art und Weise dem Regierungs-Versagen einen Spiegel vorhalten. Sie wird damit nicht die Zerstörung beseitigen können, welche die Klimakatastrophe bringt. Das kann nur echtes Handeln und das werden die BĂŒrger:innen auch einfordern. Da die Zeit drĂ€ngt, greifen wir zu dem effektivsten Mittel, das wir als Zivilgesellschaft zur VerfĂŒgung haben, um die Regierung zum Handeln zu bewegen. Das ist der zivile Widerstand.”

02.11.2022 11:15: Farbe an den Parteizentralen der Ampel

Farbe an den Parteizentralen der Ampel – Wenn Wissenschaftler:innen weggesperrt werden, ist die Zivilgesellschaft gefragt

Berlin, 02.11.2022, 11:14 – Warum fĂŒhlen sich Wissenschaftler:innen inzwischen reihenweise dazu genötigt, ihre Freiheit aufs Spiel zu setzen? Warum werden 13 Wissenschaftler:innen in Deutschland ins GefĂ€ngnis gesperrt, weil sie eindringlich vor dem Klimakollaps warnen?


Die Letzte Generation hat heute die Parteizentralen aller Regierungsparteien mit oranger Farbe besprĂŒht und wird den eingesperrten Wissenschaftler:innen in den kommenden Tagen nach Bayern nachfolgen.
Orange Farbe wird durch Warnwesten und Banner viel mit der Letzten Generation in Verbindung gebracht, aber auch mit orangen GefÀngnis-Overalls.

 

Jetzt mal Klartext: Wir haben den Bereich der sicheren Lebensbedingungen bereits verlassen. Die 1,5-Grad-Grenze wird um 2030 gerissen. Die Todesspirale aus Klimakipppunkten beginnt sich bereits zu drehen und keine der Parteien hat einen Plan, das noch in den Griff zu bekommen.

 

Lina Eichler vor dem Willy-Brandt-Haus:

“13 Wissenschaftler:innen sind gerade im GefĂ€ngnis. Hier in Deutschland.
Warnten Sie zu eindringlich vor dem drohenden Klimakollaps? […] Ich will in keinem Land leben, in dem die Wissenschaft und ihre Forschung einfach ignoriert und weggesperrt wird.”

 

Sprecher Jakob Beyer erklĂ€rt dazu: “Eigentlich sind wir uns als Gesellschaft ja einig. Grundrechte wie Leben, Freiheit und MenschenwĂŒrde sind zu schĂŒtzen. Weil die Regierung daran scheitert, haben sich 13 Wissenschaftler:innen auf die Straßen MĂŒnchens begeben, um Alarm zu schlagen. Wenn die Regierung diese Expert:innen wegsperrt, deren Expertise sie endlich hören sollte, ist eine Zivilbevölkerung gefragt, die das nicht mitmacht.”

 

Aus diesem Grund werden UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation ihren friedlichen zivilen Widerstand in den kommenden Tagen nach Bayern ausweiten. Dort, wo die 13 Wissenschaftler:innen inhaftiert wurden.

31.10.2022 Stellungnahme: RĂŒstwagen der Feuerwehr verspĂ€tet wegen Stau auf A100

Stellungnahme: RĂŒstwagen der Feuerwehr verspĂ€tet wegen Stau auf A100

Laut rbb24 ereignete sich heute Vormittag im Verkehr auf der Bundesallee / Ecke Spichernstraße ein Unfall, wobei eine Radfahrerin verletzt wurde. Die Feuerwehr bestĂ€tigte dazu rbb24, dass der RĂŒstwagen, der den LKW, welcher die Radfahrerin verletzte anheben sollte, verspĂ€tet zur Unfallstelle kam. Er sei durch einen Stau auf der A 100 aufgehalten worden. [1]

 

BĂŒrger:innen der Letzten Generation unterbrachen heute erneut den Verkehr auf der Berliner Stadtautobahn, um von der Regierung die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps zu erbitten. Die Letzte Generation kann nicht ausschließen, dass die VerspĂ€tung des RĂŒstwagens auf einen durch uns verursachten Stau zurĂŒckzufĂŒhren ist.

 

“Es bestĂŒrzt uns, dass heute eine Radfahrerin von einem LKW verletzt wurde. Wir hoffen instĂ€ndig, dass sich ihr Gesundheitszustand durch die VerspĂ€tung nicht verschlimmert hat”, so Carla Hinrichs von der Letzten Generation. “Bei all unseren Protestaktionen ist das oberste Gebot, die Sicherheit aller teilnehmenden Menschen zu gewĂ€hrleisten. Das gilt selbstverstĂ€ndlich auch fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer:innen.”

 

Die Letzte Generation achte in ihren Straßenblockaden sorgfĂ€ltig auf das Einhalten von Rettungsgassen. [2]

 

AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Gruppe ergĂ€nzt: “Wir unterbrechen den Alltag nicht leichtfertig. Wir wĂŒnschten, eine solche Störung wĂ€re nicht notwendig, um die Regierung in der Klimakrise zum Handeln zu bewegen. Wir haben uns fĂŒr dieses Mittel des Protests entschieden, da alle zuvor gelagerten Mittel wie Demonstrationen und Petitionen nicht den notwendigen Erfolg gebracht haben. Die Sicherheit aller auf unseren Straßen, auch in Zukunft, ist grundlegende Motivation fĂŒr unser Handeln. Sobald die Regierung die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps ergreift, werden wir sofort alle Protestaktionen einstellen.”

 

[1] www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/10/unfall-berlin-wilmersdorf-radfahrer-lkw-lebensgefahr-feuerwehr.html
[2] Aktionskonsens der Letzten Generation: letztegeneration.de/mitmachen/

31.10.2022 09:00: Wir folgen den eingesperrten Wissenschaftler*innen nach MĂŒnchen

Wir folgen den eingesperrten Wissenschaftler:innen nach MĂŒnchen – Der Widerstand fĂ€ngt gerade erst an

 

Berlin, 31.10.2022 09:00: Wir erklĂ€ren hiermit in aller Deutlichkeit: Wir weiten unseren friedlichen Widerstand in den kommenden Tagen nach MĂŒnchen aus und werden ihn monatelang fortsetzen.

 

Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion aus ganz Europa protestierten die vergangenen Tage in MĂŒnchen, warnten eindringlich vor der tödlichen Gefahr der Klimakatastrophe; verzweifelt, da ihre Erkenntnisse jahrzehntelang nicht gehört wurden. Zwölf von ihnen, die am Samstag bei einer Klima-Protestaktion in einem BMW Showroom festgenommen wurden, bleiben bis zum 4. November in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Sicherungshaft nach dem bayerischen Polizeiaufgabengesetz – bis zum Beginn der kommenden Klimakonferenz COP27.

 

Das nehmen wir nicht hin. Das können wir nicht hinnehmen, wenn wir ĂŒberleben wollen. Nein, wir folgen den 12 mutigen Wissenschaftler:innen nach und treten wie sie in MĂŒnchen in den zivilen Widerstand.

 

“Mir ist bewusst, dass ich nach dem bayerischen Polizeigesetz prĂ€ventiv 30 oder auch 60 Tage eingesperrt werden könnte. Das hĂ€lt mich nicht davon ab, in den Widerstand zu treten, bis die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den Klimakollaps ergriffen wurden”, sagt Elena T. (Letzte Generation), die ebenfalls nach Bayern geht.
“Denn Bayern steht symbolisch fĂŒr das Klimaversagen Deutschlands und Deutschland wiederum fĂŒr das Scheitern der gesamten industrialisierten Welt.”

 

Scientist Rebellion befindet sich zusammen mit Debt4Climate, EndFossil: Occupy! und der Letzten Generation in einer Koalition – Unite Against Climate Failure [1].
Hugo Raguet, Wissenschaftler und Vater aus Frankreich – aktuell eingesperrt – bei einer Straßenblockade in MĂŒnchen: „It’s going to be starvation and war everywhere, including here in Bavaria. I know it, I document it. It’s really important that you get that this is true. It’s really important that you take a step away from your daily life.” (zum Video [2]).

 

Wir appellierten wochenlang an Ehrlichkeit, Klartext zu sprechen.
Und ĂŒber Wochen friedlichen Widerstands in Berlin versagte die Bundesregierung weiter darin, die einfachsten Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.
Es besteht kein Zweifel mehr: Die Regierung hat das nicht im Griff! Sie versagt auf ganzer Linie! Und fĂŒhrt uns damit in die Vernichtung.

 

In der Vergangenheit hat sie uns ignoriert, dann beschimpft und verflucht. Auf den Straßen wurden wir angeschrien, umarmt und geschlagen. Doch wir sind gekommen, um zu bleiben. Aus Liebe zum Leben und in der Zuversicht, dass wir eine bessere Welt fĂŒr alle schaffen können.

 

Auch heute sitzen wir auf den Straßen und SchilderbrĂŒcken Berlins. Zwei Menschen halten auf der Straßenblockade am Hauptbahnhof einen leeren Laborkittel in die Höhe – ein Symbol fĂŒr die inhaftierten Forscher:innen.
Die Straßen dieses Landes sind der Platz unseres friedlichen Aufbegehrens, der Ort unserer Wahl. Und wenn auch wir dafĂŒr im GefĂ€ngnis landen, dann ist die Zelle der Ort unserer Bestimmung.

 

Und ob wir erfolgreich sein werden oder scheitern, es gibt keine Welt, in der wir nicht alles versuchen, wie es unser unverĂ€ußerliches Recht und unsere moralische Pflicht ist.
Denn im Angesicht des Abgrunds, gibt es keine Zukunft ohne Mut.

 

[1] unite-against-climate-failure.de/english
[2] twitter.com/MrMatthewTodd/status/1586332277503819777

30.10.2022 13:30: An Dinosaurier geklebt

An Dinosaurier geklebt – MĂŒtter im Naturkundemuseum „Unsere Kinder sollen nicht an der Klimakatastrophe sterben”

 

Berlin, 30.10.2022, 13:30 Uhr – Zur besten Besuchszeit sorgten zwei MĂŒtter der Letzten Generation im Berliner Naturkundemuseum fĂŒr Aufsehen. Sie klebten sich an das 66 Millionen Jahre alte Dinosaurierskelett, weil der Klima-Kurs der Bundesregierung das Leben aller Menschen bedroht. So wie den Dinosauriern damals, drohen uns KlimaverĂ€nderungen, denen wir nicht standhalten können. Wenn wir uns nicht mit dem Aussterben bedroht sehen wollen, mĂŒssen wir jetzt handeln.

 

Die Hitzewellen im Sommer waren nur die Vorboten fĂŒr das Inferno, das auf uns zurollt. Wir sind auf dem Weg, dass die kommenden Kriege, Hungersnöte und Fluten uns als Menschheit zugrunde richten. Dazu sagt Caris Connell (34), eine der MĂŒtter: „Ich habe Angst vor WaldbrĂ€nden, Wasserknappheit, Hungersnöten und Krieg. Die Dinosaurier sind ausgestorben, weil sie den massiven KlimaverĂ€nderungen nicht standgehalten haben. Das droht uns auch: Jeden Tag sterben 150 Arten aus. Und das ist erst der Anfang.”

 

Dieser Niedergang unserer Gesellschaft wird besonders unsere Kinder treffen. In brennenden StĂ€dten mit zerbombten HĂ€usern werden sie um ihr Essen und Trinken kĂ€mpfen mĂŒssen. Nichts davon mĂŒsste geschehen, wenn wir mutig genug wĂ€ren, den Interessen von selbstsĂŒchtigen Lobbys die Stirn zu bieten. Diese Ungerechtigkeit kann Solvig Schinköthe (42) nicht hinnehmen und findet dazu klare Worte: „Ich bin Mutter von vier Kindern und ich habe Angst vor den Folgen der Klimakatastrophe. Der friedliche Widerstand ist unser Mittel der Wahl, um unsere Kinder zu schĂŒtzen vor der tödlichen Ignoranz der Regierungen! Wir mĂŒssen endlich Klartext reden. Wir haben die Zone sicherer Lebensbedingungen bereits verlassen.”

 

Doch die Zerstörung, die uns erwartet, ist nicht in Stein gemeißelt. Wir haben ein kurzes Zeitfenster, in dem wir die eigens geschaffenen lebensfeindlichen VerĂ€nderungen noch abwenden können. Wir mĂŒssen sofort Emissionen einsparen, um dem bereits begonnenen Massenaussterben noch Einhalt zu gebieten. Mit einfachen und schnellen Maßnahmen – wie einem Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und einem bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr – wĂ€re ein erster, lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt getan.

28.10.2022 08:20: Ziviler Widerstand hÀlt an - Was passiert, wenn die Regierung den Klimakollaps nicht verhindert?

Ziviler Widerstand hĂ€lt an – Was passiert, wenn die Regierung den Klimakollaps nicht verhindert?

Berlin, 28.10.2022, 8:20 – Die Blockaden der Letzten Generation in Berlin reißen nicht ab. An verschiedenen Orten der Hauptstadt bringen zur Zeit UnterstĂŒtzer:innen der Bewegung den Verkehr zum Stillstand, indem sie sich friedlich auf den Asphalt kleben.

 

Auf mehreren SchilderbrĂŒcke haben sich UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation mit sogenannten ‘Fingerlocks‘ an die BrĂŒckenkonstruktion gekettet. Dazu befestigten diese einzelne Finger in kleinen Rohrkonstruktion. Einige laufen mit Plakaten die gestauten Autoreihen entlang. Sie fordern die Regierung auf, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen.

 

An den Blockaden beteiligt sich auch Daniel Eckert: „So wie es jetzt lĂ€uft, kann es nicht weitergehen. Nicht mal einfachste Maßnahmen werden umgesetzt – wie ein Tempolimit auf Autobahnen oder ein bezahlbares Nahverkehrsticket, das sich die breite Bevölkerung auch leisten kann. Stattdessen werden WindrĂ€der abgerissen, um noch mehr Kohle zu fördern, und fröhlich weiter in tödliche fossile Brennstoffe investiert.“

 

„Wir mĂŒssen jetzt als gesamte Gesellschaft zusammenkommen mĂŒssen, um eine Lösung fĂŒr das dringendste Problem unserer Zeit zu finden“, sagt die Sprecherin der Letzten Generation, AimĂ©e van Baalen. „Wir wollen eine gerechte Lösung fĂŒr alle. Wenn die Kipppunkte erst einmal erreicht sind, wird die Klimakatastrophe die Menschheit mit voller Wucht treffen und nicht mehr aufzuhalten sein. Jetzt haben wir noch die Chance, das Ruder herumzureißen.“

 

Mit dem herannahenden Klimakollaps drohen in naher Zukunft nicht nur ökologische Katastrophen, wie DĂŒrren, Hitzewellen und Überschwemmung. Auch die sozialen Folgen werden extrem sein. Bereits 2021 wurden rund 23,7 Millionen Menschen durch die schon heute katastrophalen Folgen des Klimawandels dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen [1].

 

Die Weltbank schĂ€tzt, dass bis zum Jahr 2050 mehr als 140 Millionen Menschen wegen Wetterextremen, Missernten und Überschwemmungen aus ihren HeimatlĂ€ndern fliehen werden. Entschlossene Klimaschutzmaßnahmen könnten diese Zahl und das damit einhergehende Leid deutlich reduzieren [2] – aber der gegenwĂ€rtige Kurs der Regierungen zeigt in eine andere Richtung.

 

[1] www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluechtlingszahlen
[2] www.worldbank.org/en/news/feature/2018/03/19/meet-the-human-faces-of-climate-migration

27.10.2022 08:05: MĂŒtter blockieren Frankfurter Tor

MĂŒtter blockieren Frankfurter Tor – Welches Schicksal droht ihren Kindern, wenn der Klimanotfall außer Kontrolle gerĂ€t?

 

Berlin, 27.10.2022, 08:05 – Am Frankfurter Tor unterbrechen heute acht MĂŒtter den Alltag. Gemeinsam kleben sich die UnterstĂŒtzerinnen der Letzten Generation an den Asphalt und bringen damit den Verkehr auf dieser Hauptverkehrsader Berlins zum Erliegen. Die Angst davor, dass ihre Kinder in einer Welt voller Krieg um Wasser und Lebensmittel aufwachsen, treibt sie zum Handeln. Auf dem Banner steht die Frage, die sie nachts nicht schlafen lĂ€sst: “Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?”

 

Zyniker wĂŒrden den besorgten MĂŒttern sicherlich Weltuntergangshysterie vorwerfen. Doch das Gegenteil ist der Fall: “Ich will mal im Klartext reden. […] Wenn wir nicht schnell eine Kehrtwende dieser Entwicklung einleiten, dann werden unsere Kinder und Enkelkinder Kriege fĂŒhren ĂŒber Wasser und ĂŒber Nahrung. So schlimm ist die Lage!”

Dieses Zitat stammt nicht von den MĂŒttern, die sich heute auf die Straße kleben, sondern von Frans Timmermans, EU-Kommissar fĂŒr Klimaschutz in Bezug auf die Klimaerhitzung vergangenes Jahr im ZDF. [1]

 

Sonja Manderbach könnte Augen und Ohren vor dieser RealitĂ€t verschließen, so wie es zum Beispiel Olaf Scholz tut. Stattdessen entscheidet sich die Mutter einer 15-jĂ€hrigen Tochter zu handeln und zivilen Widerstand zu leisten. Denn dies ist das erfolgreichste Mittel, welches die Zivilgesellschaft zur VerfĂŒgung hat, um sich gegen großes Unrecht zu wehren. In MĂŒnchen wurde am gestrigen Mittwoch 26.11., eine Straße von Wissenschaftler:innen fĂŒr die Förderung eines Tempolimits von 100 km/h und eines 9€-Klimatickets blockiert. 18 von ihnen wurden eingesperrt.

 

“Das Recht auf Leben und Freiheit meiner Tochter ist unverhandelbar. Sie sind dazu verpflichtet, es zu schĂŒtzen, Herr Scholz. Trotzdem bestĂ€tigt das Bundesverfassungsgericht, dass Sie es nicht tun. Das werde ich nicht hinnehmen!”, so die 45-jĂ€hrige Kirchenmusikerin. [2]



Auch Ulrike Hurka (44) sitzt heute fĂŒr ihre vier Kinder auf der Straße: “Ich bin heute hier, weil meine Kinder es einmal besser haben sollen. So wie ich es besser hatte, als meine Eltern. Die Lösungen und Sicherheitsmaßnahmen liegen bereit, wenn wir als Gesellschaft mutig genug sind, sie anzupacken. Tempo 100 und 9 €-Ticket lassen sich hier und jetzt umsetzen und sind der Anfang einer besseren Welt fĂŒr unsere Kinder.”

 

Selbst der Audi-Chef Markus Duesmann beweist in dieser Sache mehr gesellschaftliche Verantwortung als eine von Sozialdemokraten gefĂŒhrte Regierung. Der Audi-Manager befĂŒrwortet ein Tempolimit und denkt in einem nĂ€chsten Schritt sogar laut ĂŒber autofreie Tage nach, um Öl zu sparen. Er selbst wĂŒrden mit dem Rennrad ĂŒber die dann leere Autobahnen fahren, sagt er der SZ. [3]

 

In MĂŒnchen bewiesen gestern 18 Wissenschafter:innen Verantwortung, wĂ€hrend sie sich gegen ein Weiter-So der Bundesregierung einsetzten. Sie befinden sich seitdem in Gewahrsam der Polizei.

 

[1] https://twitter.com/XRBerlin/status/1584273806486822912?s=20&t=ehvnY1hEzAGQVv4AZYqHaw

[2] https://www.tagesschau.de/inland/klimaschutzgesetz-bundesverfassungsgericht-101.html

[3] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/audi-duesmann-ukraine-russland-autofreie-tage-tempolimit-1.5681469?reduced=true

26.10.2022 08:15: Verbundene Augen auf der Straße - Was, wenn die Regierung den Klimanotfall weiter ignoriert?

Verbundene Augen auf der Straße – Was, wenn die Regierung den Klimanotfall weiter ignoriert?


Berlin, 26.10.2022, 8:15 Uhr – Erneut stören UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation heute durch Autobahn- und Innenstadtblockaden den Alltag in Berlin. Einige von ihnen setzen sich mit verbundenen Augen auf die Straße. Damit verbildlichen sie die Reaktion der Regierung auf den Klimanotfall. Sie verschließt die Augen vor der nahenden Katastrophe und vor immer lauter und eindringlicher warnenden Wissenschaftler:innen und wirft damit die Frage auf: ‘Was, wenn die Regierung den Klimanotfall nicht im Griff hat?’.

 

Erst kĂŒrzlich fand Kanzler Olaf Scholz auf dem World Health Summit erschreckende Worte fĂŒr den verzweifelten Versuch dutzender Wissenschaftler:innen, ihren Erkenntnissen Gehör zu verschaffen: “Ich denke, der beste Weg, die Diskussionen zu verbessern, ist nicht hinzuhören und weiter zu machen.”

 

Jakob Beyer, Sprecher der Letzten Generation, ordnet die Äußerung ein: “NatĂŒrlich macht dieser Satz fassungslos. Fatalerweise reagieren viele andere Politiker:innen Ă€hnlich. Sie empören sich ĂŒber diejenigen, die ihnen das Versagen der Regierung im Klimanotfall so klar vor Augen fĂŒhren. Sie flĂŒchten sich in diese kĂŒnstliche Empörung und ignorieren dabei die RealitĂ€t und ihre eigene Verantwortung der Bevölkerung gegenĂŒber.”

 

Reihenweise stellen sich Wissenschaftler:innen dieser RealitĂ€tsflucht entgegen. Sie entscheiden sich, Gesetze zu brechen, weil ihre Warnungen vor der Destabilisierung und dem gewaltsamen Zusammenbruch unserer Gesellschaft auf taube Ohren fallen. Gestern blockierten UnterstĂŒtzer:innen von Scientist Rebellion das GebĂ€ude des Vermögensverwalters BlackRock in MĂŒnchen und starteten damit eine Reihe zahlreicher geplanter Aktionen zivilen Widerstands in der Stadt. [1]

 

Auch an den UniversitĂ€ten selbst können Studierende das Auseinanderklaffen zwischen RealitĂ€t und politischer Diskussion immer schwerer aushalten. Unter dem Motto “End Fossil – Occupy!” besetzen Studierende seit gestern den grĂ¶ĂŸten Hörsaal der UniversitĂ€t Göttingen. Weitere sollen folgen – europaweit.

 

Die Letzte Generation, Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion und End Fossil: Occupy! sind alle Teil des BĂŒndnis “Unite against Climate Failure“ fĂŒr das Kapitulation im Klimanotfall keine Option ist.

 

Winfried Lorenz (63), Drucker von Beruf , erklĂ€rt, was ihn antreibt, den zivilen Widerstand entschlossen fortzufĂŒhren: „Wir tun das, weil wir Angst haben. Weil wir enttĂ€uscht und wĂŒtend sind. Vor allem aber, weil wir noch Hoffnung haben. Die Hoffnung, dass wir als Gesellschaft die Kehrtwende schaffen und uns und kĂŒnftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen können.“

 

Das Zeitfenster fĂŒr eine solche Kehrtwende droht sich zu schließen. Das 1,5-Grad-Ziel ist lĂ€ngst verloren. Wir steuern auf eine sehr viel heißere Welt zu und damit auf globale Nahrungs- und Wasserknappheit. Schon jetzt ist klar: Das Zögern der Politik wird katastrophale Folgen haben und unfassbares Leid verursachen. [2]


Referenzen:
[1] https://scientistrebellion.com/press/
[2] Summary for Policymakers (ipcc.ch)
Climate change made 2022’s northern-hemisphere droughts ‘at least 20 times’ more likely – Carbon Brief
Analysis: What the new IPCC report says about how to limit warming to 1.5C or 2C – Carbon Brief

25.10.2022 12:30: Scientist Rebellion und Debt for Climate blockieren BlackRock, um deren Rolle in der Ausweitung der fossilen Brennstoffförderung und Verschuldung des Globalen SĂŒdens aufzuzeigen

Scientist Rebellion und Debt for Climate blockieren BlackRock, um deren Rolle in der Ausweitung der fossilen Brennstoffförderung und Verschuldung des Globalen SĂŒdens aufzuzeigen

 

MĂŒnchen, 25. Oktober 2022. Im Rahmen einer bis zum 4. November andauernden Protestphase blockieren 14 Mitglieder von Scientist Rebellion und weitere 14 von Debt for Climate das BlackRock-GebĂ€ude in MĂŒnchen. Einige drangen in das GebĂ€ude ein, 12 klebten sich fest, zwei weitere fĂŒhrten eine Performance mit Kunstöl durch, um auf die tödlichen Konsequenzen der Investitionen in fossile EnergietrĂ€ger fĂŒr den globalen SĂŒden hinzuweisen. Die Polizei war kurze Zeit nach Beginn der Aktion mit einem Großaufgebot an Beamten und Polizeifahrzeugen vor Ort.​​​​​​

„Es gibt keinen plausiblen Weg, um unter einer globalen Erderhitzung von 1,5°C zu bleiben. Unsere Politik weiß das. Wir fordern die deutsche Regierung auf, ihr Versagen beim Klimaschutz einzugestehen und sofortige Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Streichen Sie sofort die horrenden Schulden der LĂ€nder, die in einer 1,5°C heißeren Welt am meisten leiden werden! Es sind die reichen LĂ€nder des globalen Nordens, die in der Vergangenheit am meisten zur Verursachung der Klimakrise beigetragen haben. Angesichts der Tatsache, dass eine 1,5°C heißere Welt immer nĂ€her rĂŒckt, ist die Streichung der Schulden des globalen SĂŒdens eine Frage des gesunden Menschenverstands und der Klimagerechtigkeit.“ sagt Esteban Servat, Biologe, Debt for Climate.

Als Teil der Koalition Unite-Against-Climate-Failure fordern beide Gruppen die Bundesregierung dazu auf, sich umgehend schriftlich an die Weltbank und den Internationalen WĂ€hrungsfond IWF zu richten und sich fĂŒr eine Streichung aller Schulden des Globalen SĂŒdens einzusetzen. Dies ist notwendig, um einen Übergang zu einer nachhaltigeren Welt zu erreichen und einen Kollaps des Weltklimas zu verhindern. Dieselbe Forderung stellten sie auch letzte Woche in Berlin, wo sie das Finanzministerium besetzten.

„Ich bin hier, weil Gewaltlosigkeit die Macht hat, die unbequemste Wahrheit aufzudecken: wenn wir nicht aufbegehren, wird alles was wir lieben unmittelbar von unserem Wirtschaftssystem zerstört werden.“ – Dr. Mauricio Misquero, Physiker und Mathematiker, Scientist Rebellion.

Scientist Rebellion möchte in der Öffentlichkeit das Bewusstsein schĂ€rfen, dass das 1,5°C Limit politische Fiktion ist und aus wissenschaftlicher Sicht in spĂ€testens 10 Jahren ĂŒberschritten wird. Die katastrophalen Folgen dieser Fiktionspolitik spĂŒren wir schon heute durch tödliche Umweltkatastrophen.

Als Teil der Kampagne finden weltweit unterstĂŒtzende Aktionen statt. Letzten Mittwoch, am 19. Oktober, besetzten Aktivist*innen der Gruppe ÂĄYa es Ya!, unter ihnen mehrere Wissenschaftler*innen, die Deutsche Botschaft in Panama. Scientist Rebellion Tanzania war am 21. Oktober in Dar es Salaam auf der Straße und forderte die Schuldenstreichung des Globalen SĂŒdens. Wissenschaftler*innen in Sierra Leone forderten Politiker*innen dazu auf, die Gesellschaft ĂŒber die Ungerechtigkeit aufzuklĂ€ren und Schulden zu streichen. Weiter fanden am 22. Oktober in Ruanda Demonstrationen und unterstĂŒtzende Veranstaltungen statt.

Scientist Rebellion ist ein 2021 gegrĂŒndeter Zusammenschluss von internationalen Wissenschaftler*innen und Akademiker*innen, die anlĂ€sslich des politischen Versagens in der Klimakrise zu zivilem Ungehorsam aufrufen.

Die wachsende Bewegung mobilisiert Wissenschaftler*innen aus ganz Europa und ist Teil einer Koalition von gewaltfreien zivilen Widerstandsgruppen, die im Oktober 2022 mit der Kampagne #UniteAgainstClimateFailure (#ZusammenGegenDasKlimaversagen) ihre KrĂ€fte bĂŒndeln, um schnellstmöglich Schadensbegrenzung zu erreichen. Zu den Koalitionspartnern gehören: Letzte Generation, Debt for Climate, End Fossil Occupy, und Jetzt oder Nie – Eltern gegen die Fossilindustrie.

24.10.2022 08:15: Blockaden gehen in die 3. Woche - “Wie viele Wochen noch bis zum Tempo 100?”

Blockaden gehen in die 3. Woche
“Wie viele Wochen noch bis zum Tempo 100?”


Berlin, 24.10.2022, 8:15 Uhr – Die 3. Woche in Folge unterbrechen heute morgen Menschen der Letzten Generation den Verkehr auf Berliner Hauptverkehrsadern und Autobahnen (drei SchilderbrĂŒcken und mehrere Straßenblockaden). Sie fordern damit von der Bundesregierung, die Raserei auf deutschen Autobahnen zu beenden. Am Samstag hatten Bilder des Verkehrsministeriums von Herrn Wissing mit fĂŒnfhundert “Tempo-100”-Schildern großen Zuspruch auf Social Media gefunden; die Schilder hatten Menschen der Letzten Generation dort abgeliefert.

 

WĂ€hrenddessen spricht die Sachlage zum Tempolimit eine klare Sprache:

  • Die Mehrheit der Deutschen ist fĂŒr ein Tempolimit auf den Autobahnen [1].
  • Selbst die Bundestagsfraktionen der SPD und der GrĂŒnen, die einen entsprechenden Antrag der Linken vergangene Woche abgelehnt hatten, sind eigentlich fĂŒr das Tempolimit und “könnten [nur deshalb] nicht zustimmen, da sie sich mit der FDP im Koalitionsvertrag nicht auf ein Tempolimit hĂ€tten einigen können”. [2]
  • Das Umweltbundesamt (UBA) urteilt klar: Ein Tempolimit wĂŒrde beitragen, den tödlichen Kurs der Klimakatastrophe abzumildern – dazu UBA-Chef Dirk Messner: “[Im Verkehrssektor] muss jede Möglichkeit genutzt werden, erst recht, wenn diese nahezu kostenlos und sofort umsetzbar ist.”[3]
  • Daneben verbessert ein Tempolimit komplett kostenlos die Verkehrssicherheit, LuftqualitĂ€t und LĂ€rmbelastung.
  • Selbst der konservative ADAC hat seinen Widerstand gegen ein Tempolimit schon vor LĂ€ngerem aufgegeben; bei einer internen Meinungsumfrage waren 50% fĂŒr ein Tempolimit. [4]

Aus diesen GrĂŒnden hat sich zudem aus der Zivilgesellschaft heraus vor Kurzem die Initiative “Tempolimit jetzt” [5] gegrĂŒndet, die parteiĂŒbergreifend von Verkehrs- und Umwelt-Expert:innen unterstĂŒtzt wird.

 

“Es ist klar: Dass das Tempolimit nicht lĂ€ngst beschlossene Sache ist, ist reiner Lobbyismus und Klientelpolitik. Das hat mit echter Demokratie nichts zu tun. In diesem historischen Moment, wo wir apokalyptische Zahlen von Hitzetoten, Flutopfer und Hungersnöte noch abwenden können, brauchen wir eine Regierung, die jetzt zeigt, dass es besser geht. Die fĂŒr die Vernunft einsteht und beschließt, was die Mehrheit der Deutschen genauso fordert wie Expert:innen und das Umweltbundesamt: Das Tempolimit.” – so AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation.

 

Und Simon Lachner, Umwelt-Ingenieur aus MĂŒnchen: “Wie viele Wochen braucht es noch bis zum Tempo 100? Herr Wissing hat die Schilder bekommen. Jeden Tag sterben Menschen auf Deutschlands Autobahnen. Die anderen LĂ€nder lachen ĂŒber uns, dass wir selbst so eine einfache Maßnahme nicht hinbekommen.”

 

Die Frage an den Klimakanzler bleibt: Wie viele Wochen braucht es noch bis zum Tempo 100, Herr Scholz?

 

Referenzen:
[1] Umfragen Tempolimit: www.spiegel.de/politik/deutschland/energie-krise-mehrheit-befuerwortet-temporaeres-tempolimit-auf-autobahnen-spiegel-umfrage-a-dbc41614-3a53-4903-8ace-44bd6232ed29 – siehe weitere unter [4]
[2] Tempolimit-debatte im Bundestag: www.heise.de/news/Tempolimit-SPD-und-Gruene-dafuer-stimmen-im-Bundesstag-aber-dagegen-7313667.html
[3] Umweltbundesamt zum Tempolimit: www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf-autobahnen-mindert-co2-emissionen
[4] ADAC zum Tempolimit: www.welt.de/wirtschaft/article237050201/ADAC-Vom-Tempolimit-Gegner-zur-Radfahrer-Lobby-erstaunlicher-Wandel.html
[5] Initiative Tempolimit: tempolimit.jetzt/

23.10.2022 14:00: Kartoffelbrei auf Monets Getreideschober - Was ist mehr wert, Kunst oder Leben?

Kartoffelbrei auf Monets Getreideschober
Was ist mehr wert, Kunst oder Leben?

 

Das Video finden sie hier: twitter.com/sixtus/status/1584170306452586496?s=20&t=BO1VEeiE3-Wjob-Xiy-hHg

 

Potsdam, 23.10.2022, 14:00 – Am frĂŒhen Nachmittag sorgten zwei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation im Museum Barberini in Potsdam fĂŒr Aufruhr. Sie hielten vor Monets “Les Meules” (zu dt.: Getreideschober) inne und warfen schweren Herzens, aber fest entschlossen Kartoffelbrei auf den Kunstschatz. Damit stellen sie der Gesellschaft dieselbe Frage wie zwei mutige junge Frauen mit Tomatensuppe in der Londoner Nationalgalerie vor einer Woche: Was ist mehr wert, Kunst oder Leben? Immer mehr Menschen weigern sich, die fortschreitende Zerstörung und GefĂ€hrdung menschlichen Lebens auf unserer Erde stillschweigend hinzunehmen.

Das GemĂ€lde wurde bei der Aktion nicht beschĂ€digt. Ganz im Gegensatz zu dem unermesslichen Leid, das Fluten, StĂŒrme und DĂŒrren als Vorboten der drohenden Katastrophe schon heute ĂŒber uns bringen.

Mirjam Herrmann (25) hielt eine flammende Rede vor dem GemĂ€lde, das sie soeben mit Kartoffelbrei beworfen hatte: “Menschen hungern, Menschen frieren, Menschen sterben. Wir sind in der Klimakatastrophe. Und alles, wovor ihr Angst habt, ist Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem GemĂ€lde. Wisst ihr, wovor ich Angst habe?”

AimĂ©e van Baalen, Sprecherin der Letzten Generation, ordnet die Aktion an dem fĂŒr knapp 111 Millionen Dollar gehandelten GemĂ€lde ein: ”Monet liebte die Natur und hielt ihre einzigartige und fragile Schönheit in seinen Werken fest. Wie kann es sein, dass so viele mehr Angst davor haben, dass eines dieser Abbilder der Wirklichkeit Schaden nimmt, als vor der Zerstörung unserer Welt selbst, deren Zauber Monet so sehr bewunderte?
Wir dĂŒrfen uns nicht verlieren in der Idylle auf der Leinwand, sondern mĂŒssen der RealitĂ€t ins Auge blicken! Zur Bewunderung der Kunst wird keine Zeit mehr sein, wenn wir uns um Nahrung und Wasser bekriegen!
” 

Inzwischen machen nicht nur wissenschaftliche Daten, sondern bereits ein kurzer Blick in die tĂ€glichen Nachrichten deutlich: Uns lĂ€uft die Zeit davon. China leidet aktuell unter der schlimmsten Hitzewelle der Geschichte. In Nigeria haben in den letzten Monaten 1,3 Millionen Menschen durch schwere Überschwemmungen ihre Heimat verloren, ĂŒber 600 ihr Leben. 

Die Regierung muss endlich erste lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um das Ausmaß der Katastrophe noch begrenzen zu können. Ihre UntĂ€tigkeit wirft die Frage auf, ob sie die Situation ĂŒberhaupt noch im Griff hat – und treibt immer mehr entschlossene Menschen auf die Straßen.
Durch friedlichen zivilen Widerstand stellen sie sich schĂŒtzend vor alles, was wir unwiderruflich zu verlieren drohen. Sicherheit, Frieden, Demokratie und nicht zuletzt auch die Kunst.

22.10.2022 16:30: Letzte Generation liefert Wissing Schilder

Letzte Generation liefert Wissing Schilder:
„Wir wollten dem Volker unter die Arme greifen”

Hier finden Sie das Titelbild fĂŒr diese Pressemitteilung:
drive.google.com/file/d/18Uvfrg0r6CkFPWo48_WSyfEUAI3VxA6m/view?usp=sharing

Samstag, 22. Oktober 2022, 10:00 Uhr – Die Letzte Generation liefert Verkehrsminister Wissing Tempo-100-Schilder. Dankbar mĂŒssen wir den friedlich engagierten BĂŒrger:innen sein. Denn durch ihr tapferes Engagement ist nun die letzte HĂŒrde beseitigt, endlich das Tempolimit einzufĂŒhren, auf das alle Welt wartet.

Es ist Samstag kurz nach 10 Uhr morgens vor dem Bundesverkehrsministerium, als ein silberner Transporter ruhig vorfĂ€hrt und vor dem historischen Eingangsportal zum Stehen kommt. Sobald die TĂŒr aufgeht, springen mehrere Helfer:innen von der LadeflĂ€che und legen nach und nach 500 Tempo-100-Schilder ehrfĂŒrchtig auf den ausladenden Stufen des gewaltigen Baus ab.

Ihre unentgeltliche Schilder-Spende geht auf vergangenen April zurĂŒck, als Bundesverkehrsminister Volker Wissing als Argument gegen ein Tempolimit anfĂŒhrte, man habe dafĂŒr nicht genĂŒgend Schilder. [1]

Mirjam Herrmann, 25, ist einer der Engagierten vor Ort. Sie steht ĂŒber dem Schilderhaufen und hĂ€lt einen selbstbemalten Pappkarton, der postuliert: ‚Kein Tempolimit beim Tempolimit!’
„Wir sind hier, um zu helfen”, sagt sie in eine auf sie gerichtete Kamera. „Wir fordern ja seit Monaten ein Tempolimit. Jetzt haben wir uns daran erinnert, dass Volker Wissing ja dieses Schilder-Problem hat. Wir wollen natĂŒrlich nicht so fies sein und etwas fordern, das schon logistisch fĂŒr das Verkehrsministerium komplett unmöglich ist. Da sagte ich zu den anderen: ‘Kommt, nehmen wir uns ein Herz und greifen dem Volker ein bisschen unter die Arme.’”

Miriam Meyer (30) mit dem Schild ‚Let’s goooo – Tempolimit!’: „In der Vorbereitung haben wir gemerkt, dass es tatsĂ€chlich gar nicht so einfach ist, an so viele echte Metall-Schilder zu kommen. Aber ich denke, die Plastik-Attrappen tun es vorĂŒbergehend auch, bis wir eine langfristige Lösung haben.”

Ihr Kollege Edmund Schulz, 58, mit dem Pappkarton mit der Aufschrift ‚I <3 Tempolimit’ ergĂ€nzt:
„Wir waren insgesamt etwas verwirrt von dem Problem, weil wir beim Googlen herausgefunden haben, dass man fĂŒr ein allgemeines Tempolimit ja gar keine Schilder braucht, weil es ohnehin ĂŒberall gleich gilt. Aber wir dachten uns: Was soll der Geiz? Wenn Herr Wissing Schilder braucht, um das umzusetzen, was alle wollen; wer sind wir dann, ihm diesen Wunsch zu verwehren?”

[1] www.spiegel.de/auto/tempolimit-volker-wissing-begruendet-ablehnung-mit-schildermangel-a-f3a7f83b-d8f4-481d-8d00-cb08333132df

21.10.2022 16:30: Blockaden am Berliner Hauptbahnhof - Tempo 100 als erste Sicherungsmaßnahme

Blockaden am Berliner Hauptbahnhof – Tempo 100 als erste Sicherungsmaßnahme

Berlin, 21.10.2022, 16:30 – UnterstĂŒtzer:innen der letzten Generation bringen aktuell den Verkehr am Hauptbahnhof und an weiteren Orten Berlins zum Erliegen. Sie kritisieren, dass selbst die unzureichenden Klimaziele der Bundesregierung von dieser nicht umgesetzt werden und wir stattdessen weiter in den Abgrund der Klimakatastrophe gefĂŒhrt werden.

An der Verkehrsblockade am Berliner Hauptbahnhof beteiligt sich Lisa Winkelmann, 20: „Ich habe große Angst, dass wenn unsere Regierung so weitermacht, unsere Lebensgrundlagen den Bach runter gehen und uns DĂŒrren, Hitzewellen, Artensterben und Überschwemmungen in noch unbekanntem Ausmaß erwarten. Jetzt lĂ€sst sich der Katastrophe noch halbwegs Einhalt gebieten. Die Regierung muss den Menschen als erste Sicherungsmaßnahmen den Umstieg ermöglichen. Von der unkontrollierten Raserei auf Autobahnen zu einem bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr.

Auch an weiteren Orten kommt es zu Störungen. BĂŒrger:innen der Letzten Generation sind auf SchilderbrĂŒcken ĂŒber der Berliner Stadtautobahn geklettert und klebten sich am TrĂ€gersystem fest. In den letzten zwei Wochen kam es hĂ€ufiger zu blutigen Handverletzungen. Zuletzt gestern, als einem BĂŒrger der Letzten Generation von einem Polizeihauptmeister an der Straße vor dem Frankfurter Tor die festgeklebte Hand von der Straße gerissen wurde, die anschließend Ă€rztlich behandelt werden musste. Neben Verletzungen und Griffen auf schmerzempfindliche Körperstellen sehen wir viele Polizist:innen, die sehr vorsichtig vorgehen und Menschen mit Rollbrettern von der Straße holen.

Die Sprecherin der Letzten Generation, AimĂ©e van Baalen, 23, zeigt sich entschlossen: „Alle wissen, dass die Klimaziele der Regierung lasch sind, und sie selbst bei diesen Zielen noch versagt. Es ist eine Farce, wenn nicht mal einfachste nötige Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, wie ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen. Unser Protest wird in den nĂ€chsten Wochen weitergehen und er wird noch breiter und vielfĂ€ltiger werden.“

Jakob Beyer, 29, Sprecher der Letzten Generation stellt fest: „Ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen wĂŒrde 5,7 Mio. Tonnen CO2 einsparen. [1] Wir wĂŒnschen uns fĂŒr alle einfache, bezahlbare MobilitĂ€t und StĂ€dte, ausgelegt auf das Miteinander statt nur fĂŒr Industrie und Autoverkehr.”

Die Notwendigkeit von ersten Sicherungsmaßnahmen in Zeiten der Energie- und Kostenkrise durch ein Tempolimit auf Autobahnen und einen bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr (9-€-Ticket) betonen auch Wissenschaftler:innen der Gruppe Scientist Rebellion. [2] Diese protestierten in der letzten Woche beim Weltgesundheitsgipfel, besetzten in den vergangenen Tagen das Bundesverkehrsministerium in Berlin und klebten sich ĂŒber 24 Stunden im Porsche-Pavillion der Autostadt Wolfsburg fest. Die Forschenden kritisieren Volkswagen fĂŒr seinen Beitrag an einer Eskalation der Klimakrise und forderten den Konzern auf, dringende Klimaschutzmaßnahmen nicht weiter zu verzögern. [3]


[1] www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf-autobahnen-mindert-co2-emissionen

[2] scientistrebellion.com
unite-against-climate-failure.de/german/our-demands

[3] scientistrebellion.com/press/

20.10.2022 08:35: Verkehr am Frankfurter Tor zum Stillstand gebracht

Verkehr am Frankfurter Tor zum Stillstand gebracht

 

Berlin, 20.10.2022 8:35 Uhr – Derzeit haben sich UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation am Frankfurter Tor versammelt und den Verkehr zum Stillstand gebracht. Der zentrale Ort, mitten in Berlin, verdeutlicht, dass der Klimanotfall alle Menschen betrifft.

 

So ist die gestern entschiedene Ablehnung des Tempolimits ein weiterer Schritt der Bundesregierung gegen die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschen. Die Entscheidung ist auch deshalb schwer nachzuvollziehen, da die Mehrheit der Bevölkerung sich fĂŒr ein Tempolimit ausspricht. [1]

 

[1]www.zeit.de/politik/2022-04/umfrage-tempolimit-autobahn-lindner-130?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F

20.10.2022 07:30: Elfter Tag der Unterbrechungen - Ablehnung des Tempolimits ist ein Schlag ins Gesicht der Demokratie

Elfter Tag der Unterbrechungen – Ablehnung des Tempolimits ist ein Schlag ins Gesicht der Demokratie

Berlin, 20.10.2022, 7:30 Uhr – Der Antrag auf ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen wurde gestern vom Verkehrsausschuss des Bundestages abgeschmettert [1]. Lediglich die Linke, die den Antrag selbst eingebracht hatte, stimmte zu. Dem gegenĂŒber steht eine Mehrheit der Deutschen, die das Tempolimit lĂ€ngst als eine notwendige Maßnahme im Klimanotfall erkannt hat.

Die UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation fĂŒhlen sich durch diese tödliche Verantwortungslosigkeit unserer gewĂ€hlten Volksvertreter:innen bestĂ€tigt. Am elften Tag der Unterbrechung besteigen sie wieder die Stahlkonstruktionen, an denen die Verkehrsschilder ĂŒber der A100 angebracht sind. Um die Menschen von dort zu entfernen, ist oft eine Vollsperrung der grĂ¶ĂŸten Autobahn Deutschlands notwendig. Um diesen Vorgang noch in die LĂ€nge zu ziehen, kleben sich viele der UnterstĂŒtzer:innen mit Sekundenkleber in luftiger Höhe fest.

Aimee von Baalen, 23, Sprecherin der Letzten Generation findet klare Worte fĂŒr die Politik: „Die gestrige Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der Demokratie. Jetzt, in diesem historischen Moment, geht es um die Entscheidung ĂŒber Leben und Tod fĂŒr unsere gesamte Gesellschaft. Und nicht einmal auf die einfachsten Sicherheitsmaßnahmen können sich die MĂ€chtigen in diesem Land einigen. Was passiert eigentlich mit uns BĂŒrger:innen, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?”

„Wir sind in einem Notfall, in dem politisches Gehabe keine Option ist. Deswegen stören wir den Alltag. Deswegen steigen wir auf SchilderbrĂŒcken. Wir werden immer mehr und werden es immer wieder tun. Die Regierung darf einfach nicht damit davon kommen, unser aller Leben fĂŒr Profit-und-Ego-Spielchen zu opfern.”, sagt der Regensburger Ingenieur Simon Lachner, 24, der heute eine SchilderbrĂŒcke bestiegen hat.

Die Regierung kann sich immer noch nicht auf erste Sicherheitsmaßnahmen wie ein Tempolimit oder ein dauerhaftes 9€-Ticket einigen. Stattdessen werden Menschen vor Gericht gezerrt, die aus Angst um das Leben aller Menschen in Deutschland handeln. Mit einer Straßenblockade wollte Lisa R. im Januar die Warnrufe vor dem Kollaps der Gesellschaft unĂŒberhörbar machen. Gestern wurde sie wegen Nötigung verurteilt. Der Mut zum Freispruch fehlte dem Richter. Offensichtlich hĂ€lt er jedoch insgeheim die Straßenblockade fĂŒr nicht verwerflich, denn die Strafe fĂ€llt Ă€ußerst milde aus: Drei Beratungsstunden bei der Jugendgerichtshilfe darĂŒber, ob es nicht auch legale Möglichkeiten gĂ€be, sich dem Klimakollaps entgegenzustellen.

Damit setzt sich die Reihe der höchst unterschiedlichen Urteile fort. WĂ€hrend am Montag Richter Dr. Last einem UnterstĂŒtzer der Letzten Generation „antidemokratisches Verhalten” vorwirft und eine noch hĂ€rter Strafe verhĂ€ngt als von der Staatsanwaltschaft gefordert, beschließt sein direkter Kollege am Amtsgericht Tiergarten, dass eine Strafbarkeit selbst ohne Gerichtsprozess von vornherein ausgeschlossen ist. In den kommenden Monaten werden die Gerichte also noch sehr genau zu prĂŒfen haben, ob der Rechtsstaat das Recht der Zivilbevölkerung schĂŒtzt, gegen eine Regierung Widerstand zu leisten, die beschlossen hat, eine fĂŒr die Demokratie tödlichen Kurs stur fortzusetzen.

[1] www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-916988

19.10.2022 09:10: Innenstadtblockaden - Widerstand im Herzen Berlins

Innenstadtblockaden – Widerstand im Herzen Berlins

Berlin, 19.10.2022, 09:10 Uhr – Mitten in der Innenstadt bringen Menschen der Letzten Generation den Alltag zum Innehalten und sitzen auf der Torstraße und der Landsberger Allee. Im morgendlichen Berufsverkehr wurden zuvor sieben BrĂŒcker ĂŒber der A100 bestiegen.

“Wir brauchen die Störung des Alltags, um die VerĂ€nderung anzustoßen. Wir mĂŒssen als Gesellschaft zusammenkommen und gemeinsam demokratisch entscheiden, wie der Wandel zu einer besseren Welt aussehen soll. Darum tragen wir heute den Widerstand auch in die Innenstadt Berlins”, erklĂ€rt Jakob Beyer, Sprecher der Letzten Generation.

Bei einer Blockade vor dem Berliner Hauptbahnhof am vergangenen Montag setzten sich vier Berliner:innen spontan zu den bereits angeklebten Menschen. Ein weiterer stellte sich schĂŒtzend hinter einen angeklebten UnterstĂŒtzer der Letzten Generation.

Eine zufĂ€llig anwesende RettungssanitĂ€terin sagte zur Aktion: „Das ist einfach sehr mutig. Ich finde, das Thema sollte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich fand es echt toll zu sehen, dass eine Rettungsgasse gebildet wird.” [1]

Die Frage, vor der die BĂŒrger:innen stehen, ist: Was, wenn die Regierung es nicht im Griff hat? Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um eine VerĂ€nderung herbeizufĂŒhren, da die ersten Kipppunkte des Klimasystems bereits in wenigen Jahren ĂŒberschritten sein werden. Doch noch ist es nicht zu spĂ€t.

FĂŒr weitere Informationen und die Möglichkeit, selbst einen Teil zur VerĂ€nderung beizutragen, finden sich weitere Informationen auf der Website der Letzten Generation: letztegeneration.de/

[1] twitter.com/AufstandLastGen/status/1582460533990518784

19.10.2022 08:15: Sieben SchilderbrĂŒcken der A100 bestiegen

Sieben SchilderbrĂŒcken der A100 bestiegen – Richter:innen streiten ĂŒber die Strafbarkeit des Widerstands

Berlin, 19.10.2022, 8:15 Uhr – UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation haben sieben SchilderbrĂŒcken auf der A100 bestiegen. Viele fixierten sich zudem an den StahltrĂ€gern mit Sekundenkleber. Damit soll eine noch grĂ¶ĂŸere Störung des Verkehrs herbeigefĂŒhrt werden als bei den typischen Straßenblockaden, fĂŒr die die Letzte Generation bekannt ist. Gleichzeitig stehen regelmĂ€ĂŸig BĂŒrger:innen vor Gericht wegen vergangener Verkehrs-Unterbrechungen.

Am vergangenen Montag Ă€ußerte sich die Innensenatorin Berlins Iris Spranger (SPD) zu dem friedlichen Widerstand der Letzten Generation. „Das ist kein Spiel mehr, was hier passiert”, sagte die SPD-Politikerin dem Innenausschuss.
Sprecherin der Letzten Generation, AimĂ©e van Baalen dazu: „Richtig Frau Spranger, der Klimanotfall ist kein Spiel. Über 150 Tote im Ahrtal sind kein Spiel. 100.000 Hitzetote in Europa sind auch kein Spiel. Das sind Menschenleben. Deshalb brauchen wir jetzt erste Sicherheitsmaßnahmen. Sobald die Regierung hier endlich beherzt anpackt und sich ans Grundgesetz hĂ€lt, können wir allen die Störung ersparen.”

Die Letzte Generation ruft die Regierung auf, Maßnahmen so schnell und umfassend umzusetzen, dass sie dem Klimanotfall angemessen sind. Als erste Sicherheitsmaßnahmen fordern die BĂŒrger:innen Tempo 100 auf Autobahnen und ein dauerhaftes 9-€-Ticket.

In den vergangenen Tagen versuchte die Polizei erneut UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation durch Maßnahmen wie das Überdrehen von Handgelenken zum selbststĂ€ndigen Verlassen der Fahrbahn zu bewegen. Eine Person erlitt in Folge des Schocks einen Kreislaufzusammenbruch und mehrmals mussten Personen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Gestern wurde Johann O., Medizinstudent aus Berlin, vor dem Amtsgericht Tiergarten zu 600 Euro Strafe verurteilt. Andere Richter:innen hatten bei den Verfahren der vergangenen Wochen stets VerstĂ€ndnis geĂ€ußert und eher widerwillig verurteilt.
Nicht so gestern Richter Dr. Last, der am Ende der Verhandlung in eine regelrechte Wutrede verfiel und dem Angeklagten „antidemokratisches Verhalten” vorwarf. [2]

Seine Kolleg:innen sehen das anders: Ein Richter lehnt konsequent Strafbefehle ab, weil er die Straßenblockaden als Versammlungen als “fĂŒr den demokratischen Rechtsstaat unerlĂ€sslich” einstuft. [3] Und Richterin Gschwendtner bezeichnete in der Verhandlung gegen Henning Jeschke die Tat als „moralisch gerechtfertigt“.

Johann O. erkĂ€rt: „Mir ist letzten Winter jĂ€h bewusst geworden, dass ich mich dem todbringenden System entgegenstellen muss“. Er bedankte sich beim anwesenden damaligen Einsatzleiter fĂŒr das „maßvolle Vorgehen“ bei der Lösung von der Straße. [2]

Die Richter:innen werden in den kommenden Wochen und Monaten ihrer verfassungsmĂ€ĂŸigen Verantwortung gerecht werden mĂŒssen, zu klĂ€ren, wie die Menschheit im Klima-Zusammenbruch durch den Rechtsstaat geschĂŒtzt werden kann. In Hunderten Gerichtsverfahren gegen die Letzte Generation wird dieser Kampf ums Recht ausgetragen werden. Das nĂ€chste ist heute um 9:20 Uhr in der Wilsnacker Str. 4, 10559 Berlin, im Raum B145.

[1] https://twitter.com/AufstandLastGen/status/1581944836273623046?s=20&t=nQRSShoSgNVkyLGjAp8Hqw
[2] rbb von gestern, Abschnitt “Straffreiheit fĂŒr Autobahnblockierer?”, Abs. 2: www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/10/berlin-amtsgericht-tiergarten-letzte-generation-klimaaktivist-verurteilt.html

18.10.2022 14:00: Nach Gerichtsprozess: Pipeline erneut gestört

Nach Gerichtsprozess: Pipeline erneut gestört

 

Straßburg (MV), 18.10.2022, 14:00 Uhr – Vor genau einer Woche hat RaĂșl Semmler fĂŒr das mehrmalige Abdrehen von PCK-Pipelines vor Gericht gestanden. Bis zu 250.000 Euro forderte die PCK. Semmler steht daher nun vor dem finanziellen Ruin, im Falle einer ZahlungsunfĂ€higkeit droht ihm eine Ersatzfreiheitsstrafe. Trotzdem haben vier UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation die Ölpipeline zwischen Rostock und Schwedt gerade wieder gestört. „Wir lassen uns nicht einschĂŒchtern. Wir können uns das nicht leisten, denn unsere gesamte Gesellschaft steht auf dem Spiel!”, so Kevin Hecht (30), der sich heute an der Pipeline festklebte.

Um ihre UnterstĂŒtzung auszudrĂŒcken, haben zeitgleich Mitglieder des BUND eine Mahnwache vor der Konzernzentrale angemeldet. Mit dabei war der Vorstand des BUND Kreisverbands Bergstraße.

Die Beteiligten richten sich mit ihrem Handeln direkt an die Bundesregierung. Diese hat die PCK kĂŒrzlich per Treuhand ĂŒbernommen. Sie wĂ€re jetzt in der Verantwortung, den Menschen in Schwedt zukunftsfĂ€hige Jobs zu bieten, anstatt mit einem jahrzehntelangen Weiterbetrieb der Rohöl-Anlagen die gesamte Gesellschaft aufs Spiel zu setzen. [1]

Maria Braun (18):
„Die Bundesregierung lĂŒgt die Mitarbeiter:innen an, wenn sie sagt, dass ihre Jobs mit Öl sicher sind. Wir haben heute an dieser Pipeline wieder gestört, weil mehr Öl mehr Ausbeutung bedeutet; mehr Ausbeutung der Mitarbeiter:innen, mehr Ausbeutung der Menschen, die unter den Folgen der Klimazerstörung leiden. Das können wir besser! Lasst uns jetzt gemeinsam eine lebenswerte Welt bauen.”

Gerade die 1200 Mitarbeiter:innen der PCK sind jene FachkrĂ€fte, die hĂ€nderingend gesucht werden, um die große wirtschaftliche Transformation in Deutschland zu schaffen. Daher ist es besonders tragisch, dass die Bundesregierung sie kopfĂŒber in das nĂ€chste wirtschaftliche Desaster stĂŒrzt. Erst zuletzt war die PCK in wirtschaftlich unruhiges Fahrwasser geraten. Grund dafĂŒr war die hohe AbhĂ€ngigkeit von russischem Öl. Jetzt strebt man einen Lieferantenwechsel an, statt mit Hochdruck eine zukunftsweisende Transformation einzuleiten. Ganze 400 Mio. Euro will die Bundesregierung in die heute abgedrehte Ölpipeline investieren. [2]

Weitere Ereignisse der letzten Tage: Seit diesem Herbst leistet die Letzte Generation zusammen mit den Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion und Debt4Climate in der Koalition „Unite against Climate Failure“ zivilen Widerstand. Im Finanzministerium forderten sie gestern eine Schuldenstreichung fĂŒr LĂ€nder im globalen SĂŒden. Heute blockieren die Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion die EingĂ€nge des Verkehrsministeriums, um die EinfĂŒhrung eines Tempolimits und eines 9-Euro-Tickets fĂŒr Bus und Bahn zu fordern.

[1] “Rohöl wird ĂŒber Jahrzehnte einer der wichtigsten EnergietrĂ€ger in Deutschland bleiben.” – Website PCK 
„Bei der Zukunft, da reden wir in Vokabeln von Dekaden” – Ralf Schairer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der PCK
[2]
www.bundesregierung.de/breg-de/suche/gemeinsame-erklaerung-zur-zukunft-des-standorts-schwedt-2127034

17.10.2022 08:45: Kanzler Scholz zum Widerstand: “nicht hinhören und weitermachen”

Kanzler Scholz zum Widerstand: „nicht hinhören und weitermachen” – 
World Health Summit unterbrochen und erneut Autobahnblockaden

 

Berlin, 17.10.2022, 08:45 – Am gestrigen Sonntag haben BĂŒrger:innen von Scientist Rebellion [1], der Letzten Generation und Debt4Climate [2] gemeinsam die Eröffnung des World Health Summit in Berlin unterbrochen. Als der Feueralarm ausgelöst wurde, Ă€ußerte sich Kanzler Olaf Scholz zum Widerstand aus der Bevölkerung [3]. Auch den Autobahnverkehr zahlreicher Abfahrten unterbrach heute Morgen wieder die Letzte Generation, die am Samstag angekĂŒndigt hatte, den Widerstand zu “intensivieren”.

Der World Health Summit: Wissenschaftler:innen in weißen Labor-Kitteln sowie BĂŒrger:innen in Warnwesten protestieren vor dem Eingang [4], lösen drinnen den Feueralarm aus. Sie bilden die Koalition „Unite against Climate Failure“ und warnen vor den immensen Gesundheitsgefahren der Klimakrise [5].
Bundeskanzler Olaf Scholz betritt die BĂŒhne: „Sie machen Proteste zu Klima und solchen Sachen und denken, das wĂŒrde unsere Diskussionen verbessern. Und ich denke, der beste Weg, die Diskussionen zu verbessern, ist nicht hinzuhören und weiterzumachen.“ [6]
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach pflichtet dem Widerstand bei: “Ihr Anliegen ist absolut richtig. Das ist ganz klar.” Zur Aktion selbst sagt er auf Nachfrage: “Diese Aktion ist ok.” [7]

Janina Meisl (30), LogopĂ€din und Mutter aus Köln, die heute mit auf der Straße sitzt, ordnet die Äußerungen ein: „Die Klimakatastrophe bedroht auch unsere Gesundheit! Erst vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass schon dieses Jahr 100.000 Menschen in Europa an der extremen Hitze im Sommer einfach gestorben sind. FĂŒr einen schĂŒtzenden Eingriff rennt uns allen die Zeit davon! Und der Kanzler sagt, die Lösung sei: ‘nicht hinzuhören und weiterzumachen’? Wir stellen schon seit letzter Woche die Frage: Was, wenn er das nicht im Griff hat?”

Auch Flutkatastrophen mehren sich mittlerweile: Reißende Fluten im Ahrtal und noch vor wenigen Wochen stand ein Drittel Pakistans unter Wasser. In Pakistan starben mehr als 1300 Menschen, darunter hunderte Kinder [8]. Die Prognose: Extremwetterereignisse werden in Folge der Klimaerhitzung zunehmen und heftiger werden.

Jakob Bayer (29), Sprecher der Letzten Generation betont: „Die Flutkatastrophen in Pakistan und im Ahrtal und der diesjĂ€hrige Hitzesommer in Europa sind erst die Vorboten eines totalen Klimakollaps. Diesem Notfall mĂŒssen wir jetzt entschlossen begegnen. Die Regierung muss sofort einfache Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Denn jetzt haben wir noch die Chance zu handeln und das Klima zu retten!”

Als erste sozial- und klimagerechte Maßnahmen fordert die Letzte Generation die EinfĂŒhrung eines 100km/h-Tempolimits auf deutschen Autobahnen sowie ein 9-Euro-Ticket fĂŒr den öffentlichen Nahverkehr.

[1] https://scientistrebellion.com/
[2] https://debtforclimate.org/
[3] Siehe dpa Newskanal von gestern Abend. Hier Bericht ZEIT online: www.zeit.de/news/2022-10/16/weltgesundheitsgipfel-durch-feueralarm-unterbrochen
Auf Video bei yahoo!: www.yahoo.com/now/chancellor-scholz-urges-world-health-200629743.html 
[4] Siehe Pressefotos von gestern: drive.google.com/drive/folders/1bIsVsaPxPY7SkkzrDsGoLvLY-pld28kf
[5] Spiegel ĂŒber 100.000 Hitzetote in Europa in diesem Sommer: www.spiegel.de/wissenschaft/klimawandel-erhoeht-sterblichkeit-in-europa-100-000-tote-zusaetzlich-im-sommer-2022-a-49651597-e247-4b4d-ab76-41469994554f 
[6] https://www.berliner-zeitung.de/news/feueralarm-weltgesundheitsgipfel-in-berlin-unterbrochen-li.277356
[7] Hier das Video mit den Äußerungen Lauterbachs (ab 0:35 Min.): drive.google.com/file/d/1y4y3TSd84-Lnde1yUaSzZlGAOlZjS9ul/view
[8] Flutkatastrophe: Ein Drittel Pakistans unter Wasser – ZDF heute

14.10.2022 08:00: BĂŒrger:innen auf Hauptverkehrsadern Berlins - Aufruf zu Freifahrten

BĂŒrger:innen auf Hauptverkehrsadern Berlins – Aufruf zu Freifahrten

Berlin, 14.10.2022, 8 Uhr – Statt Bus und Bahn fĂŒr alle Menschen in Deutschland bezahlbar zu machen, hat sich die Verkehrsministerkonferenz gestern entschieden, diese im Klimanotfall unbedingt notwendige Maßnahme weiter hinauszuzögern. Darum setzen sich die Menschen der Letzten Generation heute wieder auf die Hauptverkehrsadern Berlins, um ihren Ruf nach “9€ fĂŒr alle” unĂŒberhörbar zu machen. UnterstĂŒtzung bekommen sie dabei von Vertreter:innen des BUNDs, die mit ihren grĂŒnen Bannern hinter ihnen stehen. Morgen werden bundesweit viele UnterstĂŒtzer:innen ohne Fahrschein, stattdessen aber mit Bannern und Schildern im ÖPNV unterwegs sein und rufen alle Menschen in Deutschland auf, es ihnen gleichzutun.

In den vergangenen zwei Tagen haben die Verkehrsminister:innen von Bund und LĂ€ndern ĂŒber eine WeiterfĂŒhrung des 9€-Tickets verhandelt. Am Ende dieser Absprache steht jetzt, dass es ein Ticket fĂŒr 49€ geben soll, vorausgesetzt der Bund erklĂ€rt sich bereit, mehr Geld in regionalen ÖPNV zu stecken.

Ein Sprecher der Letzten Generation, Jakob Bayer (28), erklÀrt, wieso dieses Ergebnis weitere kostbare Zeit verstreichen lÀsst, die wir im Klimanotfall nicht mehr haben:
„Reden wir mal Klartext: So wie es gerade lĂ€uft, wird es in einigen Jahrzehnten vielleicht keine deutsche Gesellschaft mehr geben. Rentenkassen, Krankenversicherungen, ja sogar Rechtsstaat und Demokratie werden verloren gehen.”

„Im Verkehrssektor ist die beste Sicherheitsmaßnahme gegen diese schreckliche Gefahr ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr. Aber anstatt diesen allen Menschen fĂŒr 9€ im Monat zugĂ€nglich zu machen, möchte die Bundesregierung diesen Preis verfĂŒnffachen. Wieso? Warum lĂ€sst sie diese einzigartige Möglichkeit zur Verbesserung ungenutzt, wĂ€hrend unser aller Leben auf Messers Schneide steht?”, so Bayer weiter.

Auch wenn es Vielen nicht bewusst sein mag: Es gibt Millionen Menschen in Deutschland, die sich mit dem 9-Euro-Ticket zum ersten Mal MobilitĂ€t wieder leisten konnten [1]. Diese wĂŒrden von einer viel teureren Regelung ausgeschlossen. Mit den explodierenden Preisen fĂŒr fossile Brennstoffe wird diese Gruppe zudem von Tag zu Tag grĂ¶ĂŸer.

Darum rufen die BĂŒrger:innen der Letzten Generation alle ihre Mitmenschen auf, am morgigen Samstag, den 14.10. ohne Ticket im öffentlichen Nahverkehr unterwegs zu sein. FĂŒr ein Deutschland, in dem nicht der Geldbeutel bestimmt, ob man die Großmutter besuchen kann, wĂ€hrend gleichzeitig erste Sicherheitsmaßnahmen fĂŒr eine grĂŒne, lebendige Welt ergriffen werden.

[1] https://www.stern.de/news/druck-auf-verkehrsministerkonferenz-wegen-nachfolge-fuer-neun-euro-ticket-32809006.html

13.10.2022 16:05: Unterbrechungen im Nachmittagsverkehr - Mit 9 Euro ans Ziel! - Ver­kehrs­mi­nis­ter­kon­fe­renz mit Spannung beobachtet

Unterbrechungen im Nachmittagsverkehr –
Mit 9 Euro ans Ziel! – Ver­kehrs­mi­nis­ter­kon­fe­renz mit Spannung beobachtet

 

Berlin, 13.10.2022, 16:05 Uhr – Auch heute Nachmittag kommt es in Berlin zu Unterbrechungen im Verkehr. Erneut blockieren UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation friedlich mehrere Autobahnausfahrten. Damit fordern die Engagierten die Regierung auf, sozial gerecht auf den Klimanotfall zu reagieren.

AimĂ©e van Baalen (23), Sprecherin der Letzten Generation erklĂ€rt, warum sich die Menschen heute auf der Straße versammelt haben: „Es ist absurd, wie die fehlgeschlagene Klima- und Sozialpolitik der Bundesregierung die Lebenschancen aller Menschen mutwillig verbaut. Obwohl wir die letzte Generation sind, die noch handlungsfĂ€hig ist, setzt die Regierung selbst einfachste soziale Sicherheitsmaßnahmen nicht um! Da muss man sich doch fragen, ob sie die Lage ĂŒberhaupt noch im Griff hat. Deshalb schließen wir uns dem Ruf nach einem bezahlbaren ÖPNV fĂŒr alle an!”

Jens Klein-Bösing (42) ist Tischler und in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tĂ€tig. Er ergĂ€nzt: „Von einem 9-Euro-Ticket wĂŒrden wir alle profitieren. Der Umstieg auf den ÖPNV wird attraktiver und fĂŒr viele ĂŒberhaupt erst bezahlbar. Menschen werden mobiler, die StĂ€dte grĂŒner und sicherer. Zugleich wĂ€re das ein kleiner, aber wichtiger erster Schritt hin zur geplanten und dringend erforderlichen KlimaneutralitĂ€t. Wir sitzen doch alle im selben Boot! Lasst uns der Jugend vormachen, wie man es auf Kurs hĂ€lt, nicht, wie man es zum Kentern bringt.”

Das 9-Euro-Ticket hatte sich in seiner kurzen Laufzeit als voller Erfolg entpuppt: Allein in drei Monaten wurden rund 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart. [1] Hinzu kam der hohe Zuspruch der Bevölkerung. Sowohl sozial als auch fĂŒr das Klima wĂ€re eine WiedereinfĂŒhrung des Tickets ein einfacher Schritt in Richtung lebenswerte Zukunft. Auch die renommierte Klimawissenschaftlerin Friederike Otto betonte in einem Interview: „Jedes Zehntel Grad, jedes bisschen Emission macht wirklich einen Unterschied”. [2]

Mit Spannung blicken die UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation darum auf die gerade stattfindende Verkehrsministerkonferenz. Werden Bund und LĂ€nder die Chance ergreifen und die Erfolgsgeschichte des 9-Euro-Tickets fortschreiben? Klar ist, die ins Spiel gebrachten 5-mal bis 10-mal teureren VorschlĂ€ge wĂŒrden Millionen Menschen in Deutschland ausschließen, wie auch Sprecher:innen der GrĂŒnen und Linken betonten. [3] Fatal, denn wir brauchen einen ÖPNV, der fĂŒr wirklich alle Menschen in Deutschland bezahlbar ist, um dem Klimanotfall zu begegnen und gleichzeitig das soziale Vertrauen ineinander zu stĂ€rken.

Als Übergangslösung haben engagierte Menschen ein gemeinschaftliches Projekt ins Leben gerufen – den 9-Euro-Fonds. Wer hier monatlich 9 Euro einzahlt und ansonsten ohne Ticket fĂ€hrt, kann sein eventuell anfallendes Bußgeld aus dem Fonds begleichen.[4]

[1] Bilanz 9-Euro-Ticket | VDV – Die Verkehrsunternehmen

[2] Klimaforscherin im Interview : „Jedes Zehntel Grad macht einen Unterschied“ | tagesschau.de

[3] www.stern.de/news/druck-auf-verkehrsministerkonferenz-wegen-nachfolge-fuer-neun-euro-ticket-32809006.html

[4] 9eurofonds.de/

12.10.2022 13:00: Zivilprozess gegen Pipeline-Abdreher - Von der Regierung verwaltete PCK will noch ĂŒber Jahrzehnte Rohöl verarbeiten

Zivilprozess gegen Pipeline-Abdreher – Von der Regierung verwaltete PCK will noch ĂŒber Jahrzehnte Rohöl verarbeiten

 

Neubrandenburg, 12.10.2022, 13:00RaĂșl Semmler von der Letzten Generation hat im April diesen Jahres den Notfall-Stopp an mehreren Werksorten der PCK Pipeline betĂ€tigt und so den Ölfluss unterbrochen.
Als Motiv gibt er an, die ”Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch fossile Brennstoffe beenden zu wollen.”
Am Dienstag, dem 11.10., beschÀftigte sich das Landgericht Neubrandenburg mit dem Fall.
Richter Steffen SeligmĂŒller bestĂ€tigte eine einstweilige VerfĂŒgung gegen den Schauspieler und Drehbuchautoren RaĂșl Semmler.
Die ”Letzte Generation” hatte im FrĂŒhjahr mehrfach Pumpstationen der Erdöl-Pipeline von Rostock ins brandenburgische Schwedt besetzt und die Bilder veröffentlicht. Dagegen klagte das PCK. Auf ein Kooperationsangebot ging die PCK nicht ein.

 

Die PCK argumentierte, dass die Bilder von Semmler ihrem Image schaden wĂŒrden. Darum forderte die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000€. Semmler zeigte sich kooperationsbereit und schlug eine Einigung vor: Sollte die PCK aufhören, sich an der Zerstörung der Lebensgrundlagen zu bereichern und bis 2024 ein umweltfreundliches Unternehmen werden, wĂŒrde er als studierter Drehbuchautor und Schauspieler dabei unterstĂŒtzen, ihr Image wieder aufzubessern.

 

GeschĂ€ftsfĂŒhrer der PCK, Ralf Schairer, schlug dieses Angebot aus. FĂŒr ihn ist klar, “Transformation braucht Zeit”. Wie viel Zeit? Das machte Schairer im Juni diesen Jahres klar. Noch ĂŒber Jahrzehnte soll die PCK weiter Rohöl verarbeiten  [1].

 

In der wissenschaftlichen Fachwelt dĂŒrfte diese Haltung auf Entsetzen stoßen. “Was wir in den nĂ€chsten 3-4 Jahren tun, wird die Zukunft der Menschheit bestimmen! Wir sind in einer sehr, sehr verzweifelten Situation.” (Sir David King, ehemaliger wissenschaftlicher Chef-Berater der Britischen Regierung, forscht an der weltberĂŒhmten Cambridge University, 2021) [2].

 

Erst kĂŒrzlich hat die Bundesregierung die PCK treuhĂ€nderisch ĂŒbernommen [3]. Die Bundesregierung ist in ihrem Handeln an das Grundgesetz gebunden – Also auch an den Erhalt der Lebensgrundlagen und den Schutz von Leben und Eigentum – Alles RechtsgĂŒter, die durch das GeschĂ€ftsmodell der PCK bedroht sind. Sie ist jetzt in der Verantwortung, den Unternehmenskurs zu Ă€ndern, um die Lebensgrundlagen zu schĂŒtzen und zukunftsfĂ€hige Jobs fĂŒr die BeschĂ€ftigten zu schaffen.

 

RaĂșl Semmler: ”Wir haben noch 2-3 Jahre! Unternehmen gehen nur so weit, wie sie gezwungen werden zu gehen. [
] Alle BĂŒrger*innen haben die moralische Pflicht, Widerstand zu leisten, gegen eine Regierung, die Komplizin ist in der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.”

 

[1] https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=L5gUf_MEJ_8

[2] https://www.thecitizen.org.au/articles/forget-2050-experts-say-its-2030-or-bust-for-net-zero-emissions

[3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/treuhandverwaltung-rosneft-2126938

11.10.2022 08:15: Versammlungen auf Berliner Hauptverkehrsadern - Tempo 100 als erste Schutzmaßnahme notwendig

Versammlungen auf Berliner Hauptverkehrsadern – Tempo 100 als erste Schutzmaßnahme notwendig

 

Berlin, 11.10.2022, 8:15 Uhr – Zahlreich und am zweiten Tag in Folge versammeln sich auch heute BĂŒrger:innen der Letzten Generation auf Berlins Hauptverkehrsadern. Mit ihren Bannern nehmen sie Bezug auf die im Klimanotfall lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Sicherheitsmaßnahme eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Eine Mehrheit der BundesbĂŒrger spricht sich ebenfalls dafĂŒr aus. [1]

Neben einer schnellen RĂŒckkehr zum 9€-Ticket ist Tempo 100 auf deutschen Autobahnen eine der ĂŒberfĂ€lligsten Sicherheitsmaßnahmen in der akuten Situation des Klimanotfalls, wie Aimee van Baalen (23), Pressesprecherin der Letzten Generation betont:

„Was sollen wir den Menschen im Ahrtal sagen, die bei der Flutkatastrophe Freund:innen und Familienmitglieder verloren haben? Der Klimanotfall ist eine akute Katastrophe! Menschen in Deutschland sterben daran! Es braucht sofortige Sicherheitsmaßnahmen: Ein Tempolimit muss sowieso Teil davon sein. Wieso also warten, bis noch mehr ihr Leben verlieren?“

Mit auf der Straße ist heute auch Solvig Schinköthe (42). Ruhig erklĂ€rt sie einem Passanten, wieso sie sich fĂŒr den friedlichen Widerstand gegen die Klima-Schockstarre der Regierung entschieden hat:

„Tempo 100 auf deutschen Autobahnen spart jĂ€hrlich so viel CO2 wie ca. eine halbe Million BundesbĂŒrger gemeinsam ausstoßen.[2][3] So viel, wie in ganz Hannover leben! Ich sehe in Brandenburg den Wald brennen und frage mich mit Gedanken an meine 4 Kinder, ob die Bundesregierung das im Griff hat!“

Den Ruf nach einem Tempolimit teilt ein breites Spektrum der Gesellschaft.
Eine Mehrheit der Deutschen wĂŒnscht sich ein Tempolimit. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage, die im April in der Zeit veröffentlicht wurde. Zivilgesellschaftliche VerbĂ€nde wie „Alle fĂŒrs Tempolimit!”, MobilitĂ€ts- und Energie-Expert:innen, ehemalige Spitzenpolitiker der FDP und selbst eine Mehrheit des Autoclubs ADAC sprechen sich ebenfalls fĂŒr ein Tempolimit aus.

Gestern zog sich eine junge Frau blutende Quetschungen zu, als ihre festgeklebte Hand von der Straße gelöst wurde. Mehrmals versuchte die Polizei z.B. durch DrĂŒcken gegen schmerzempfindliche Teile des Gesichts die Menschen der Letzten Generation zum eigenstĂ€ndigen Verlassen der Fahrbahn zu bewegen. [4] Trotzdem haben sich heute wieder viele auf die Straße gesetzt. Denn sie sitzen dort fĂŒr das Leben. FĂŒr ein gutes Leben fĂŒr ihre Kinder, ihre Freund:innen und Verwandten. FĂŒr ein gutes Leben fĂŒr uns alle.

[1] https://www.zeit.de/politik/2022-04/umfrage-tempolimit-autobahn-lindner-130?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

[2] Laut Deutscher Umwelthilfe spart Tempolimit 100 auf deutschen Autobahnen jÀhrlich rund 6,2 Mio. Tonnen CO2 ein

[3] Ein deutscher BundesbĂŒrger stĂ¶ĂŸt laut Umweltbundesamt jĂ€hrlich rund 11,2 Mio. Tonnen CO2 aus

[4] https://twitter.com/AufstandLastGen/status/1579559914472894464?s=20&t=l5NIn1raDvvzFwg-gl4ZiQ 

10.10.2022 10:30: Feueralarm im Bundestag ausgelöst - Letzte Generation erbittet Sicherheitsmaßnahmen im Klimanotfall
Feueralarm im Bundestag ausgelöst –
Letzte Generation erbittet Sicherheitsmaßnahmen im Klimanotfall
 
Berlin, 10.10.2022, 10:30 –  Zu Beginn der ersten Sitzungswoche im Oktober haben Menschen der Letzten Generation soeben im Bundestag sowie im Verkehrsministerium den Feueralarm ausgelöst. Die schallenden Sirenen verkĂŒnden das Offensichtliche: Wir befinden uns in einem Klima-Notfall und die Regierung hat die Pflicht, entsprechend zu handeln.


Aimee van Baalen (23), Pressesprecherin der Letzten Generation, ist vor Ort und erlÀutert: 
„Immer hĂ€ufiger werden Extremwetter Ernten zerstören, HĂ€user ĂŒberfluten und Infrastruktur lahmlegen. Bleiben Schutzmaßnahmen aus, werden Leid, Angst und Verzweiflung der Menschen in unserem Land so groß werden, dass Rechtsstaat und Demokratie selbst in Gefahr sind. Weil wir diese Grundpfeiler erhalten wollen, mĂŒssen wir jetzt Alarm schlagen.“    


Malte Nierobisch (19) hat heute den Feueralarm im Bundestag ausgelöst. Letztes Jahr hat er die volle Gewalt eines immer instabiler werdenden Klimas mit eigenen Augen gesehen. Als Helfer war Malte bei den AufrĂ€umarbeiten der großen Flutkatastrophe vor Ort.
„Wir mĂŒssen jetzt alle wachrĂŒtteln. Im Klimanotfall brauchen wir von der Regierung jetzt zumindest die ersten, einfachen Sicherheitsmaßnahmen: Ein Tempolimit und bezahlbarer ÖPNV fĂŒr alle!”


Der weltberĂŒhmte Naturforscher David Attenborough sprach im letzten Jahr vor dem U.N. Sicherheitsrat eine eindringliche Warnung aus: „Wenn die Welt unsere grundlegenden BedĂŒrfnisse nicht lĂ€nger befriedigen kann, dann wird auch der Rest unserer Zivilisation rasch zusammenbrechen. […] Der Klimawandel ist die grĂ¶ĂŸte SicherheitsgefĂ€hrdung, der der moderne Mensch je ausgesetzt war.”

Am frĂŒhen Morgen kam es in Berlin auch zu mehreren Autobahnblockaden durch UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation. 
Sie alle erwarten von der Bundesregierung, dass diese ihrer Pflicht nachkommt: Im Notfall alles zu tun, um die Bevölkerung zu schĂŒtzen. Dass sie diese Pflicht umgeht, indem sie den Notfall einfach ignoriert, ist nicht hinnehmbar und gefĂ€hrdet unser aller Leben.
10.10.2022 08:15: Klimaziele verfehlt - Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?

Klimaziele verfehlt: Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?

 

Berlin, 10.10.2022, 08:15 – Zahlreiche Menschen der Letzten Generation bringen derzeit den Berliner Verkehr zum Stillstand. Sie blockieren die Stadtautobahn an mehreren Standorten und fordern ein Tempolimit auf Autobahnen sowie bezahlbaren ÖPNV fĂŒr alle. Ihre Banner, die sie in die kalte Morgenluft halten, zeigen ihre Leitfrage: „Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?”

 

Jakob Beyer (28) hat seine Zimmermannslehre abgebrochen, um in den zivilen Widerstand zu gehen. Er stellt klar:
„Wir mĂŒssen jetzt mal Klartext reden. Dieser Sommer war der heißeste in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen. In Brandenburg sind den Menschen die GrundstĂŒcke abgefackelt, im ganzen Land forderte die extreme Hitze tausende Todesopfer. Die Lage ist klar: ‘Wir haben einen Notfall!’.”

 

Solvig Schinköthe (42), Mutter von vier Kindern, geht gemeinsam mit ihrer Tochter Lina auf die Straße.
Sie erklĂ€rt : „Ich will eine sichere Welt fĂŒr meine Kinder! Mit Wiesen und WĂ€ldern, Zusammenhalt und Frieden. Warum werden selbst einfachste Sicherheitsmaßnahmen wie ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen nicht endlich umgesetzt? Da muss man sich doch fragen: Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?”

 

Und selbst eine Bundesbehörde schlĂ€gt Alarm: Auf dem 12. Extremwetterkongress, der kĂŒrzlich in Hamburg stattfand, machte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied des Deutschen Wetterdienstes, deutlich: „Wir erleben die KlimaverĂ€nderung inzwischen direkt vor unserer HaustĂŒr, sind selbst unmittelbar betroffen.“ [1]

 

In einem Brief an die Bundesregierung bot die Letzte Generation an, die Störungen jederzeit zu unterlassen, sollten zumindest die ersten, einfachsten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Bis dahin sehen sich hunderte BĂŒrger:innen gezwungen, in Berlin den Alltag zu unterbrechen, da alles andere einer Kapitulation angesichts der drohenden Katastrophe gleichkĂ€me.
Der Brief blieb bislang unbeantwortet.

 

[1] https://www.tagesschau.de/inland/extremwetter-kongress-101.html 

03.10.2022 17 Uhr: Kanzleramt verschönert - Am Nationalfeiertag kĂŒndigt Letzte Generation dauerhafte Autobahnblockaden an

Kanzleramt verschönert – Am Nationalfeiertag kĂŒndigt Letzte Generation dauerhafte Autobahnblockaden an


Berlin, 03.10.2022, 17:00 Uhr
– Gestern am Tag der Deutschen Einheit kĂŒndigten die BĂŒrger:innen der Letzte Generation dauerhafte Autobahnblockaden ab der kommenden Woche an. Eine entsprechende ErklĂ€rung verlasen sie vor dem Bundeskanzleramt in Berlin [1]. Im Anschluss malten sie ein Herz in orangen Kreis als Symbol der Letzten Generation an die Mauer des RegierungsgebĂ€udes.

 

Am 03. Oktober 1990, vor genau 32 Jahren, wurde Deutschland wiedervereinigt. Die Berliner Mauer war gefallen. Seit 32 Jahren erinnert der 03. Oktober daran, dass Zusammenhalt, Frieden, Freiheit und Demokratie die grundlegenden SĂ€ulen fĂŒr ein gutes Leben fĂŒr alle bilden.

 

Die BĂŒrgerinnen der Letzten Generation standen vor dem Sitz der Regierungschefs, um deutlich zu machen, dass genau dieser Zusammenhalt und dieser Frieden heute dramatischer bedroht ist, als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. DĂŒrre, Hitze, WaldbrĂ€nde und Überflutungen nehmen immer weiter zu. Die Anzahl derer, denen die Klimakrise ihr Hab und Gut und ihre Liebsten raubt, lĂ€sst sich schon jetzt kaum mehr ĂŒberblicken. Immer grĂ¶ĂŸer wird die Gefahr, selbstverstĂ€rkende Effekte in Gang zu setzen und damit Katastrophen von so schrecklichem Ausmaß herbeizufĂŒhren, dass selbst die friedlichste, demokratischste Gesellschaft daran zerbrechen muss.

 

Trotzdem scheitert die Bundesregierung daran, einfachste Gegenmaßnahmen umzusetzen. Tempo 100 auf Autobahnen scheint zu einschneidend und ein 9-Euro-Ticket zu teuer zu sein. WĂ€hrend Millionen BĂŒrger:innen nicht mehr wissen, wie sie wegen der gestiegenen Kosten noch ihren Alltag bestreiten sollen und wir dem Zusammenbruch unserer Gesellschaft direkt ins Auge blicken, werden diese einfachen Sicherheitsmaßnahmen nicht durchgefĂŒhrt.

 

„Sollte die Regierung nicht zur Vernunft kommen, werden wir in einer Woche auf Berlins Straßen strömen und den Alltag so lange unterbrechen, bis sich das Ă€ndert – wie wir es der Regierung bereits offen angekĂŒndigt haben. Nur so können wir unsere letzte Chance auf ein Leben in Sicherheit und Freiheit ergreifen“, verlas Carla Rochel als Teil der ErklĂ€rung vor dem Bundeskanzleramt.

 

„Die Ideen und Werkzeuge, um diese tiefe Krise zu lösen, liegen bereits in unseren HĂ€nden. Was den Entscheidungstragenden noch fehlt, ist der Mut, damit eine lebenswerte Welt zu errichten. Mut, den wir aufbringen können, wenn die Menschen in BĂŒrger:innenrĂ€ten zusammenkommen, sich gemeinsam auf Lösungen verstĂ€ndigen und diese umsetzen“, fĂŒgte Kim Schulz hinzu, der neben ihr stand.

 

Die Letzte Generation tritt in ihrem Widerstand gemeinsam mit anderen Gruppen wie Debt4Climate und den Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion auf. Diese Koalition stellt sich mit vereinten KrÀften dem Versagen der Bundesregierung und damit der Zerstörung unserer Gesellschaft in den Weg.

 

[1] Video der ErklÀrungsverlesung und Kunstaktion

28.09.2022 12:00: Versagen die Gerichte? - Henning Jeschke verteidigt Klimanotstand

Versagen die Gerichte? – Henning Jeschke verteidigt Klimanotstand

 

Berlin, 28.09.2022, 12:00 – Die Regierung versagt im Klimanotstand. Daher hatte Henning Jeschke sich im Juni mit der Letzten Generation friedlich in Berlin auf die Autobahnabfahrt geklebt. Wegen seines Widerstandes gegen das fossile Weiter-So wurde er heute vor das Amtsgericht Tiergarten geladen. 
Obwohl die Richterin Jeschkes Handeln als moralisch gerechtfertigt sah und den Vorwurf des Widerstandes abwies, verurteilte sie ihn wegen “versuchter Nötigung” zu 200 Euro Strafe.

Jeschke sagte: “Ich habe richtig gehandelt und werde es wieder tun. In einer Demokratie habe ich nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht, Widerstand zu leisten, wenn eine Regierung verbrecherisch handelt.”

Henning Jeschke verteidigte sich selbst vor dem Gericht. Er bestĂ€tigte, dass er an der friedlichen Versammlung teilgenommen hatte. Auch dass diese zu einer erheblichen Unterbrechung des Alltags fĂŒhren sollte, wurde nicht bestritten. 
Es ging in dem heute vorgetragenen PlĂ€doyer nicht darum, ein möglichst geringes Strafmaß zu erwirken, sondern dem Gericht seine eigene Verantwortung im Klimanotstand deutlich zu machen. Das Gericht sollte anerkennen, dass ziviler Widerstand gegen einen Regierungskurs, der immer tiefer in die Klimakrise fĂŒhrt, moralisch und juristisch gerechtfertigt ist. 

„Unsere Regierung tut weiterhin nichts Wesentliches, um das ĂŒberschreiten von Klimakipppunkten zu verhindern. Das sind keine gebrochenen Wahlversprechen, das ist Massenvernichtung. Deshalb halte ich mein Handeln fĂŒr richtig und daher werde ich auch weiterhin friedlichen Widerstand leisten, egal wie sich das Gericht heute entscheidet.“, stellte Jeschke schon in seiner ErstĂ€ußerung zu den VorwĂŒrfen der Staatsanwaltschaft klar. Sein gesamtes Eingangsstatement finden Sie im Anhang. 

Um dem Gericht den Klimanotstand darzulegen, berief sich die Verteidigung auf Veröffentlichungen der renommiertesten deutschen Klimawissenschaftler:innen, wie z.B. Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, der in der Vergangenheit uns alle als die „letzte Generation” bezeichnete, die eine Klimakatastrophe noch verhindern könne. [1] Persönlich vor Ort war Dr. Karim Zantout, Post-Doktorand am Potsdam Institut fĂŒr Klimafolgenforschung. Er wollte dem Gericht bezeugen, dass die staatlichen Gegenmaßnahmen Deutschlands gegen den Klimanotstand angesichts der existenziellen Bedrohung unserer Gesellschaft unzureichend seien. Das Gericht wollte den Wissenschaftler nicht anhören.

Die Richterin Geschwendtner war sichtlich berĂŒhrt. Sie sei selbst Mutter einer 14-jĂ€hrigen Tochter. „Ich weiß, ihr seid keine Spinner, die sich auf der Autobahn festkleben, ihr wisst euch nicht anders zu helfen.“, sagte sie heute in Richtung des Angeklagten.

Trotzdem verurteilte sie Jeschke am Ende zu 20 TagessĂ€tzen. Gleichzeitig fĂŒgt sie an, dass sein Handeln moralisch gerechtfertigt sei, nun aber nicht juristisch.

„Auch nach dem heutigen Urteil werde ich ganz sicher kein Zuschauer sein, wĂ€hrend wir in Richtung Vernichtung rasen. Wenn selbst die Richterin anerkennen muss, dass Straßenblockaden moralisch gerechtfertigt sind – wenn sie anerkennen muss, dass ein Banner neben der Straße zu halten kein geeignetes Mittel darstellt, um den Zusammenbruch unserer Gesellschaft noch aufzuhalten, dann ist der Auftrag an uns BĂŒrger:innen eigentlich klar.”, sagt Henning Jeschke kurz nach dem Gerichtsprozess.

[1] www.zeit.de/video/2019-09/6087750314001/klimawandel-was-wenn-wir-nichts-tun?sort=desc&page=28

22.09.2022 17:30: VortrÀge in 21 StÀdten - Letzte Generation ruft bei Fridays for Future-Streik zu zivilem Widerstand auf

VortrĂ€ge in 21 StĂ€dten – Letzte Generation ruft bei Fridays for Future-Streik zu zivilem Widerstand auf

 

Diesen Freitag finden anlĂ€sslich des globalen Klimastreiks VortrĂ€ge der Letzten Generation in insgesamt 21 deutschen StĂ€dten statt. (Eine Liste aller Termine finden Sie hier) Die Veranstaltungen, zu denen vielfach direkt bei den Fridays for Future-Kundgebungen aufgerufen werden wird, informieren ĂŒber die verheerenden Folgen der Klimakatastrophe. Außerdem werden die Teilnehmer:innen eingeladen, sich dem zivilen Widerstand auf Berlins Straßen ab dem 10. Oktober anzuschließen. 

Henning Jeschke (22), Mitinitiator der Letzten Generation, richtet sich an die Streikenden: “Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen fĂŒr eine sichere und gerechtere Zukunft laut werden. Angesichts der dramatischen Lage, in der wir uns befinden, reicht laut sein aber lĂ€ngst nicht mehr aus. Weltweit steigen die Opferzahlen der Klimakatastrophe bereits jetzt ins Unermessliche. Wir können uns den tödlichen Kurs unserer Bundesregierung nicht lĂ€nger leisten. Es ist an der Zeit fĂŒr friedlichen zivilen Widerstand!”

Liste aller StÀdte, in denen es diesen Freitag VortrÀge geben wird:

  • Bonn
  • Dresden
  • DĂŒsseldorf
  • Göttingen
  • Greifswald
  • Heilbronn
  • Karlsruhe
  • Kassel
  • Köln
  • Leipzig
  • LĂŒbeck
  • Mainz
  • Mannheim
  • MĂŒnchen
  • NĂŒrnberg
  • Oldenburg
  • Passau
  • Potsdam
  • Stuttgart
  • Ulm
  • WolfenbĂŒttel
16.09.2022 16:30: Öllieferung fĂŒr Lindner – Wahlkampf-Unterbrechung in Oldenburg
Öllieferung fĂŒr Lindner – Wahlkampf-Unterbrechung in Oldenburg
 
Oldenburg, 16.09.22, 16:30 Uhr – Mehrere engagierte Menschen unterbrachen heute eine Rede des Bundesfinanzministers Christian Lindner auf einer Wahlkampfveranstaltung der FDP in Oldenburg. Sie mischten sich unter das Publikum, zogen sich Warnwesten an und schĂŒtteten Öl vor die Redner:innenbĂŒhne. Einige von ihnen sind auch bei der Letzten Generation aktiv. Mit der Aktion wollen sie Aufmerksamkeit auf die zerstörerischen Folgen des fossilen Weiter-Sos lenken.

Die Aktion fand als Reaktion auf ein kĂŒrzlich veröffentlichtes Interview mit Lindner statt, in dem er unter anderem Ölbohrungen in der Nordsee und das volle Ausschöpfen von Fracking-KapazitĂ€ten fordert. [1]

Eika Jacob (40) erklĂ€rt hierzu: „Solche Aussagen machen fassungslos. Als Teil der Regierung hat sich Christian Lindner zu deren Klimazielen verpflichtet. Weitere Investitionen in fossile Energien sorgen dafĂŒr, dass das Erreichen dieser Ziele unmöglich wird, und setzen unser aller Zukunft aufs Spiel!“
Und weiter: „Allen muss endlich bewusst werden, dass noch mehr dreckiges Öl, das wir klimazerstörerisch verbrennen, kein Grund zur Freude ist. Kaum steht Lindner selbst in den stinkenden ÖlpfĂŒtze, die er sich gerade noch gewĂŒnscht hat, vergeht ihm das LĂ€cheln.“

Sonja Manderbach (44) „Wenn Lindner unbedingt mehr Öl haben will, statt endlich einfachste Sparmaßnahmen, wie ein Tempolimit, zu ergreifen, bekommt er von uns seine erste Lieferung. Er und der Rest der Regierung mĂŒssen endlich begreifen, in was fĂŒr eine Katastrophe sie uns und kĂŒnftige Generationen da hineinziehen!“

Erst im Juli diesen Jahres hatte die Bundesregierung noch verkĂŒndet, sie bereite weder neue Ölbohrungen vor, noch prĂŒfe sie, inwieweit diese möglich wĂ€ren.
[2] Eine Kehrtwende wÀre ein fataler Schritt in die falsche Richtung.

[1] www.tagesschau.de/lindner-inflation-101.html
[2]  daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Radikale-Klimaproteste-Stoppen-sie-die-Katastrophe,klimaproteste102.html
16.09.2022 9:00: Straßenblockade bleibt ohne Strafe - MĂŒnchner Gericht teilt Anliegen der Letzten Generation

Straßenblockade bleibt ohne Strafe – MĂŒnchner Gericht teilt Anliegen der Letzten Generation

 

MĂŒnchen, 16.09.2022, 9:00 Uhr – Vor dem Amtsgericht in MĂŒnchen ist es bei dem Verfahren gegen drei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation nur zu einer Verwarnung gekommen. Im Februar hatten die drei Heranwachsenden eine Hauptverkehrsader in MĂŒnchen blockiert, um gegen den katastrophalen Kurs der Bundesregierung in der Klimakrise Widerstand zu leisten. In dem Prozess nach Jugendstrafrecht wurde ihnen daher Nötigung vorgeworfen. Das Gericht machte heute jedoch klar, dass es die Anliegen der Angeklagten teilt und griff zu dem mildesten zur VerfĂŒgung stehenden Mittel.

Der heutige Gerichtsprozess fand vor der Kulisse einer bald unaufhaltbaren Klimakatastrophe statt. Laut UN-Berichten steuert die Menschheit auf eine rund 3 Grad heißere Welt zu. [1] Milliarden Menschen werden dann Wasserknappheit, Hunger, Flucht und Krieg erleben. Deshalb wird inzwischen vor dem völligen gesellschaftlichen Kollaps gewarnt. 

Obwohl ĂŒber die Konsequenzen seit Jahrzehnten völlige Klarheit herrscht, hĂ€lt die Bundesregierung weiter an einem Kurs fest, der die Gesellschaft immer tiefer in die Katastrophe hineintreibt. Deshalb sahen die drei Angeklagten es als ihre moralische Pflicht an, gegen dieses tödliche Verbrechen Widerstand zu leisten. 

“Wörter wie WaldbrĂ€nde, Krieg, DĂŒrren, Hitzetote, Ende der menschlichen Zivilisation begegnen uns allen fast tĂ€glich im Zusammenhang mit der Erderhitzung. Anstatt die Augen davor zu verschließen, will ich die Tatsache anerkennen, dass wir uns in einem Klimanotstand befinden und nicht angemessen handeln. Ich halte es fĂŒr meine Pflicht, dagegen anzukĂ€mpfen.”, teilt Annina Oberrenner (20) am Anfang der Verhandlung dem Gericht mit. (Das ganz Eröffnungs-Statement von Annina Oberrenner finden Sie im Anhang)

WĂ€hrend der Verhandlung stellten die Angeklagten auch immer wieder klar, dass sie die Entscheidung des Gerichts respektieren werden, sie jedoch völlig unabhĂ€ngig von dem Urteil weiterhin beabsichtigen, zivilen Widerstand zu leisten. Auch wenn das bedeutet, dass sie dazu wieder Straßen blockieren mĂŒssen. 

In seiner UrteilsverkĂŒndung stellte das Gericht klar, dass es die Anliegen der Angeklagten teile. Auch erkennt es ausdrĂŒcklich an, dass die Maßnahmen gegen die Erderhitzung im Kern viel zu gering sind. Der Richter sprach eine Verwarnung gegen die drei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation aus. Dies ist das geringste mögliche Mittel im Jugendstrafgesetz, wenn das Gericht sich nicht zu der klaren Position eines Freispruchs durchringen kann. Eine solche Verwarnung bringt keine weiteren rechtlichen Konsequenzen mit sich.

“Ich sehe das als einen gewissen Erfolg. Das Gericht hat mit seinem Urteil klargemacht, dass der Widerstand gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen durch die Regierung kein strafwĂŒrdiges Verhalten darstellt.” ordnet Luca Thomas (20) das Gerichtsurteil ein.

“Auch wenn ich mir gewĂŒnscht hĂ€tte, dass das Gericht den Mut findet, uns frei zu sprechen und sich damit gemeinsam mit uns gegen den tödlichen Kurs der Regierung zu stellen.” so Thomas weiter. 

[1] www.tagesschau.de/ausland/amerika/un-klimaziele-verfehlt-erderwaermung-101.html

10.09.2022 15:40: Drittes Mal Bundesliga gestört – damit der Ball auch in Zukunft noch rollt

Drittes Mal Bundesliga gestört – damit der Ball auch in Zukunft noch rollt

 

Frankfurt am Main, 10.09.2022, 15:40 Uhr – Soeben unterbrachen vier UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation das Bundesliga-Spiel Eintracht Frankfurt gegen VfL Wolfsburg in der Commerzbank Arena in Frankfurt am Main, um die Aufmerksamkeit auf die existenzielle Bedrohung unserer Gesellschaft durch die Klimakatastrophe zu lenken. Kurz nach dem Anpfiff der ersten Halbzeit liefen sie auf das Spielfeld. Auf ihren T-Shirts stand „Stoppt den fossilen Wahnsinn!“.

Jakob Beyer (28) dazu, weshalb er das Spiel stört: „Heute vor genau fĂŒnf Monaten haben wir schon einmal das Eintracht-Spiel hier in der Commerzbank Arena  unterbrochen. Genau wie vor fĂŒnf Monaten appellieren wir heute wieder an die Bevölkerung, Widerstand gegen unsere Regierung zu leisten, die uns in den Abgrund steuert. Nur so werden auch unsere Enkel- und Urenkelkinder noch Fußballspiele wie dieses hier erleben können.“

Lea Bonasera (24), Mitinitiatorin der Letzten Generation: „Wir können nicht weiter tatenlos zusehen, wie NormalitĂ€t und Alltag gelebt werden, obwohl wir in eine Katastrophe rasen. WĂ€hrend wir hier auf saftig grĂŒnen Rasen blicken, stehen Menschen weltweit bereits heute vor verdorrten FlĂŒssen, verbrannten WĂ€ldern und zerstörten StĂ€dten und Dörfern.“

In ihrer Warnung beruft sich die Letzte Generation auf Institutionen wie den Weltklimarat und die UN. Diese warnen regelmĂ€ĂŸig und unmissverstĂ€ndlich vor den Folgen, die uns aufgrund von Politikversagen im Angesicht des Klimakollaps erwarten. So sagte UN-GeneralsekretĂ€r Guterres: „Dieser Verzicht auf FĂŒhrung ist kriminell. Nach den derzeitigen Zusagen werden die weltweiten Emissionen im laufenden Jahrzehnt um fast 14 Prozent steigen. Das bedeutet eine Katastrophe.” [1]

Die Letzte Generation erhĂ€lt den Großteil ihrer finanziellen Mittel fĂŒr Mobilisierung, Öffentlichkeitsarbeit, Trainings und Weiterbildung vom Climate Emergency Fund.

[1] UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres: Anmerkungen zur Pressekonferenz – Vorstellung des IPCC-Berichts, Genf, 28. Februar 2022 – Vereinte Nationen – Regionales Informationszentrum fĂŒr Westeuropa (unric.org)

07.09.2022 08:00: 4 Monate auf BewĂ€hrung - Berliner nach Straßenblockade in Schweden verurteilt

4 Monate auf BewĂ€hrung – Berliner nach Straßenblockade in Schweden verurteilt

 

07.09.2022, Stockholm | Der Berliner Kevin Hecht (30) ist gestern fĂŒr seinen Einsatz gegen die Klimakatastrophe in Stockholm zu einer BewĂ€hrungsstrafe verurteilt und aus der U-Haft entlassen worden. Über zwei Wochen hatte der Informatiker dort verbracht, nachdem er am 22.09. an einer Straßenblockade des schwedischen Widerstandsprojekts ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker („Moore wiederherstellen“) teilgenommen hatte.

Verurteilt wurde Hecht in Schweden fĂŒr „Sabotage“ zu vier Monaten BewĂ€hrung. Er hĂ€lt seinen Einsatz fĂŒr unser aller Leben jedoch fĂŒr richtig. Bei der öffentlichen Verhandlung im TingsrĂ€tt (Amtsgericht) sagt er: „Egal, ob dieses Gericht mein Handeln heute als Sabotage bewertet oder nicht, ich akzeptiere die Folgen. Denn der Wert meiner persönlichen Freiheit steht in keinem VerhĂ€ltnis zur Klimakatastrophe.“

Auch ĂŒber zwei Wochen im GefĂ€ngnis verbracht zu haben, bringt Hecht nicht von seiner Überzeugung ab, das Richtige getan zu haben. Wenn es legal sei, die Natur, KulturgĂŒter und Menschen aus ProfitgrĂŒnden zu zerstören, fĂŒhle es sich richtig an, fĂŒr Klimagerechtigkeit ins GefĂ€ngnis zu gehen, stellte er vor seiner Entlassung in einem Brief aus dem GefĂ€ngnis klar (Den ganzen Briefes von Kevin Hecht aus dem Stockholmer GefĂ€ngnis finden Sie als Transkript im Anhang und als Original unter diesem Link). 

Ebenfalls erst kĂŒrzlich ist der Dresdner Vater Christian BlĂ€ul freigekommen. Er hatte genau wie Hecht nach einer Straßenblockade 16 Tage in schwedischer U-Haft verbracht.

ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker ist eine von elf Schwestern-Kampagnen der Letzten Generation. Jede dieser Kampagnen strebt an, mit Aktionen friedlichen zivilen Widerstands lokal passende Klimagesetzgebung in ihrem Land zu erwirken. Der Zusammenschluss dieser internationalen Widerstandsprojekte nennt sich das A22 Netzwerk. Dessen wichtigster Geldgeber ist der Climate Emergency Fund.

06.09.2022 08:40: Verkehrsblockaden in mehreren StÀdten - gegen tödliches fossiles Weiter-So

Verkehrsblockaden in mehreren StĂ€dten – gegen tödliches fossiles Weiter-So

 

Berlin, 06.09.2022,  8:40 Uhr – In Stuttgart, Kempten, Oldenburg, Heppenheim und Berlin blockieren heute BĂŒrger:innen der Letzten Generation den Verkehr. Sie leisten damit friedlichen Widerstand gegen das Politikversagen in der Klimakrise. Die Bundesregierung muss jetzt erste Schritte  wie ein Tempolimit und kostenlosen ÖPNV umsetzen.  

Judith B. (42), Mutter von zwei Kindern, erklĂ€rt, warum sie heute den Verkehr in Berlin blockiert: “Mir ist klar geworden: Wir mĂŒssen, ich wĂŒrde sogar sagen, wir dĂŒrfen nicht tatenlos zusehen, wie unsere Regierung Klimaziele formuliert, aber kaum etwas unternimmt, um sie zu erreichen. Nicht einmal einfache Schritte wie ein Tempolimit werden umgesetzt, um ernsthaft die Reduktion von Emissionen voranzutreiben. Diese UntĂ€tigkeit setzt die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel!”

Eika (40), Mutter von 4 Kindern blockiert heute in Oldenburg gemeinsam mit ihrer Ă€ltesten Tochter (16) den Verkehr: „Die DĂŒrren, WaldbrĂ€nde, sinkende Grundwasserspiegel und Überflutungen sind bloß Vorboten von den Schrecken unserer Zukunft. Wir mĂŒssen jetzt die Notbremse ziehen! In zwei bis drei Jahren werden wir keine Chance mehr haben, eine tödliche Heißzeit zu verhindern, die Hunger, Krieg und Flucht in bisher unbekanntem Ausmaß mit sich zieht. Jetzt ist die Zeit fĂŒr zivilen, friedlichen Widerstand.“

Henning Jeschke (22), MitgrĂŒnder der Letzten Generation betont: „Unsere Bundesregierung stolpert durch diese Krise, ohne ein Konzept. Sie hat keinen Plan wie das Erreichen der Klimakipppunkte, in den nĂ€chsten 2-3 Jahren noch verhindert werden kann. Dieses fossile Weiter-so wird unsere Gesellschaft in den totalen Zusammenbruch fĂŒhren.” 

Die Bundesregierung erklĂ€rt bis 2045 KlimaneutralitĂ€t erreichen zu wollen. Dieser Zeitpunkt liegt weit nach dem kritischen Punkt, den der letzte IPCC-Bericht errechnet hat [1]. Sie verschließt damit die Augen vor der Wirklichkeit und treibt uns und die kĂŒnftigen Generationen ĂŒber die Klippe in den Abgrund einer Heißzeit.
Wir alle sind die letzte Generation, die diese dĂŒstere Zukunft noch abwenden kann.

Blockadeorte:
– Berlin 52,5179914, 13,4534106
– Heppenheim 49.643603, 8.624477
– Kempten 47.735863,10.328536, Stephanstraße Richtung Stadt
– Oldenburg Abfahrt Eversten, Hauptstraße Ecke Prinzessinweg
– Stuttgart  Bad Canstatt,  B10 RosensteinbrĂŒcke

[1] “Der Anstieg der globalen mittleren OberflĂ€chentemperatur (GST, „laufender Mittelwert“ ĂŒber 20 Jahre) im Vergleich zum vorindustriellem Niveau wird wahrscheinlich Anfang der 2030er Jahre den Wert von 1,5°C erreichen, und zwar in allen untersuchten Emissions-Szenarien (SSP1-1.9 bis SSP3-7.0), im Hochemissions-⁠Szenario⁠ SSP5-8.5 sogar frĂŒher.” www.umweltbundesamt.de/themen/ipcc-bericht-klimawandel-verlaeuft-schneller

03.09.2022 11:30: Deutscher wieder frei – nach 16 Tagen Einzelhaft in Schweden weiterhin entschlossen

Deutscher wieder frei – nach 16 Tagen Einzelhaft in Schweden weiterhin entschlossen

 

Stockholm, 03.09.2022 – Große Freude vor dem Stockholmer Bezirksgericht: Nach 16 Tagen in U-Haft ist Christian BlĂ€ul (40) wieder frei. Der Physiker und zweifache Vater war am 17. August bei einer friedlichen Sitzblockade unserer schwedischen Schwestern-Kampagne „ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker“ („Sumpfgebiete Wiederherstellen“, [1]) festgenommen worden. Nun freut er sich auf ein Wiedersehen mit seiner Familie Zuhause in Dresden. Sein Urteil kennt er noch nicht, es wird am 16. September verkĂŒndet werden. 

„Ganz besonders freut mich, am Sonntag beim 16. Geburtstag meiner Tochter dabei sein zu können“, zeigte sich BlĂ€ul nach seiner Entlassung erleichtert. Wie lange er eingesperrt sein wĂŒrde, wĂ€re ihm wĂ€hrend der Haft nicht klar gewesen. Nun wisse er, es waren 16 Tage. LĂ€nger als er wurde in Schweden noch kein Mensch fĂŒr Klimaprotest festgehalten.

23 Stunden am Tag war BlĂ€ul wĂ€hrend der U-Haft alleine in seiner Zelle. Laut dem EuropĂ€ischen Komitee zur VerhĂŒtung von Folter können Gefangene in Einzelhaft großen seelischen und körperlichen Schaden davontragen [2]. BlĂ€ul sagt, er hĂ€tte die Einsamkeit gut aushalten können. Geholfen hĂ€tte ihm dabei die SolidaritĂ€t von außen, die ihn auch in seiner Zelle erreicht hat. In einem Statement nach seiner Entlassung bedankte er sich: „Ich habe von 64 Menschen Briefe erhalten.“ [3] Er werde alle beantworten.

BlĂ€ul ist weiterhin entschlossen, zivilen Widerstand zu leisten: „Keine Regierung tut auch nur annĂ€hernd genug, um eine tödliche Klimakatastrophe zu verhindern. Nicht die schwedische, und auch nicht die deutsche. Deshalb werde ich weiter an Straßenblockaden teilnehmen.“

In ca. zwei Wochen wird BlÀul sein Urteil erfahren. Er rechnet mit einer Geld- oder BewÀhrungsstrafe. Der Berliner Kevin Hecht (30) ist weiterhin in Stockholm in U-Haft. Er hatte sich am 22. August aus SolidaritÀt mit BlÀuls Inhaftierung an einer Blockadeaktion in Schweden beteiligt. Seine Gerichtsverhandlung wird am 6. September stattfinden.

[1] ÄterstÀllvÄtmarker.se/  
[2] rm.coe.int/16806fa178 
[3] twitter.com/Gogowitsch/status/1565731673509093376

01.09.2022 12:30: „Freifahrten” – BĂŒrger:innen fahren bundesweit ohne Ticket im ÖPNV

„Freifahrten” – BĂŒrger:innen fahren bundesweit ohne Ticket im ÖPNV

 

Berlin, 01.09.2022, 12:30 Uhr – Am heutigen Tag, dem ersten Tag nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets, fahren BĂŒrger:innen der Letzten Generation in Berlin, NĂŒrnberg sowie auf mehreren Bahnstrecken zwischen Frankfurt und Freiburg ohne Ticket im ÖPNV. 

Der friedliche Widerstand der BĂŒrger:innen richtet sich an die Bundesregierung. Sie solle ihre moralische Verpflichtung zum Schutz der Bevölkerung wahrnehmen und die Menschen vor den drohenden Hungerkatastrophen und Kriegen um die letzten Ressourcen bewahren. 

Mario Burkhardt (34) fĂ€hrt heute ohne Ticket in Berlin Bahn und sagt: „Warum reden wir vom kĂŒrzeren Duschen und Tankrabatten statt vom Einsparen durch dauerhaften kostenfreien ÖPNV? Warum soll die einfache Bevölkerung diesen Winter frieren, aber die Super-Reichen sollen nicht fĂŒr ihre kriegstreiberischen Öl-Profite bezahlen? Wir fahren hier und heute ohne Ticket, um an einem einzigen vieler Beispiele zu zeigen: Das alles kann sich Ă€ndern!“

AimĂ©e von Baalen (23) aus Dresden, eine der Sprecherinnen der Letzten Generation, betont: „Die lebensnotwendigen Ressourcen werden von denen straffrei verprasst, die in Privatjets ĂŒber unsere Köpfe fliegen. Aber sich sein Bahnticket nicht leisten zu können, heißt in Deutschland Knast. Dieses Unrecht können wir nicht ertragen.”

MitgrĂŒnderin der Letzten Generation Lea Bonasera (24): „Im Sommer 2022, wĂ€hrend Europa austrocknet und brennt und wir auf einen weltweiten Klimakollaps zusteuern, gibt es keine NeutralitĂ€t mehr. Jetzt keinen Widerstand zu leisten, bedeutet, den zerstörerischen Kurs unserer Regierung mitzutragen.”

Sie fordert die Bevölkerung auf: „Schließt euch unserem friedlichen Widerstand gegen die Vernichtung unserer Gesellschaft an!” 

Die BĂŒrger:innen der Letzten Generation fahren heute gemeinsam in Gruppen ohne Ticket in Bus und Bahn. Sie Warnwesten und laden mit Flyern zu VortrĂ€gen der Letzten Generation ein, um mehr Menschen in den friedlichen Widerstand gegen den Klimakollaps zu holen.

31.08.2022 10:00: AnkĂŒndigung: Bundesweite Freifahrten

AnkĂŒndigung: Bundesweite Freifahrten

 

31.08.2022, 10:00 Uhr – Nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets leisten BĂŒrger:innen der Letzten Generation friedlichen Widerstand gegen die Unbezahlbarkeit des ÖPNV. Ab dem 01. September werden Sie bundesweit ohne gĂŒltige Tickets öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Dabei wird mit VortrĂ€gen, Schildern und Werbematerial auf die Klimakatastrophe und den Irrsinn horender Preise im Nah- und Fernverkehr aufmerksam gemacht.

Die sozial- und klimapolitisch Engagierten fahren trotz allem bezahlt mit der Bahn: Vor dem Fahrtantritt wird der Preis fĂŒr ein bundesweit gĂŒltiges Ticket an einen Klimafond gespendet [1].

Eine der Engagierten ist Maja Winkelmann (24). Sie erklĂ€rt: „Ich bin wĂŒtend, dass das Leid der Menschen ignoriert wird. Die Regierung trifft die einfachsten Sofort-Maßnahmen nicht! Warum redet Sie Mitten im Klimanotfall vom kĂŒrzeren duschen und Tankrabatten statt vom Einsparen durch dauerhaften kostenfreien ÖPNV?“

Weiter fĂŒhrt sie aus: „WĂ€hrend jĂ€hrlich Menschen ins GefĂ€ngnis mĂŒssen, weil sie sich den Besuch bei den Enkeln nicht leisten können, rasen andere mit 200 km/h ĂŒber die Autobahn und verfeuern damit unsere Lebensgrundlage. Diese Ungerechtigkeit muss die Regierung jetzt anpacken!“

Lea Bonasera (24), Mitinitiatorin der Letzten Generation ergĂ€nzt: „Im Jahr 2022, nach einem brennenden Sommer, ist es an der Zeit finanziell benachteiligten Menschen die Teilhabe an MobilitĂ€t zu ermöglichen und gleichzeitig dafĂŒr zu sorgen, dass MobilitĂ€t nachhaltig möglich ist. Heute fahre ich symbolisch ohne Ticket Bahn. Damit starte ich selbstĂ€ndig den schnellen, fairen Wandel, den es jetzt braucht!”

Mit ihrer Aktion lĂ€d die Letzte Generation alle Interessierten ein, sich an den Freifahrten zu beteiligen. Mehr Informationen bietet die Bewegung auch in ihren VortrĂ€gen: VortrĂ€ge – Letzte Generation đŸ”„.

[1] 9 Euro Fonds – Das 9 Euro Ticket aus der Solidargemeinschaft

30.08.2022 19:30: Gerichtsprozess: Gericht verschließt Augen vor Klimakatastrophe

Gerichtsprozess: Gericht verschließt Augen vor Klimakatastrophe

 

Wir blicken der Klimakatastrophe direkt in die Augen: Nachdem diesen Sommer weltweit die WĂ€lder gebrannt haben und unsere Felder vertrocknet sind, flieht das Gericht im ersten Prozess gegen die Letzte Generation vor seiner Verantwortung in der Krise.

Angeklagt wurde ein junger Mensch, der mutig und friedlich Widerstand gegen den zerstörerischen Kurs der Bundesregierung geleistet hat. Das Gericht entschied sich dazu, seinen Hilferuf zu verurteilen. 

Obwohl es die Klimakrise als Problem anerkannte, klammerte das Gericht diese in seiner Entscheidung ausdrĂŒcklich aus. Es sei nicht die Aufgabe des Gerichts, sich mit der Sache auseinanderzusetzen. Dies können wir nur als fatalen Fehler bezeichnen, denn die Augen vor der RealitĂ€t zu verschließen, fĂŒhrt unsere Kinder in den Tod.

Hunderte Menschen werden in den nĂ€chsten Monaten in diese GerichtssĂ€le ziehen und dort, wie auch auf der Straße, deutlich machen: Was wir alle in den nĂ€chsten 2-3 Jahren tun, ist alles entscheidend. 

Wir sind bereit, die rechtlichen Konsequenzen fĂŒr unser Handeln zu tragen, doch können es nicht hinnehmen, dass sich das Gericht heute aus der Verantwortung gezogen hat und damit den Mord an den Armen und der jungen Generation billigt.

UnabhÀngig davon, was in den GerichtssÀlen entschieden wird: Der friedliche Widerstand geht mit derselben Entschlossenheit weiter.

Das Urteil in der Krise ist das zwischen Leben und Tod.

29.08.2022 18:30: Disruption of oil festival ONS 2022

Disruption of oil festival ONS 2022 

 

ONS 2022 will be disrupted on 29.08.2022 by supporters of the Stopp oljeletinga campaign. This action is taken to express opposition to and as a use of freedom of speech against the continued exploration for more oil and gas and the devastating economic and security threat posed by the fossil fuel industry. The goal is to make the public aware and to put pressure on politicians who are massively failing their responsibilities to act in favour of the public wellness and prosperity.

UN General Secretary’s words on the acute need for transformation of our energy systems: “We have a choice. Collective action or collective suicide. It is in our hands”, (18.07.22), should have been more than plenty to shock us all into action. And to treat this urgent threat on humanity with the emergency response required. At the very least it should have been enough to make leaders understand that still looking for more oil is immensely immoral.

Fossil fuels account for 89% of the world’s CO2 emissions. It is awkwardly obvious where to make cuts to avoid complete economic and societal collapse within 50 years should the world exceed 1.5 degrees.

Out of fear of the 3 degrees current policies are headed towards today’s participants in the civil disobedience action are resisting as loud as they can non-violently. They are aware of the consequences of the action in regards to whom it inconveniences and themselves. They are action on their own convictions and they see this as necessary as everything else has been tried.

The Stopp oljeletinga campaign will continue and increase the use of civil disobedience actions until the demands of the campaign has been met:

1. We damand that the Norwegian government announce a full stop to all further oil and gas exploration on Norwegian territories.
2. We demand that the Norwegian government make a detailed plan for a just transition and new jobs for current oil workers.

What will happen?
It is time to sound the alarm about what we are getting into. The oil industry is pushing us towards a crisis, a crisis we must sound the alarm about. Therefore, a supporter of Stopp Oljeletinga will pull the fire alarm during the opening of the oil festival ONS 2022. This is not the time to celebrate the oil industry, it is the time for the closing party. When the alarm is sounded, other participants will tag Stop Oljeletinga on the entrance, before carrying out their civil resistance with glue and arrest. The escalation in the form of resistance occurs as a response to how extreme a celebration of this industry is. The oil industry pours fuel on the fire which will eventually devour today’s children and young people

When and where?
Starting time: 11:58
Location: Clarion hotel Energy
goo.gl/maps/yxrnB5KcNTXZTdyD6

29.08.2022 17:00: Bis zu 4 Jahre Haft - Schweden klagt deutschen Familienvater an

Bis zu 4 Jahre Haft – Schweden klagt deutschen Familienvater an

 

Stockholm/Berlin,  29. August 2022 – Christian BlĂ€ul (40) und Kevin Hecht (30), UnterstĂŒtzer der Letzten Generation, befinden sich zur Stunde noch immer in schwedischer Untersuchungshaft. Sie hatten sich an friedlichen Sitzblockaden von “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” (“Sumpfgebiete Wiederherstellen”) beteiligt. Die Gruppe fordert von der schwedischen Regierung, den Torfabbau zu verbieten und die fĂŒr das Klima so wichtigen Sumpfgebiete wiederherzustellen.

Vergangenen Freitag haben die schwedischen Behörden entschieden, dass es gegen Christian zur Anklage kommen wird. Dem Vater von zwei Kindern drohen damit bis zu 4 Jahre Haft, weil er nicht bereit ist, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen einfach hinzunehmen. BlĂ€ul soll mindestens bis zum Gerichtstermin am 2. September in der Untersuchungshaft bleiben. Eine vorĂŒbergehende Freilassung gegen Kaution wurde ihm verweigert, trotz seiner Zusicherung, zu allen Gerichtsverfahren zu erscheinen.

FĂŒr den Familienvater BlĂ€ul ist heute der 12. Tag in Einzelhaft – lĂ€nger, als je zuvor ein Mensch der Letzten Generation in Gefangenschaft verbringen musste. Der Physiker denkt oft an seine Tochter. Über seine Motivation schreibt er: “Wie soll ich mit dem Wissen leben, dass wir unsere Kinder in den Tod schicken? Wenn ich mich jetzt dem fossilen Wahnsinn nicht in den Weg setze, kann ich im Leben keinem Kind mehr in die Augen schauen.”

Über die Haftbedingungen beklagt er sich nicht: “Es geht mir den UmstĂ€nden entsprechend gut im GefĂ€ngnis. Ich werde das bis zum Ende durchstehen, weil ich meinem moralischen Kompass folge. Ich bin hier am richtigen Ort, voller Kraft und voller Liebe fĂŒr das Leben.”

Seit 7 Tagen sitzt auch der Berliner Informatiker Kevin Hecht in Stockholm hinter Gittern. Ob auch gegen ihn Anklage erhoben wird, entscheidet sich in den nĂ€chsten Tagen. Er hatte sich aus SolidaritĂ€t mit BlĂ€ul einer neuerlichen Straßenblockade von ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker angeschlossen – in dem vollen Bewusstsein, dass auch ihm damit U-Haft und Strafverfolgung drohen. Abschrecken ließ er sich davon nicht: „Angst habe ich vor der Klimakatastrophe, nicht vor dem GefĂ€ngnis”, schreibt er in einem Brief aus der Zelle.

Und weiter: “Treibhausgase kennen keine Grenzen. Wir stehen vor der schwersten Krise, die die Menschheit je gesehen hat – und uns bleiben vielleicht noch 2-3 Jahre, um einen todbringenden Klimakollaps aufzuhalten. Deshalb mĂŒssen wir uns jetzt ĂŒber alle Grenzen hinweg zusammenschließen, und gemeinsam dem fossilen Wahnsinn ein Ende bereiten.”

Carla Hinrichs, eine Sprecherin der Letzten Generation, fĂŒgt an: “Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit sind Christian BlĂ€ul und Kevin Hecht uns allen ein Vorbild. Wir tun, was notwendig ist, um eine Klimahölle und damit die Vernichtung unserer Zivilisation zu verhindern – und lassen uns auch durch GefĂ€ngnisstrafen nicht ruhigstellen.”

AuffĂ€llig ist der Umgang der schwedischen Behörden mit den beiden deutschen StaatsbĂŒrgern. Mehrere dutzend Beteiligte, darunter auch Personen aus Finnland und Norwegen, wurden kurze Zeit nach den Sitzblockade wieder auf freien Fuß gesetzt. Einzig BlĂ€ul und Hecht befinden sich seit nunmehr ĂŒber einer Woche in Untersuchungshaft. Schweden betritt damit Neuland – es ist das erste Mal ĂŒberhaupt, dass in dem skandinavischen Land KlimschĂŒtzer ins GefĂ€ngnis gesteckt werden.

Kontakt in Schweden:  Spokesperson Josefin  +46703892510; ÄterstÀllvÄtmarker.se

29.08.2022 11:00: Prozess fĂŒr Essensretter - Gericht statt Gerechtigkeit

Prozess fĂŒr Essensretter – Gericht statt Gerechtigkeit 

 

Am Donnerstag, 1. September steht Michael Winter (59), UnterstĂŒtzer der Letzten Generation, um 10 Uhr vor dem Berliner Amtsgericht. Er hat sich Anfang Januar fĂŒr ein Essen-Retten-Gesetz dem fossilen Wahnsinn in den Weg gestellt. Jetzt soll ihm dafĂŒr der Prozess gemacht werden – wĂ€hrend die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen in unverminderter HĂ€rte weitergeht.

Wir laden Vertreter:innen der Medien ein, der Verhandlung beizuwohnen. Menschen der Letzten Generation haben bereits angekĂŒndigt, rund um den Prozess weitere Aktionen setzen zu wollen.

Genauer Ort: 
Amtsgericht Tiergarten
Turmstraße 91, 10559 Berlin
Raum 456 (grĂ¶ĂŸerer Raum beantragt – diese können Sie gegebenenfalls vor Ort beim Gericht oder bei unserem Pressekontakt erfragen)

Verhandlungsbeginn:
01.09.2022 – 10 Uhr

27.08.2022 18:45: Bundesliega-Topspiel unterbrochen

Bundesliega-Topspiel unterbrochen

 

MĂŒnchen, 27.08.2022, 18:45 Uhr – Das Bundesliga-Topspiel zwischen Bayern MĂŒnchen und Borussia Mönchengladbach wurde soeben von fĂŒnf UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation unterbrochen. Vor 75.000 Zuschauer:innen in der Allianz Arena liefen sie aufs Feld und ketteten sich an die Torpfosten, um zu verdeutlichen, dass der drohende Klimakollaps auch vor dem Lieblingssport der Deutschen keinen Halt machen wird.

Das Spiel der beiden Erstligisten wird als Traditionsspiel bezeichnet. Seit Jahrzehnten duellieren sie sich immer wieder um den ersten Platz. “Auch die Klimakrise ist ein Traditionsspiel. Immer weiter treiben Regierungen und Reiche uns mit ihrem todbringenden fossilen Kurs in die Zerstörung. Wenn wir in Zukunft mit unseren Kindern den Fußball rollen sehen wollen, dĂŒrfen wir jetzt nicht die Augen vor der Klimakrise verschließen”, sagt Lina Schinköthe (20), bevor sie das Spielfeld betritt.

Was können wir noch tun, um den Fußball zu retten? „Wir mĂŒssen brutal ehrlich zueinander sein!”, sagte Gladbach-Coach Daniel Farke im Vorfeld des Spiels [1]. Brutale Ehrlichkeit fordert auch Lisa Winkelmann (20), die das heutige Spiel unterbricht: 
„Wir sind kurz davor, alle unsere Lebensgrundlage zu verlieren. Es wird extreme DĂŒrren, Fluten, ErnteausfĂ€lle, Hungersnöte und Wassermangel geben. Ich habe Angst meine Familie, meine Freund:innen, Menschen, die ich liebe zu verlieren. Ich kann nicht einfach mit ansehen, wie uns unsere Lebensgrundlage entrissen wird!” 

„Und wĂ€hrend unsere Welt bereits jetzt brennt, austrocknet und ĂŒberflutet wird, und bereits Hunderttausende verhungern und fliehen, versagt unsere Regierung auf voller Linie. Anstatt eine Vollbremsung hinzulegen, schauen wir weg, verharmlosen es und geben weiter Gas. Obwohl wir wissen, dass genau das tödlich endet”, erklĂ€rt Moritz Sieghart (20) seinen heutigen zivilen Widerstand gegen das todbringende fossile Weiter-So der Bundesregierung.

Auch in anderen LĂ€ndern fanden bereits Unterbrechungen von Sportereignissen durch BĂŒrger:innen statt, zuletzt in England und Frankreich.
Die Letzte Generation ist Teil des internationalen A22 Network, das friedliche Aktionen zivilen Widerstands in 10 LĂ€ndern weltweit gegen das Ausbleiben von Maßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps durchfĂŒhrt.

Der Mathematikstudent Leonardo Elgas (23), der heute ebenfalls auf  das Spielfeld rannte, appelliert daher an seine Mitmenschen: „Je mehr Menschen wir auf den Fußballfeldern und vor allem auf der Straße sind, desto grĂ¶ĂŸer ist der politische Handlungsdruck. Die nĂ€chsten Jahre entscheiden ĂŒber die Zukunft von allem, was uns lieb ist. Was wirst du in dieser Zeit tun?”

[1] htps://www.zeit.de/news/2022-08/27/gladbach-coach-farke-moechte-dass-wir-brutal-ehrlich-sind

26.08.2022 15:15: Festgeklebt an “Der Bethlehemitische Kindermord” - Widerstand gegen todbringenden Regierungskurs

Festgeklebt an “Der Bethlehemitische Kindermord” – Widerstand gegen todbringenden Regierungskurs

 

MĂŒnchen, 26.08.2022, 15:15 Uhr – Zum vierten Mal in dieser Woche kleben sich zwei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation an ein weltberĂŒhmtes GemĂ€lde, um friedlichen Widerstand gegen den zerstörerischen Kurs der Regierung zu leisten. Dieses Mal an „Der Bethlehemitische Kindermord” des flĂ€mischen KĂŒnstlers Paul Peter Rubens.

Das 400 Jahre alte GemĂ€lde stellt wohl eine der grausamsten Szenen dar, die damals vorstellbar waren: Kleinkinder werden ihren MĂŒttern entrissen und von den gnadenlosen Schergen des Königs Herodes blutig ermordet.
Die heraufziehende Klimakatastrophe trifft den Menschen elementar  – sei es, dass Schlammfluten ihn rasch ersticken oder Missernten ihn langsam und still verhungern lassen. Kipppunkte der Zivilisation können vorher schon zu Krieg und Chaos fĂŒhren, vor dem nichts sicher ist, auch nicht dieses GemĂ€lde. 

„Ich klebe mich heute an dieses GemĂ€lde, weil ich verzweifelt bin. Die Klimakatastrophe ist schon hier, wir sehen schon heute Menschen bei Flutkatastrophen wie im Ahrtal ihre Existenzen verlieren. Auch unsere Kinder werden sterben, wenn unsere Regierung jetzt nicht dem Klimanotstand angemessen handelt”, erklĂ€rt Michael Winter (59) seine Motivation heute Teil der Aktion zu sein.  

Simon Lachner (24, Elektroingenieur fĂŒr erneuerbare Energiesysteme), der zivilen Widerstand bei der Letzten Generation leistet, sagt dazu:
„Bereits heute sterben Menschen an Hitze, Überflutungen, DĂŒrren und ErnteausfĂ€llen. Die Klimakatastrophe ist so sichtbar wie die Messer der Kinder mordenden Soldaten von König Herodes.
Ich habe einen Neffen, der 1 1/2 Jahre alt ist, er trĂ€gt keine Schuld an der Zerstörung unserer Ökosysteme, aber er wird alle Folgen tragen mĂŒssen. Lasst uns jetzt alle gemeinsam dafĂŒr einstehen, dass wir die schlimmsten Auswirkungen verhindern, indem wir von unseren Politiker:innen endlich Verantwortung fordern.”


Die Letzte Generation ist Teil des internationalen A22 Network, das friedliche Aktionen zivilen Widerstands in 10 Ländern weltweit gegen das Ausbleiben von Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe durchführt.

Das A22 Network betont in seiner Erklärung zur Krise: “Wir sind nicht hier, um ein Zeichen zu setzen, um etwas zu bitten oder zu unterhalten. Wir sind hier, um den Wandel herbeizuführen, der notwendig ist. Wir sind hier, um die Regierungen dazu zu zwingen, die Treibhausgas-Emissionen drastisch zu senken, nichts weniger.”

Die Letzte Generation erhält für Aktionstraining zur Vorbereitung friedlicher Störaktionen sowie ihre Öffentlichkeitsarbeit finanzielle Unterstützung vom Climate Emergency Fund (www.climateemergencyfund.org/).

26.08.2022 08:50: U-Haft droht nach GemÀldeprotest - Innensenatorin verurteilt aufs SchÀrfste

U-Haft droht nach GemĂ€ldeprotest – Innensenatorin verurteilt aufs SchĂ€rfste

 

Berlin, 8:50 Uhr: Nach der gestrigen Protestaktion in der GemĂ€ldegalerie wird einer der beiden UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation, Maja Winkelmann (24), um 9 Uhr dem LKA zur Anhörung vorgefĂŒhrt. Laut ihrem Anwalt wird seit gestern Untersuchungshaft geprĂŒft. Die Staatsanwaltschaft kĂŒndigte an, um 12 Uhr ihren Antrag auf Untersuchungshaft dem Gericht zur Entscheidung vorzulegen. Eine Entscheidung wird im Lauf des Tages erwartet.

Seit Beginn der GemĂ€lde Proteste der letzten Generation diesen Dienstag streitet die Öffentlichkeit. WĂ€hrend der Leiter der Hamburger Kunsthalle seine Sympathie aussprach, verurteilte Iris Spranger, Innensenatorin von Berlin, das Vorgehen der BĂŒrger:innen [1].

Maja Winkelmann vor ihrer Anhörung: “Unser aller Überleben hĂ€ngt davon ab, was wir in den nĂ€chsten Jahren tun. Meine Angst, dass die Regierung ihren mörderischen Kurs beibehĂ€lt und unser aller Leben zerstört, ist grĂ¶ĂŸer als davor, in einer Zelle zu sitzen. Wir sind der Alarm, der zwingend notwendig ist, damit alle verstehen: Wir sind in einer Notsituation”. 


[1] twitter.com/Innensenatorin/status/1562849388128780288?s=20&t=bvFqi-RYqLQyayopfGoX2w

25.08.2022 15:00: Erneut festgeklebt an GemÀlde - Katastrophe nimmt Hoffnung auf eine sichere Zukunft

Erneut festgeklebt an GemĂ€lde – Katastrophe nimmt Hoffnung auf eine sichere Zukunft

 

Berlin 25.08.2022 , 15:00 Uhr – Zwei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation haben sich heute Mittag an das GemĂ€lde “Ruhe auf der Flucht nach Ägypten” von Lucas Cranach in der Berliner GemĂ€ldegalerie geklebt. Denn auf einer 2 oder 4 Grad heißeren Welt wird es keine sichere Zuflucht mehr geben.

 

Das Kunstwerk zeigt Maria mit dem kleinen Jesus, die auf ihrer Flucht nach Ägypten Kraft schöpfen. Sie fliehen vor Herodes, der es auf das Leben Jesu abgesehen hat. Maria sehnt sich nach einer Zukunft, in der ihr Kind in Sicherheit leben kann und nicht um seine Existenz fĂŒrchten muss.
Maria und Jesus waren auf dem Weg in eine sichere Zuflucht. Die Menschheit befindet sich jedoch derzeit auf der Überholspur in eine tödliche Klimakatastrophe.

 

Lina Eichler (19), die ihr Abitur abgebrochen hat, um sich dem zivilen Widerstand der Letzten Generation anzuschließen, erklĂ€rt:
„Ich habe mich heute an dieses GemĂ€lde geklebt, um fĂŒr eine sichere Zukunft fĂŒr uns und alle Kinder zu kĂ€mpfen. Wir mĂŒssen jetzt unsere KrĂ€fte sammeln, wie Maria auf dem berĂŒhrenden GemĂ€lde, und uns dafĂŒr einsetzen, dass wir und die Kinder dieser Welt wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können. Eine Zukunft, in der sie nicht von DĂŒrren und Flutkatastrophen bedroht werden und sich nicht vor Kriegen fĂŒrchten mĂŒssen.”

 

Maja Winkelmann (24) erklÀrt ihre Motivation, sich an das GemÀlde zu kleben:
„Maria steht hier auf dem GemĂ€lde stellvertretend fĂŒr uns Alle, denn wir alle sehnen uns nach einer sicheren Zukunft fĂŒr unsere Familien und Freunde. Wir mĂŒssen jetzt friedlichen Widerstand leisten, um sie retten zu können. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren, denn die Klimakatastrophe hat schon begonnen.”

 

Die Letzte Generation ist Teil des internationalen A22 Network, das friedliche Aktionen zivilen Widerstands in 10 LĂ€ndern weltweit gegen das Ausbleiben von Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe durchfĂŒhrt. 

 

Das A22 Network betont in seiner ErklĂ€rung zur Krise:  “Wir sind nicht hier, um ein Zeichen zu setzen, um etwas zu bitten oder zu unterhalten. Wir sind hier, um den Wandel herbeizufĂŒhren, der notwendig ist. Wir sind hier, um die Regierungen dazu zu zwingen, die Treibhausgas-Emissionen drastisch zu senken, nichts weniger.”

 

Die Letzte Generation erhĂ€lt fĂŒr Aktionstraining zur Vorbereitung friedlicher Störaktionen sowie ihre Öffentlichkeitsarbeit finanzielle UnterstĂŒtzung vom Climate Emergency Fund (www.climateemergencyfund.org/ ).

24.08.2022 16:00: Untersuchungshaft in Schweden - weiterer UnterstĂŒtzer der Letzten Generation in schwedischem GefĂ€ngnis

Untersuchungshaft in Schweden – weiterer UnterstĂŒtzer der Letzten Generation in schwedischem GefĂ€ngnis


Stockholm/Berlin, 24.08.2022, 16:00 UhrKevin Hecht (30), UnterstĂŒtzer der Letzten Generation aus Berlin, befindet sich nach einer heutigen richterlichen Anhörung weiter in Untersuchungshaft.

 

Hecht, der in Deutschland als Informatiker arbeitet, hatte am Montag, den 22.08.2022, zusammen mit 19 weiteren Personen in Stockholm mit einer Sitzblockade friedlich eine Autobahn blockiert.

 

Die Aktion der schwedischen Schwesterorganisation der Letzten Generation ‘Aterstall Vatmaker’ (Sumpfgebiete Wiederherstellen) richtete sich gegen den weiteren Torfabbau in Schweden und fand in SolidaritĂ€t mit dem deutschen Familienvater Christian BlĂ€ul (40) statt.

 

BlÀul befindet sich bereits seit dem 17.08.2022 nach einer friedlichen Autobahnblockade in schwedischer Untersuchungshaft bis mindestens zum 26.08.

 

In beiden Verfahren prĂŒft die schwedische Staatsanwaltschaft, ob im Schnellverfahren Anklage erhoben wird. In diesem Fall können die Inhaftierungen beider noch lĂ€nger andauern.

 

Vor seiner Festnahme sagte Kevin Hecht: „Die Dramatik und Geschwindigkeit, mit der die Klimakatastrophe sich in ihren Auswirkungen schon heute zeigt, macht keinen Halt vor LĂ€ndergrenzen. Deswegen unterstĂŒtze ich den Protest von ‘Aterstall Vatmaker’ und zeige, dass wir uns auch von drohender Haft nicht abschrecken lassen! Denn wir haben nur noch 2-3 Jahre Zeit, um den todbringenden Klimakollaps aufzuhalten.”

 

Carla Hinrichs, eine der Sprecherinnen der Letzten Generation, erlĂ€utert: “Christian BlĂ€ul und Kevin Hecht sind die ersten BĂŒrger, die jemals in Schweden fĂŒr ihren Einsatz fĂŒr das Klima inhaftiert wurden. Wir lassen uns nicht durch die Androhung von GefĂ€ngnis davon abhalten, alles Notwendige dafĂŒr zu tun, um Klimakipppunkte und die Vernichtung unserer Zivilisationen aufzuhalten.”

 

24.8.2022 13:30: Festgeklebt an Poussind GemĂ€lde “Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe” - friedlicher Widerstand gegen Regierungskurs der Zerstörung

Festgeklebt an Poussind GemĂ€lde “Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe” – friedlicher Widerstand gegen Regierungskurs der Zerstörung

24.08.2022 Frankfurt (Main), 13:30 Uhr – Aus Protest gegen den tödlichen fossilen Kurs der Bundesregierung haben sich heute Mittag zwei Mitglieder der Letzten Generation an das GemĂ€lde „Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe“ von Nicolas Poussin im StĂ€del Museum in Frankfurt (Main) geklebt.

 

Das Bild steht heute symbolisch fĂŒr den zerstörerischen Kurs der aktuellen Politik: Es zeigt Pyramus am Boden liegend, neben ihm ein Schwert, mit dem dieser sich aufgrund irriger Annahmen in den Tod stĂŒrzte. Sowie Pyramus von falschen Annahmen ausging, geht auch unsere Regierung von falschen Annahmen aus, die unsere Gesellschaften in den Zusammenbruch fĂŒhren werden: LNG-Terminals, der Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken und ein Ausbleiben sinnvoller Maßnahmen wie ein Tempolimit oder kostenloser Nahverkehr werden uns weiter in die tödliche Klimakatastrophe fĂŒhren.

 

Penelope Frank (31) erklÀrt, weshalb sie sich heute an das Bild klebt:
„Ich bin verstĂ€ndnislos und wĂŒtend, dass die Regierung unsere Zukunft, unser aller Leben aufs Spiel setzt. Wir sehen schon heute auf durch DĂŒrre und Feuer zerwĂŒstete FlĂ€chen und von Fluten weggerissene Ortschaften, hier in Deutschland, in Europa und vor allen bei den Ärmsten dieser Welt. Ich habe mich heute an dieses bedrĂŒckende GemĂ€lde angeklebt, weil Protest und Widerstand gegen den Kurs der Zerstörung unserer Regierung nicht weiter ignorierbar sein dĂŒrfen.“

 

Raul Semmler (38), Schauspieler und Drehbuchautor, fĂŒgt hinzu:
„Wollen wir in ein paar Jahrzehnten, in den TrĂŒmmern stehen und uns fragen, warum wir nicht genug getan haben? Warum wir die Kriege um Essen und Wasser, die Zerstörung durch extreme Wetterereignisse, BrĂ€nde, StĂŒrme, Fluten nicht verhindert haben? Wir haben noch 2 bis 3 Jahre, um die schlimmsten Szenarien der Klimakatastrophe abzuwenden. Deswegen mĂŒssen wir jetzt Widerstand leisten, ĂŒberall.“

 

“Mit Aktionen wie der heutigen wird der Widerstand gegen den Kurs der Bundesregierung unignorierbar auch an Orte der Kunst und Kultur getragen. Orte, die einem absoluten Kollaps des Weltklimas und einem folgenden Zusammenbruch sozialer Systeme ebenso zum Opfer fallen werden wie unzĂ€hlige Leben, wenn nicht endlich die Notbremse gezogen wird, „ erklĂ€rt Lea Bonasera, MitgrĂŒnderin der Letzten Generation.

 

Erst gestern hatten sich zwei UnterstĂŒtzer:innen der Letzten Generation an Raffaels „Sixtinische Madonna“ in Dresden festgeklebt.

23.08.2022 12:10: An GemÀlde festgeklebt - Widerstand an Sixtinischer Madonna

An GemĂ€lde festgeklebt – Widerstand an Sixtinischer Madonna

 

 

Dresden, 22.08.2022, 12:10 – Zwei Menschen der Letzten Generation klebten sich heute Vormittag an Raffaels „Sixtinische Madonna“ fest. Mit ihrer Aktion in der Dresdner GemĂ€ldegalerie verdeutlichen die entschlossenen BĂŒrger:innen, dass die weltweit voranschreitende Klimakatastrophe unignorierbar ist.

Jakob Beyer (28), der seine Zimmermann-Lehre abgebrochen hat, um in den zivilen Widerstand zu treten, wĂ€hrend er sich an der ‚Sixtinischer Madonna‘ festklebt: „Die Klimakatastrophe ist eine bisher nie dagewesene Bedrohung unglaublichen Ausmaßes. Mörderische DĂŒrren, vernichtende Hitze, alles verschlingende WaldbrĂ€nde: Das wird in den nĂ€chsten Jahren dramatisch zunehmen. Nicht nur hier in Deutschland. Nicht nur in der SĂ€chsischen Schweiz, dem wichtigsten Naherholungsgebiet Dresdens. Sondern weltweit!“

Maike Grunst (21) ergĂ€nzt, wĂ€hrend sie sich an das weltberĂŒhmte GemĂ€lde klebt: „Die international bekannte Sixtinische Madonna ist ein starkes Symbol: Maria und Jesus blicken mit Furcht in die Zukunft. Sie sehen dem Kreuztod Christi mit Schrecken entgegen. Ein genauso vorhersehbarer Tod wird auch das Resultat des Klimakollaps sein. Und zwar auf der ganzen Welt!“

Mit der heutigen Aktion solidarisiert sich die Letzte Generation auch mit Christian BlĂ€ul (40). Der deutsche Software-Entwickler und zweifacher Familienvater hatte im schwedischen Stockholm am 17.08. zusammen mit “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” (Sumpfgebiete Wiederherstellen) mit einer friedlichen Sitzblockade auf den Klimakollaps aufmerksam gemacht. In einem Eilverfahren war er anschließend zu mindestens 9 Tagen Haft verurteilt worden. Bei der gestrigen Aktion der schwedischen Schwesterorganisation “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” wurde erneut ein deutscher BĂŒrger, Kevin Hecht (30), festgenommen, der sich bis auf unbestimmte Zeit in Gewahrsam befindet. 

„Alles was uns lieb ist, wird durch die Klimakatastrophe zerstört werden. Die globale Erhitzung betrifft uns alle: In jedem Land, jeder Branche und allen Bereichen der Gesellschaft. Um zu ĂŒberleben, mĂŒssen wir sofort handeln!“, so Carla Hinrichs (25), eine der Sprecherinnen der Letzten Generation.

22.08.2022 Deutscher Familienvater im schwedischen GefÀngnis

Stockholm, 22.08.2022Christian BlĂ€ul wurde am Mittwoch, 17.08.2022 in Stockholm festgenommen, nachdem er sich dort bei einer friedlichen Sitzblockade fĂŒr mehr Klimaschutz eingesetzt hatte. Der deutsche Familienvater und UnterstĂŒtzer der Letzten Generation wurde von einem Gericht in Schnellverfahren fĂŒr mindestens 9 Tage in Haft genommen. BlĂ€ul wird daher bis mindestens Freitag, den 26.08. in einem schwedischen GefĂ€ngnis ausharren, wĂ€hrend nun ĂŒber weitere Strafverfolgung entschieden wird.

 

Die schwedischen Behörden gehen in diesem Fall besonders hart vor. Noch nie war ein UnterstĂŒtzer der Letzten Generation oder der schwedischen Schwesterorganisation “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” (Sumpfgebiete Wiederherstellen) [1] so lange in Gefangenschaft.

 

„Ich stehe zu dem, was ich tue und werde zu allen Gerichtsverhandlungen erscheinen. Es ist wichtig jetzt zu handeln, auch international, denn die Klimakatastrophe macht nicht vor den Grenzen halt“, teilte Christian BlĂ€ul dem Gericht vor seiner Verurteilung mit.

 

Die Sitzblockade, an der sich BlĂ€ul beteiligte, fand zusammen mit “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” (Sumpfgebiete Wiederherstellen) statt. Diese schwedische Schwesterorganisation der Letzten Generation fordert von der schwedischen Regierung, Torfabbau zu verbieten und Sumpfgebiete wiederherzustellen. Beide sind Teil des A22-Networks, unter dem sich Kampagnen des friedlichen zivilen Widerstandes in inzwischen 9 LĂ€ndern zusammengeschlossen haben. Der drohende Klimakollaps macht nicht vor Landesgrenzen halt, genauso wenig wie die dringenden Gegenmaßnahmen, daher tut es der zivile Widerstand auch nicht.

 

Heute morgen blockierten erneut BĂŒrger:innen von “ÅterstĂ€ll VĂ„tmarker” gemeinsam mit anderen Organisationen friedlich eine Fernstraße bei Stockholm. Dabei auch ein UnterstĂŒtzer der Letzten Generation [2].

Carla Hinrichs (Pressesprecherin der Letzten Generation) fĂŒhrt dazu an: „Wir befinden uns in einer globalen Krise, die Erde brennt. Darum ist es wichtig, dass wir auch auf internationaler Ebene mehr Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe fordern. Wir lassen uns von unserem Einsatz fĂŒr die Zukunft unserer Kinder und aller Menschen nicht abschrecken. Auch nicht von GefĂ€ngnisstrafen!“

 

[1] Kontakt in Schweden: Spokesperson Josefin +46703892510; ÄterstÀllvÄtmarker.se
[2] www.facebook.com/aterstallvatmarker/videos/584874889770006/

16.8.2022 NĂŒrnberger Pater Dr. Jörg Alt blockiert Hauptverkehrsstraße in NĂŒrnberg

NĂŒrnberger Pater Dr. Jörg Alt blockiert Hauptverkehrsstraße in NĂŒrnberg

Immer mehr Menschen schließen sich dem Widerstand an – Vorgeschmack auf einen turbulenten Herbst

NĂŒrnberg, 16.8. – Am heutigen Dienstagmittag um 100 Sekunden vor 12 blockiert der Jesuiten-Pater Dr. Jörg Alt gemeinsam mit dem Hungerstreikenden Henning Jeschke, weiteren NĂŒrnberger:innen der Letzten Generation sowie Extinction Rebellion den Altstadtring.
Jörg Alt SJ: „In der Klimakatastrophe hat die Kirche die Pflicht, die Regierung an ihre moralische Verantwortung den Menschen gegenĂŒber zu erinnern.“
Zuletzt hatte sein öffentliches Retten weggeworfener Lebensmittel aus der Supermarkttonne zu Diskussionen rund um zivilen Ungehorsam gefĂŒhrt – wĂ€hrend sich klimabedingte Hungersnöte weiter ausbreiten und unsere Lebensmittelpreise steigen.

 

Die Weltuntergangsuhr des Bulletin of the Atomic Scientists zeigt: Es ist fĂŒr uns Menschen gerade 100 Sekunden vor zwölf [1]. Um kurz vor zwölf Ortszeit bringen die BĂŒrger:innen inklusive des bundesweit bekannten Jesuiten-Paters den Altstadtring vor dem NĂŒrnberger Hauptbahnhof in beiden Fahrtrichtungen zum Stillstand. Die prominente UnterstĂŒtzung vor Ort umfasst unter anderem Pater Klaus VĂ€thröder, MdL a.D. Hermann Imhof (CSU) und MdB a.D. Uwe Kekeritz (GrĂŒne). Das breite BĂŒndnis zeigt: Immer mehr Teile der Gesellschaft schließen sich dem entschlossenen Widerstand auf den Straßen an und versuchen, den todbringenden Regierungskurs noch aufzuhalten. Sie kĂŒndigen der fossilen Elite den Gehorsam auf – in der Tasche die Vision einer besseren Welt. Auf der Straße spielen Menschen live Klaviermusik, ein Sofa und Topfpflanzen laden zum Verweilen ein.

 

Henning Jeschke, 22 (MitgrĂŒnder Letzte Generation): „Ich war 27 Tage lang im Hungerstreik bis auf die Intensivstation. Dann war Bundeskanzler Olaf Scholz bereit, mit uns ĂŒber seine Verantwortung in der Klimakatastrophe zu sprechen. Ein Jahr spĂ€ter versinkt Europa in WaldbrĂ€nden und noch immer fehlen die einfachsten Schritte, um das globale Massenmorden zu beenden. Gerade Bayern ist das nationale Symbol des Klimaversagens – nirgends ist die politische Planlosigkeit wohl offensichtlicher als hier [2]. So ist es genau der richtige Ort, um gemeinsam mit der Kirche die Bundesregierung im Angesicht der moralischen Verwahrlosung unserer Gesellschaft an ihre Verantwortung zu erinnern: Wie kann es sein, dass alle Bundes- und Landesregierungen mit Geld fĂŒr schmutziges Öl Kriege wie in der Ukraine finanzieren, wenige Reiche und ihre Öl-Konzerne steuerfrei die Gewinne abgreifen und die einfache Bevölkerung sich im kommenden Winter ihr Essen nicht leisten kann?”

 

Ernst Hörmann, 72 (Letzte Generation): „Wir mĂŒssen jetzt handeln, weil unser Leben davon abhĂ€ngt; und das unserer Kinder. Aus der Geschichte wissen wir: Wenn wir uns friedlich und entschlossen dem Todesmarsch unserer Gesellschaft entgegenstellen, können wir schnelle VerĂ€nderung herbeifĂŒhren. Wir brauchen jetzt mehr Menschen im zivilen Widerstand, die im Herbst mit uns auf die Straßen gehen, um das Ruder noch rumzureißen und die Klimakatastrophe abzuwenden. Denn der Kollaps unserer Gesellschaft ist fĂŒr uns alle keine Option.”


Quellen
[1] Weltuntergangsuhr: thebulletin.org/doomsday-clock/
[2] Siehe z.B. Studie “BundeslĂ€nderindex MobilitĂ€t & Umwelt” der Allianz pro Schiene: www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploads/2020/10/2020_Bundeslaenderindex.pdf#page=5

30.7.2022 14:00 Letzte Generation sammelt 60 x 241€ Ablöse-GebĂŒhren in 48 Stunden

Letzte Generation sammelt 60 x 241€ Ablöse-GebĂŒhren in 48 Stunden

30.7.2022 14:00 Uhr – Seit Anfang des Jahres setzen sich die BĂŒrger:innen der Letzten Generation mit ihren Protestaktionen fĂŒr den Klimaschutz ein. FĂŒr ihre Straßenblockaden mit angeklebten HĂ€nden sollen sie nun 60 mal 241 Euro GebĂŒhren fĂŒr das Ablösen zahlen [1]. Weniger als 48 Stunden nach dem ersten Social Media Aufruf [2] fehlen bereits nur noch wenige Euro zum Gesamtbetrag von 14.460 Euro (aktuell: 13.935 Euro) [3].

 

Foto: Screenshot der Spendenkampagnen-Seite: www.gofundme.com/f/60-x-241

 

Henning Jeschke (22), Mitinitiator der Letzten Generation dazu: “Mit unseren Blockaden kĂ€mpfen wir darum zu ĂŒberleben! Wir wollen die Bundesregierung dazu bewegen, die Verfassung zu schĂŒtzen und den gesellschaftlichen Kollaps abzuwenden. DafĂŒr sind wir auch bereit hohe Strafen zu zahlen und sogar ins GefĂ€ngnis zu gehen.”

 

Carla Hinrichs (25), Pressesprecherin der Letzten Generation ergĂ€nzt: “Wir sind unglaublich dankbar fĂŒr die finanziellen Hilfen. Sie zeigen, dass die Bevölkerung unsere Forderungen und den Widerstand unterstĂŒtzt, von dem das Ankleben ein notwendiger Teil ist, um mit der VerlĂ€ngerung der Störung die grĂ¶ĂŸtmögliche Aufmerksamkeit auf den drohenden Klimakollaps zu lenken. Den Menschen ist klar: Wir mĂŒssen beim Klimaschutz sofort handeln, sonst ist es zu spĂ€t!

 

Neben den Kosten fĂŒrs Ablösen mussten die KlimaschĂŒtzer:innen bislang keine Strafen oder Bußgelder zahlen. Noch kein Verfahren wurde vor einem Gericht eröffnet und die Staatsanwaltschaft selbst zweifelt an der Strafbarkeit der Blockaden [4].

 

Dass im Falle der AblösegebĂŒhren nun so schnell Hilfe aus der Bevölkerung kam wirft daher auch weitere Fragen auf: Wie geht der Staat damit um, dass verzweifelte BĂŒrger:innen den Alltag stören? Handelt er durch seine Maßnahmen im Namen der Bevölkerung?

Die BĂŒrger:innen der Letzten Generation jedenfalls werden ihren Widerstand fortfĂŒhren. Denn die Zeit im Kampf gegen den Klimakollaps ist knapp. Weitere Spenden sammeln die KlimaschĂŒtzer:innen ĂŒber ihre Website: letztegeneration.de

 

[1] RBB v. 19.7.2022: www.rbb24.de/politik/beitrag/2022/07/strassenblockaden-letzte-generation-strafverfahren-berlin.html
[2] Aufruf auf Twitter: twitter.com/AufstandLastGen/status/1552695507172081664; Instagram: www.instagram.com/p/CgjfitWMSfW/
[3] Link zu abgeschlossener Kampagne auf gofundme: www.gofundme.com/f/60-x-241
[4] Bericht der Berliner Zeitung dazu: www.berliner-zeitung.de/news/autobahn-blockaden-letzte-generation-73-verfahren-gegen-klima-aktivisten-in-berlin-li.244098

22.7.2022 Statement: Bundesregierung Ă€ußert sich zu Nordseeöl

Bundesregierung Ă€ußert sich zu Nordseeöl


Auf dem Weg in den absoluten Klimakollaps sprach das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) noch im MĂ€rz öffentlich davon, neue Nordseeölbohrungen prĂŒfen zu wollen. [1]

Mit Blick auf die wissenschaftlichen Fakten zur bevorstehenden Klimakatastrophe dĂŒrfte jedem Kind klar sein, dass solche Bohrungen absoluter fossiler Wahnsinn sind. Neue Ölbohrungen wĂŒrden das dringend zu löschende Feuer weiter massiv anheizen.

 

Nun, Mitte Juli 2022, erklĂ€rt das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Klima auf Anfrage dem NDR gegenĂŒber endlich öffentlich: „Die Bundesregierung bereitet weder neue Ölbohrungen vor, noch prĂŒft sie, inwieweit diese möglich wĂ€ren. […]“ [2]

 

Wir befĂŒrworten es sehr, dass die Bundesregierung von diesem fatalen Schritt nun abrĂŒckt und nicht kurzfristig neue Ölbohrungen vorantreiben will. Das ist ein kleiner Schritt in der Anerkennung des Klimanotfalls. Es zeigt uns deutlich, dass unser Widerstand auf der Straße wirksam ist und Einfluss nimmt.

 

Doch erklĂ€rt die Bundesregierung weiter: „Genehmigungen […] fallen […] in die ZustĂ€ndigkeit der LĂ€nder. Die Landesbergbehörden mĂŒssen dann […] ĂŒber solche AntrĂ€ge entscheiden.“ [2] und schiebt damit ihre Verantwortung, der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen eine Absage zu erteilen, zum Teil auf die LĂ€nder ab. Diese können bei Vorhaben in der Zukunft vom Kurs der Bundesregierung und dem Koalitionsvertrag abweichend Ölbohrungen durch die HintertĂŒr zulassen.

 

Eine Bundesregierung, die sich gewahr wird, dass diese Legislaturperiode ĂŒber das Schicksal der Menschheit entscheidet, wĂŒrde den politischen Kurs allumfassend in Richtung Überleben wandeln. Den Notfall anerkennen, als der er ist, und massiv umlenken. Nicht nur sparen anstatt zu bohren, sondern jetzt ein Tempolimit auf den Weg bringen und mit kostenlosem ÖPNV eine MobilitĂ€t fĂŒr die BĂŒrger:innen bauen, muss die Devise sein.

 

Bereits jetzt gerĂ€t die Lage im Klimanotfall immer weiter außer Kontrolle: Die Selbstreinigung der AtmosphĂ€re in Bezug auf das hochgradig klimaerhitzende Methan versagt [3], in der vergangenen Woche starben in Europa ĂŒber 1000 Menschen an Hitze [4], Italien, Frankreich, Griechenland und Kroatien brannten, es erschien eine Recherche, laut der Asylsuchende an Europas Grenze in Handschellen ins Meer geworfen wurden [5], das Amt fĂŒr Bevölkerungsschutz warnte vor unbewohnbaren Gebieten in Deutschland [6].

 

Quellen:
[1] Tagesspiegel:
www.tagesspiegel.de/politik/lindner-will-mehr-nordsee-statt-putin-oel-warum-neue-oelbohrungen-in-deutschland-zur-option-werden/28159470.html
FAZ:
www.faz.net/aktuell/politik/inland/energieversorgung-bundesregierung-ringt-um-nordsee-oel-bohrung-17875320.html
WZ: www.wz.de/nrw/nrw-landtagswahl-stoerer-klebt-sich-bei-habeck-rede-in-duesseldorf-an-buehne_aid-69609745
[2] Das Erste:
daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Radikale-Klimaproteste-Stoppen-sie-die-Katastrophe,klimaproteste102.html
[3] Der Spiegel:
www.spiegel.de/wissenschaft/natur/methan-konzentration-steigt-die-selbstreinigung-der-atmosphaere-macht-schlapp-a-623619c3-368f-46d7-bb62-f0a4866c6bcf
[4] Heise:
www.heise.de/tp/features/Ueber-1000-Hitzetote-Wann-werden-Kohle-Gas-und-Oel-endlich-als-Krankmacher-eingestuft-7182324.html
[5] aegean.forensic-architecture.org
[6] Tagesschau:
www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/klimawandel-deutschland-unbewohnbar-101.html

15.7.2022 8:00: Zentrale Blockade A103/A100 - „Die Entscheidung fĂ€llt jetzt“

15.07.2022, 8:00 Uhr – WĂ€hrend in Europa Wassernotstand herrscht, leisten BĂŒrger:innen der Letzten Generation auf der A103 in Berlin zur Zeit erneut friedlich Widerstand gegen das Befeuern der Klimakatastrophe. Sie rufen ihre Mitmenschen dazu auf, sich ihrem zivilen Widerstand gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen anzuschließen. Denn trotz ausgetrockneter FlĂŒsse, weltweiter Hungerkatastrophen und tödlicher Hitzewellen befeuert die Regierung Scholz die Klimakrise weiter.

Lea Bonasera (24), MitbegrĂŒnderin der Letzten Generation, wĂ€hrend sie heute friedlich die A100 blockiert: 

„In Zeiten von Hungerkatastrophen, tödlicher Hitze und Wassernotstand sind wir gezwungen, uns zu entscheiden. Entweder wir reduzieren unseren Ausstoß von Treibhausgasen sofort drastisch oder das wir unser neuer Alltag. Wir dĂŒrfen nicht lĂ€nger zuschauen, wie unsere Regierung weiter nach Öl bohren will! Leistet Widerstand!“

„Wir brauchen kein neues Öl aus der Nordsee und keine neuen FlĂŒssigerdgas-Terminals an Land. Wir können unsere Versorgung auch ohne das sicherstellen, indem wir endlich entschiedene Sparmaßnahmen einleiten. Wie zum Beispiel ein Tempolimit und einen kostenlosen Nahverkehr.“

Nachdem es in den vergangen vier Wochen immer wieder zu Blockaden in der ganzen Stadt kam, fanden die BĂŒrger:innen sich heute zu einer zentralen Blockade am Autobahnkreuz Schöneberg zwischen A100 und A103 zusammen. Und machten die Autobahnen damit erneut zum zentralen Ort des friedlichen zivilen Widerstandes. Mehrere Menschen klebten sich dabei erneut auf der Straße fest, um eine grĂ¶ĂŸtmögliche Störung zu erreichen.

Außerdem gingen einige BĂŒrger:innen durch die wartenden Autoreihen. Dabei hielten sie Plakate mit persönlichen Botschaften hoch, die ihre Verzweiflung und Angst im Angesicht des drohenden Klimakollaps zum Ausdruck brachten.

14.7.2022 10:30: UnterlassungserklĂ€rung nach Pipelineaktion - „Ich lasse mich nicht mundtot machen“

UnterlassungserklĂ€rung nach Pipelineaktion – „Ich lasse mich nicht mundtot machen“

 

14.7.2022 – RaĂșl Semmler legt Widerspruch ein gegen eine UnterlassungserklĂ€rung der PCK Raffinerie GmbH nach der er keine Fotos oder Videos seines zivilen Widerstands an der PCK-Pipeline „verbreiten oder verbreiten lassen“ dĂŒrfe. Semmler, Schauspieler und Drehbuchautor, hatte dieses Jahr mehrmals, zusammen mit anderen Menschen der Letzten Generation, die PCK-Pipeline abgedreht. Damit wollen sie auf die kommende unwiederbringliche Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch fossile Brennstoffe aufmerksam zu machen.

 

RaĂșl Semmler zu der UnterlassungserklĂ€rung, die die PCK ihm ĂŒber eine Anwaltskanzlei zukommen ließ:

 

„Unser Protest hat gewirkt – Der Pipelinebetreiber PCK sagt selbst, dass die gesamte Anlage abgestellt werden musste und sie bis zu 99.999 Euro weniger Geld mit der Zerstörung unserer Zukunft verdienen konnten. Nun soll ich nicht mehr ihre Anlagen betreten, nicht mehr Pipelines abdrehen, keine Bilder und Videos von meinen vorherigen Aktionen hierzu verbreiten.“

Und er wendet sich an seine Mitmenschen:

 

„Ich fechte diese UnterlassungserklĂ€rung an, da ich mich nicht mundtot machen lassen möchte. Helft mit und verbreitet die Fotos von den Protestaktionen an der Öl-Pipeline. Das Zeitfenster, eine lebensfeindliche Welt abzuwenden, schließt sich und damit das Zeitfenster, milliardenfaches Leid abzuwenden.”

 

Falls er der UnterlassungserklĂ€rung nicht nachkomme, drohe ihm das Unternehmen mit bis zu 250.000 € Strafzahlung oder sogar bis zu 6 Monaten Haft, so Semmler weiter.

 

Auf die Frage, warum er die Pipeline friedlich abgedreht habe, ergÀnzt er:

„Hier muss das Eigentum gegen das Recht auf Leben abgewogen werden. Unsere Aktionen zeigen, dass Pipelines wie die der PCK weiter Rohöl transportieren und unsere Umwelt und Lebensgrundlagen weiter zerstören. Und dass sie sich daran bereichern. Das habe ich fĂŒr einen Moment verhindert.“

Unter diesem Link finden Sie den Twitter Post der Letzten Generation dazu. Hier RaĂșl Semmlers ganzes Statement im Video.

 

17 Menschen der Letzten Generation hatten dieses Jahr bereits mehrfach friedlich Pipelines in ganz Deutschland abgedreht. Sie forderten von der Bundesregierung, dass es keine neue fossile Infrastruktur geben wird, insbesondere keine neuen Ölbohrungen in der Nordsee. Raul Semmler hatte dreimal friedlich die PCK Pipeline abgedreht: am 27.4. bei der Druschba Pipeline, am 1.5. in Liepe und am 16.5. in Borrentin.

12.7.2022 22:00: DerniĂšre RĂ©novation interrupts the Tour de France at the 10th stage: "We must stop the mad race towards our annihilation"

DerniĂšre RĂ©novation interrupts the Tour de France at the 10th stage: „We must stop the mad race towards our annihilation“

 

 

July 12, 2022 – 9 citizens supporting DerniĂšre RĂ©novation interrupted the 10th stage of the Tour de France between Morzine and MegĂšve at Magland, to stop the crazy race towards the destruction of our society. 

We can no longer remain spectators of the ongoing climate disaster. We have 989 days left to save our future, our humanity. 

The finish line is a ravine and we accuse our government and in particular the President of the Republic of condemning us to death. The effects of announcement, the pitiful effects of language on the alleged ecological „revolution“ of the government are intolerable and criminal. It is necessary to change policy, and to start -immediately- with the global energy renovation of buildings. 

The Tour de France was disrupted for 17 minutes and the race was stopped for more than 15 minutes.

Alice (32) and three other citizens had a „We have 989 days left“ t-shirt and a link – derniererenovation.fr – echoing AlizĂ©e’s action at Roland Garros on June 3rd. DerniĂšre RĂ©novation’s sports disruption actions are part of an international Civil Resistance movement, the A22 Network.

Alice: „I’d rather not get to that point. I’d rather be with my family, sitting on my couch watching the Tour de France, while the government does its job. But that’s not the reality.“

„The reality is that the world towards which politicians are sending us is a world in which the Tour de France will no longer exist. In this world, we will be busy fighting to feed ourselves and to save our families. Under these conditions we will face wars and mass famines. We must act and enter into civil resistance today to save what remains to be saved.“

„What do you expect me to do? Stand by the side of the road and watch my life go by as I watch the cyclists go by? No, I have decided to act and interfere to avoid the worst episode of suffering and create a new world. Because everything can still change.“

12.7.2022 21:00: Haftrichter:innen erkennen Klimakollaps nicht - Statement der Letzten Generation

Haftrichter:innen erkennen Klimakollaps nicht – Statement der Letzten Generation

 

Sehenden Auges rast unsere Bundesregierung dem Zusammenbruch unserer Gesellschaft entgegen. Die friedlichen BĂŒrger:innen der letzten Generation stellen sich dem entschlossen in den Weg und nehmen dafĂŒr selbstlos Gefangenschaft in Kauf. Im Jahr 2022, wĂ€hrend Europa vertrocknet, gibt es keine NeutralitĂ€t. Deswegen baten die BĂŒrger:innen die Haftrichter:innen, welchen sie gestern Nachmittag vorgefĂŒhrt wurden, sich eindeutig zu positionieren:

“Wenn Sie mich freilassen, werde ich mich direkt auf die nĂ€chste Autobahnabfahrt kleben und mich damit dem todbringenden System in den Weg stellen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen: Sperren Sie mich ein oder lassen Sie mich frei, damit ich mich weiter fĂŒr den Schutz unserer Verfassung einsetzten kann”, sagte Lars Werner, in Ă€hnlicher Form wie alle weiteren von der Polizei festgehaltenen BĂŒrger:innen der Letzten Generation gestern Abend vor dem Haftrichter. 

Die Haftrichter:innen urteilten verlĂ€ngerten Gewahrsam ĂŒber Nacht fĂŒr 25 friedliche BĂŒrger:innen. 

“Im Versuch, den geregelten Ablauf des aktuellen fossilen Alltags störungsfrei aufrechtzuerhalten, erkennt die Judikative nicht, dass unser aller Sicherheit und Ordnung durch das kriminelle Handeln der Regierung massiv gefĂ€hrdet ist. Im Sommer 2022, wĂ€hrend die Wetterdienste eine massive Hitzewelle vorhersagen [1], mĂŒssen wir erwarten, dass die Richter:innen dieses Landes Verantwortung im Klimanotfall ĂŒbernehmen.”

Alle BĂŒrger:innen, die am Abend noch entlassen werden mussten, weil die Richter:innen keine Zeit mehr hatten, ĂŒber sie zu urteilen, blockierten am nĂ€chsten Morgen erneut die Autobahn.[2]

[1] twitter.com/TerliWetter/status/1545821069654769664 
[2] Sie blockierten um kurz nach 8 Uhr morgens die Autobahnausfahrt der A111 Heckerdamm Richtung SĂŒden (siehe Instagram-Story: www.instagram.com/letztegeneration/)

12.7.2022 9:00: 241 Euro fĂŒrs Kleben – Wie viel ist uns unsere Zukunft wert?

241 Euro fĂŒrs Kleben – Wie viel ist uns unsere Zukunft wert?

 

Berlin, 12.07.2022, 9 Uhr – Die BĂŒrger:innen der Letzten Generation blockieren heute erneut die Berliner A100. Trotz NĂ€chten in Einzelzellen, StraftatvorwĂŒrfen und 241 Euro Kosten allein fĂŒr das Lösen sind die Menschen fest entschlossen. Denn wir hĂ€tten laut dem letzten Bericht des Weltklimarats nur noch 2-3 Jahre Zeit, um ĂŒber die Zukunft der Menschheit zu entscheiden. [1]

Da die Anzahl der Meschen die richterlichen KapazitĂ€ten ĂŒberstieg, wurden BĂŒrger:innen teilweise schon gestern Abend wieder aus dem Gewahrsam entlassen, obwohl sie vorher angekĂŒndigt hatten, sofort wieder zu blockieren.

Psychologe Lars Werner (30), bevor er gestern ĂŒber Nacht in Gewahrsam genommen wurde: 

„An alle da draußen, die verstanden haben, dass wir eine Klimakatastrophe haben und dass wir kurz vor dem Kollaps unserer Lebensgrundlagen stehen. Es gibt keine NeutralitĂ€t mehr im Jahr 2022, wo Deutschland und Europa brennt und austrocknet, wo Milliarden Menschen Hunger leiden, wo Menschen wegen Fluten ihre Heimat verlieren. Und es ist leider so, dass jetzt kein Widerstand bedeutet, dieses System zu unterstĂŒtzen, was sich zwangslĂ€ufig selbst vernichten und damit unermessliches Leid verursachen wird. Also, kommt mit dazu! Leistet Widerstand!“ [2]

Noch immer schweigt Bundeskanzler Olaf Scholz zu der Forderung, im Angesicht der Klimakatastrophe keine neuen Ölbohrungen in der Nordsee durchzufĂŒhren. FĂŒr Henning Jeschke (22), Mitinitiator der Letzten Generation, bedeutet das ein Versagen der Regierung in der grĂ¶ĂŸten Not:

„Mit seiner Ignoranz befeuert Kanzler Scholz die grĂ¶ĂŸte Ungerechtigkeit und das grĂ¶ĂŸte Leid in der Geschichte der Menschheit. Die Regierung lĂ€sst die Bevölkerung mit der Klimakatastrophe allein. Schlimmer noch: Sie bricht die Verfassung! Denn sie verspielt mutwillig unser aller Leben und das Leben zukĂŒnftiger Generationen.“

WĂ€hrend Scholz schweigen und BĂŒrger:innen um ihre Zukunft bangen wĂŒrden, wĂŒrden wir ungebremst auf die Klimakatastrophe zu rasen. DĂŒrren und extreme Hitze wĂŒten in SĂŒdeuropa, Italien ruft den DĂŒrre-Notstand aus. Und auch fĂŒr Deutschland ist nĂ€chste Woche eine Hitzewelle mit bis zu 45 °C angekĂŒndigt – wie Renate KĂŒnast bereits anmerkte, als sie die Straßenblockaden gegen Kriminalisierung in Schutz nahm. [3]

Quellen:

[1] Der neueste IPCC Bericht (WGIII, 2022) sagt, dass die globalen Emissionen spĂ€testens 2025 sinken mĂŒssen, um mit 67% noch 2°C einzuhalten. (Summary for Policymakers, Kapitel C, S. 21)
[2] www.instagram.com/p/Cf3cJd_DPOF/
[3] Renate KĂŒnast auf Twitter: „typische Ablenkung. So fing es bei @F4F auch an, da ging erregte Debatte um die „Ungeheuerlichkeit“ freitags nicht zur Schule zu gehen. Aber die existentielle Frage ist: wie produzieren, transportieren, wohnen, essen wir? NĂ€chste #Hitzewelle in 1 Woche.“ / Twitter

11.7.2022 18:00: Zahlreiche Festnahmen bei Straßenblockaden - „Auch Einzelzellen können uns nicht stoppen“

Zahlreiche Festnahmen bei Straßenblockaden – „Auch Einzelzellen können uns nicht stoppen“

 


11.07.2022, 18 Uhr – Zahlreiche BĂŒrger:innen wurden bei den heutigen Straßenblockaden der Letzten Generation in polizeilichen Gewahrsam genommen. Sie hatten der Polizei zuvor entschlossen angekĂŒndigt, sich sofort wieder auf die Straße zu setzen, sollten sie freigelassen werden. Denn, „was wir in den nĂ€chsten 3 bis 4 Jahren tun, wird ĂŒber die Zukunft der Menschheit entscheiden.“ [1]

 

Sonja Manderbach (45), Kirchenmusikerin und Mutter, wĂ€hrend sie von der Polizei in Gewahrsam genommen wurde: „Ich bin fest entschlossen, mich dem zerstörerischen Kurs unserer Regierung weiter in den Weg zu stellen. Auch wenn sie mir Strafen androhen oder mich in eine Einzelzelle stecken, werde ich wiederkommen. Sobald sie uns freilassen, werden wir mit mehr Menschen wieder auf die Straße gehen. Wir alle, auch Polizei und Justiz, haben jetzt die Wahl: entscheiden wir uns fĂŒr das Überleben der Menschheit oder sperren wir lieber Menschen fĂŒr ihren friedlichen Widerstand gegen die Vernichtung ein?“

 

Ronja (16), die eigentlich noch zur Schule geht, blockierte heute bereits zum zweiten Mal eine Berliner Autobahn. Sie habe Angst vor der Zukunft, weil die Politik ihrer Verantwortung in der Klimakrise weiterhin nicht gerecht werde.

Eike, Ronjas Mutter, wĂ€hrend sie sich neben ihrer Tochter auf die Straße klebt: „Wir sind heute hier, weil wir Angst vor der Klimakrise und der damit verbundenen Zukunft haben. Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder! Aber auch, weil wir die Hoffnung haben, durch zivilen Widerstand noch etwas verĂ€ndern zu können! Herr Scholz, verzichten Sie auf neues Nordseeöl, fĂŒr unsere Kinder!“

 

Vor einigen Tagen Ă€ußerte sich der ehemalige Bundesumweltminister JĂŒrgen Trittin im Fernsehen zu den Straßenblockaden der Letzten Generation. Auf die Frage, ob dieser friedliche Protest ein geeignetes Mittel sei, antwortete er:

 

„Ziviler Ungehorsam beruht ja darauf, dass Recht gebrochen wird. Auch auf die Gefahr hin, selber sanktioniert zu werden. Ich glaube, es ist wichtig, dass Menschen sich engagieren. […] der Druck, der auf der Straße gemacht worden ist, der hat schon sein Echo gefunden.“ [2]

 

Quelle:

 

[1] Climate Reality Check 2021 (S.3)
[2] youtu.be/bqzJGqWiolg

11.7.2022 08:00 Vierte Woche Widerstand - BĂŒrger:innen weiterhin fest entschlossen

Vierte Woche Widerstand – BĂŒrger:innen weiterhin fest entschlossen

Berlin, 11.07.2022, 8:00 Uhr
– BĂŒrger:innen der Letzten Generation blockieren zur Zeit die vierte Woche in Folge friedlich Berliner Autobahnen. Damit prangern sie das ,kriminelle FĂŒhrungsversagen‘ [1] der Regierung Scholz an, die weiterhin neue Ölbohrungen in der Nordsee plant. Sie zeigen sich weiterhin entschlossen und rufen alle Mitmenschen dazu auf, sich ihrem friedlichen Widerstand fĂŒr ein Überleben der Menschheit anzuschließen.

Sonja Manderbach (45), Kirchenmusikerin und Mutter, auf die Frage, warum sie heute wieder auf der Straße sitzt: „Wir sind erschĂŒttert darĂŒber, dass Olaf Scholz nicht bereit ist, eine ErklĂ€rung gegen neues Nordseeöl abzugeben. Mir sagt das, dass er und seine Regierung die Bevölkerung nicht retten werden. Scholz wird uns ĂŒber die Klippe in die Klimakatastrophe stĂŒrzen.“

Und sie gibt sich fest entschlossen, wĂ€hrend sie sich an der Straße festklebt: „Neue Nordseeöl-Bohrungen bedeuten Leid fĂŒr Milliarden von Menschen. Fossiles Öl zerstört unsere Zukunft und die unserer Kinder. NĂ€chte in Einzelzellen oder VorwĂŒrfe von Straftaten werden uns keinen Zentimeter von unserem Widerstand abbringen. Es geht in der Klimakatastrophe um nicht weniger als das Überleben der gesamten Menschheit!“

Lea Bonasera (24), MitbegrĂŒnderin der Letzten Generation, ruft ihre Mitmenschen auf: „Im Sommer 2022, wĂ€hrend Europa austrocknet und brennt und wir auf einen weltweiten Klimakollaps zusteuern, gibt es keine NeutralitĂ€t mehr. Jetzt keinen Widerstand zu leisten, bedeutet, den zerstörerischen fossilen Kurs unserer Regierung mitzutragen. Schließt euch unserem friedlichen Widerstand gegen die Vernichtung unserer Gesellschaft an!“

Bislang wĂŒrden die Bundestagsabgeordneten der CDU [2] und Linken [3] ĂŒber Twitter lieber ĂŒber das Vorgehen der Polizei als ĂŒber Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Klimanotstands diskutieren. Doch schon jetzt werde in Norditalien der DĂŒrre-Notstand ausgerufen. Abertausende Menschen stĂŒnden in Australien vor zerstörten HĂ€usern und wir hier in Deutschland wĂŒrden vielleicht schon nĂ€chste Woche tödliche Hitze von 45 Grad erleben.

Aus diesem Grund wĂŒrden die BĂŒrger:innen der Letzten Generationheute heute erneut an mehreren Stellen die A100 blockieren und auch wieder SchilderbrĂŒcken besetzen. Sie seien fest entschlossen, weiter fĂŒr unser aller Zukunft und die kommender Generationen friedlichen zivilen Widerstand zu leisten.

Quellen:

[1]unric.org/de/ipcc280202022/
[2]twitter.com/jm_luczak/status/1545685993621176321?s=21&t=o6damEcEmGdqoprCRHjtyw
[3]twitter.com/carenlay/status/1545762491229257735?s=21&t=5MZFY-t-WHD3QqiUVw3ltw

9.7.2022 10:30 Scholz bohrt vor Kanzleramt nach Öl - Guterres: ,Kriminelle' Bundesregierung

Scholz bohrt vor Kanzleramt nach Öl – Guterres: ,Kriminelle‘ Bundesregierung

 

Berlin, 09.07.2022, 10:30 Uhr – Ein großes Polizeiaufgebot hat soeben BĂŒrger:innen der Letzten Generation in Handschellen abgefĂŒhrt, die als der selbsternannte ‚Klimakanzler‘ Olaf Scholz verkleidet waren. Zuvor rissen sie, bewaffnet mit Spaten und Schaufeln, die Erde vor dem Kanzler:innenamt auf und stießen sogleich auf große Mengen fossilen Öls. Außerdem hielten sie Plakate mit der Aufschrift ,Klimakanzler gesucht’. Die BĂŒrger:innen fordern noch vor der Sommerpause eine ErklĂ€rung des Bundeskanzlers, in der er neuen Ölbohrungen in der Nordsee eine Absage erteilt.

Mitinitiatorin Lea Bonasera (24) zu der symbolischen Aktion: „Seit Wochen wenden wir uns bereits tĂ€glich an Olaf Scholz und appellieren an seine Verantwortung gegenĂŒber den BĂŒrger:innen und allen zukĂŒnftigen Generationen. Wir bitten ihn, die Klimakrise endlich ernst zu nehmen und neuen Ölbohrungen eine klare Absage zu erteilen. Jeder neue Liter fossiles Öl befeuert den Kollaps unseres Klimas und unserer Gesellschaft.“

Bonasera bezieht sich damit auf Art. 20a GG, in dem es heißt: „Der Staat schĂŒtzt auch in Verantwortung fĂŒr die kĂŒnftigen Generationen die natĂŒrlichen Lebensgrundlagen (
) durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ [1]

Weiter sagt sie: „Bereits heute sind Milliarden von der Klimakatastrophe betroffen und Menschen sterben an ihren Folgen. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres bezeichnet den ,Verzicht auf FĂŒhrung’ unserer Regierung als ,kriminell’. [2] Wir fordern, dass sie ihrer Verantwortung wieder gerecht wird und Öl spart, zum Beispiel durch ein Tempolimit und einen kostenlosen ÖPNV.“

Bereits seit Mitte Juni macht die Gruppe Letzte Generation mit tĂ€glichen Blockadeaktionen in Berlin und bundesweit auf das Eskalieren der Klimakatastrophe aufmerksam. Mit der Aussage ,Uns bleiben noch 2-3 Jahre!’ beruft sie sich auf den neuesten Bericht des Weltklimarats und Sir David King, den ehemaligen Chefberater der britischen Regierung in Klimafragen.

[1] dejure.org/gesetze/GG/20a.html
[2] www.tagesspiegel.de/wissen/ipcc-bericht-2022-zur-klimakrise-3-6-milliarden-menschen-schon-heute-hochgradig-gefaehrdet/28113098.html

8.7.2022 08:00 Sommerpause mitten im Klimanotstand - Kein Tag ohne Widerstand gegen kriminelle Regierung

Sommerpause mitten im Klimanotstand – Kein Tag ohne Widerstand gegen kriminelle Regierung

Das Titelbild dieser Mitteilung finden Sie hier.

Berlin, 08.07.2022, 8:00 Uhr – „Die Klimakatastrophe macht keine Sommerpause!“ so fordert die Letzte Generation den selbsternannten ‘Klimakanzler’ Olaf Scholz auf, sich gegen neu geplante Ölbohrungen in der Nordsee auszusprechen. Den fĂŒnften Tag in Folge setzt sich der Widerstand der KlimaschĂŒtzer:innen gegen die Verbrechen der Regierung nun schon fort. Eine simple ErklĂ€rung, die sich zum Recht auf Leben der Jungen und Armen bekennt, wĂŒrde dem ganzen vorerst ein Ende bereiten. Aber selbst dazu kann sich Olaf Scholz nicht durchringen. Noch bleibt der Klimakanzler verschwunden.

Heute schreiten sogar drei UnterstĂŒtzer:innen der Initiative auf der Suche nach ihm die stehenden Autoreihen auf der Autobahn ab. In ihren HĂ€nden halten sie dabei Plakate auf denen geschrieben steht: „Klimakanzler vermisst!”.

Obwohl die Gewalt durch SchlĂ€ge und Tritte gegen die BĂŒrger:innen zunimmt, sind sie entschlossen auch weiterhin fĂŒr eine lebenswerte Zukunft einzutreten. Carla Hinrichs (25), Pressesprecherin der Letzten Generation dazu:

„Neue Ölbohrungen in der Nordsee werden die Klimakatastrophe auf die Spitze treiben! Wir fordern, dass die Regierung unsere natĂŒrliche Lebensgrundlage schĂŒtzt, statt in die Sommerpause zu verschwinden! Die Zeit ist knapp. Deshalb muss Herr Scholz sofort handeln. Jetzt Urlaub zu machen ist unverantwortlich! Die Klimakatastrophe macht auch keine Pause!“.

Ernst Hörmann (72), Maschinenbauingenieur in Rente und Großvater von 8 Enkeln blockiert seit Mitte Juni mit der Letzten Generation fast tĂ€glich Berlins Straßen. Seine BeweggrĂŒnde, in friedlichen zivilen Widerstand zu treten, erklĂ€rt er so:

„Ich bin wĂŒtend, dass das Leiden der Menschen ignoriert wird. Schon heute spĂŒren wir die katastrophalen Auswirkungen des Klimanotstandes: DĂŒrren in Norditalien und BrĂ€nde in Brandenburg. Unsere Kinder und Enkel werden unter Wasserknappheit, Fluten und Kriegen leiden. Um das noch zu verhindern mĂŒssen wir jetzt handeln!“

Statt massenweise Öl aus dem Naturschutzgebiet Wattenmeer zu fördern fordern die WiderstĂ€ndigen kostengĂŒnstige und schnelle Maßnahmen fĂŒr den Klimaschutz. Sie schlagen sowohl ein Tempolimit als auch einen kostenlosen Nahverkehr als Möglichkeiten vor.

 

7.7.2022 08:00 Die Klimakatastrophe macht keine Sommerpause! – Letzte Generation blockiert weiter.

Die Klimakatastrophe macht keine Sommerpause! – Letzte Generation blockiert weiter.

 

Berlin, 07.07.2022, 8:00 Uhr – WĂ€hrend sich Olaf Scholz in die Sommerpause verabschieden will, blockieren heute erneut BĂŒrger:innen der Letzten Generation den Verkehr in Berlin und fordern den selbsternannten ‘Klimakanzler’ auf, seiner Verantwortung nachzukommen: PlĂ€ne zu neuen Ölbohrungen in der Nordsee sollen fallen gelassen werden.

 

„Die Bilanz von Scholz ist fatal. Er steuert uns mit immer grĂ¶ĂŸerer Geschwindigkeit in eine 2, 3, 4 Grad heißere Welt, in der Wasserknappheit, Hunger, Flucht und Kriege an der Tagesordnung sein werden”, resĂŒmiert Henning Jeschke (22), MitgrĂŒnder der Letzten Generation.

 

Weiter sagt er: „Sie brechen die Verfassung, Herr Scholz, indem Sie die Klimakrise bewusst weiter eskalieren. Sie wollen in die Sommerpause gehen? Sie fliehen vor Ihrer Verantwortung! Die Klimakatastrophe macht keine Sommerpause!”

 

Lea Bonasera (24), ebenfalls MitgrĂŒnderin der Letzten Generation, ergĂ€nzt: „In dieser apokalyptischen Katastrophe muss unsere Regierung der eigenen Verfassung treu bleiben! [3] Wo die Hitze die Ernte vernichtet und Fluten alles mit sich reißen, wird auch die MenschenwĂŒrde und die Lebensgrundlage unserer Kinder vernichtet. Auch aller zukĂŒnftigen Generationen! Dies ist nicht die Zeit fĂŒr eine Sommerpause. Es ist Zeit, die menschenverachtenden Fehlentscheidungen zu korrigieren.”

 

Janine O’Keeffe, eine der MitbegrĂŒnder:innen von Fridays for Future hatte sich dem friedlichen Widerstand der KlimaschĂŒtzer:innen diese Woche angeschlossen. Auch heute blockiert sie gemeinsam mit der Letzten Generation in Berlin Straßen. Dazu sagt sie:

 

„Schließt euch alle dem friedlichen zivilen Widerstand der Letzten Generation an! Diese Menschen blockieren widerwillens, aber vernĂŒnftigerweise Straßen, in Übereinstimmung mit dem letzten Bericht des IPCC. Die Alternative heißt: ‚Alles Leben auf Erden zu riskieren!‘ (Johan Rockström, Potsdam Institut fĂŒr Klimafolgenforschung).”

 

Die Letzte Generation fordert von Bundeskanzler Scholz, dass es keine neuen Bohrungen nach Öl in der Nordsee geben darf. Stattdessen muss Öl gespart werden. Einfache Schritte dazu sind ein Tempolimit und kostenloser öffentlicher Nahverkehr. Eine entsprechende Stellungnahme von Scholz wird die friedlichen Störaktionen beenden.

 

[3] Art. 20a GG: „Der Staat schĂŒtzt auch in Verantwortung fĂŒr die kĂŒnftigen Generationen die natĂŒrlichen Lebensgrundlagen (
) durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

6.7.2022 17:00: Tour de France gestört – Noch 3 Jahre, um das Schicksal der Menschheit zu entscheiden!

Tour de France gestört – Noch 3 Jahre, um das Schicksal der Menschheit zu entscheiden!

 

GrĂ„sten, 03.07.2022, 17:00 Uhr – Am Sonntag wurde die Tour de France, das grĂ¶ĂŸte jĂ€hrliche Sportevent der Welt, von KlimaschĂŒtzer:innen der Letzten Generation und der neu gegrĂŒndeten Sidste Generation gestört. Ihre Nachricht: „Schon in den kommenden drei Jahren könnte sich das Schicksal der Menschheit entscheiden! Was wirst du tun?”. Weitere Störungen bedeutsamer Events werden angekĂŒndigt. 

KlimaschĂŒtzer:innen haben am Sonntag den Streckenabschnitt der Tour de France im dĂ€nischen GrĂ„sten betreten. „Stoppt den fossilen Wahnsinn“ und „Only 999 days left“ war auf den Bannern zu lesen, die die KlimaschĂŒtzer:innen entrollten, als das Peloton noch ca. 5 km entfernt war. Dieser Abstand war bewusst gewĂ€hlt worden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewĂ€hrleisten. 

In einem Video, dass die Beteiligten heute veröffentlichten, ist zu sehen, wie die Frontfahrzeuge der Tour vor den auf der Straße sitzenden KlimaschĂŒtzer:innen zum Stehen kommen. [1]  

„Wir bedauern wirklich sehr, die Tour de France zu stören. Doch wenn die Welt in Flammen aufzugehen droht und alle Warnungen nichts gebracht haben, dann ist es unsere Pflicht, ein weltweites Alarmsignal zu senden. Wir sind nicht bereit, jubelnd an der Seitenlinie zu stehen wĂ€hrend unsere Regierungen dieses unvorstellbare Verbrechen begehen.”,

erklĂ€rt Kristoffer Krogh (21), einer der dĂ€nischen KlimaschĂŒtzer, die die Tour de France störten.

Zu Sidste Generation und Letzte Generation Ă€hnliche Initiativen des friedlichen zivilen Widerstands fĂŒhren derzeit unter dem gemeinsamen Namen „A22-Network“ in 10 LĂ€ndern immer wieder solche Störungen durch. Eine UnterstĂŒtzerin der französischen “DerniĂšre RĂ©novation” kettete ihren Hals beim French Open Finale an das Tennisnetz und UnterstĂŒtzer:innen der britischen „Just Stop Oil”-Kampagne betraten die Strecke beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. 

Solange die jeweiligen Regierungen nicht von ihrem tödlichen, menschenrechtswidrigen Kurs abkehren, wird es bei zahlreichen weiteren Großveranstaltungen friedliche Störungen geben, um den Fokus der Öffentlichkeit auf die wissentliche Vernichtung unserer Gesellschaft zu lenken. Diese Störungen werden sich auf die kommenden großen Events fokussieren, bei denen die ganze Welt zusieht. Auch die Tour de France hat gerade erst begonnen. 

[1]www.youtube.com/watch?v=DqUBBorZQl8

6.7.2022 8:00: BĂŒrger:innen sagen Klimakollaps den Kampf an – Regierung fĂ€hrt in den Urlaub.

BĂŒrger:innen sagen Klimakollaps den Kampf an – Regierung fĂ€hrt in den Urlaub.

 

Einen Titelbildvorschlag finden Sie hier.

 

Berlin, 06.07.2022, 8:00 Uhr – Unmenschliche Hitzewellen und DĂŒrren herrschen in Italien, Portugal und Spanien. Doch wĂ€hrend die Klimakrise in Europa eskaliert, bereitet sich die deutsche Politik auf die Sommerpause vor. Im Vollversagen der Regierung Scholz suchen die KlimaschĂŒtzer:innen der Letzten Generation weiter verzweifelt nach dem ‚Klimakanzler‘. Wieder blockieren sie die Autobahnen.

Bei den heutigen morgendlichen Blockaden halten die BĂŒrger:innen Schilder in die Höhe: „Wo ist der Klimakanzler?“, steht anklagend darauf. Bis heute zeichnet Erfolglosigkeit die Suche nach entschiedenem konstruktiven Handeln in der Katastrophe. Ein Vollversagen der Regierung mit folgenreichen Konsequenzen fĂŒr unser aller Leben.

Das weiß auch Lea Bonasera (24), Mitinitiatorin der Letzten Generation:

„Was aktuell in Italien, Portugal und Spanien passiert ist nur ein bitterer Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Die Klimakatastrophe ist bereits RealitĂ€t. Sie wird nicht vor Deutschland halt machen. Kann es sich ein Klimakanzler in dieser Zeit wirklich Leisten in die Sommerpause zu gehen?”

„Der aktuelle Pfad der Regierung ist menschenfeindlich. Die heutige Politik bedroht uns alle. Und alle zukĂŒnftigen Generationen!“, so Bonasera weiter.

Zu diesem Schluss kam auch das Bundesverfassungsgericht, als es die Maßnahmen gegen die Klimaerhitzung im letzten April als unzureichend befand. Die physische Grundlage menschlicher Existenz darf unter keinen UmstĂ€nden aufs Spiel gesetzt werden. Genau dies droht jedoch durch die aktuelle Ignoranz des Bundeskanzlers. [1]

Mit ihrer Grabesstille wendet sich die Bundesregierung nicht nur gegen die Zukunft ihrer schutzbefohlenen BĂŒrger:innen. Sie bricht auch die in Art. 20a GG festgehaltene, verfassungsmĂ€ĂŸige Ordnung. Dort nĂ€mlich heißt es: „Der Staat schĂŒtzt auch in Verantwortung fĂŒr die kĂŒnftigen Generationen die natĂŒrlichen Lebensgrundlagen (
) durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ [2]

Die KlimaschĂŒtzer:innen jedenfalls geben nicht auf. Sie werden ihren friedlichen zivilen Widerstand weiterfĂŒhren. Sie blockieren weiter Autobahnen. Solange bis sich der Bundeskanzler gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee positioniert hat.


[1] Bahnbrechendes Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts – BUND e.V.
[2] Art. 20a GG – dejure.org

5.7.2022 17:30: Schmerzgriffe bei Wissenschaftler:innen - Fakten lassen sich nicht mit Schmerzgriffen mundtot machen

Schmerzgriffe bei Wissenschaftler:innen – Fakten lassen sich nicht mit Schmerzgriffen mundtot machen

 

Berlin, 05.07.2022, 17:30 – Heute Morgen haben 7 Wissenschaftler:innen der Gruppe Scientist Rebellion den Berliner Verkehr lahmgelegt, um die Bundesregierung die wissenschaftliche Tatsache zu erinnern, dass der Kollaps des Klimas, ganzer Ökosysteme und schließlich der Gesellschaft droht, wenn nicht im Notfalltempo der Ausstoß von CO2 beendet wird. Mit dabei war auch die MitbegrĂŒnderin von Fridays for Future und Vertraute von Greta Thunberg, Janine O’Keeffe.

Die obigen Tatsachen sind im IPCC-Bericht niedergeschrieben, der von den Vereinten Nationen herausgegeben wird und auf dem Lebenswerk von tausenden Wissenschaftler:innen basiert. Statt jedoch diese RealitĂ€t anzuerkennen, seine Verantwortung wahrzunehmen und das Leben der Menschen in Deutschland zu schĂŒtzen, lĂ€sst Olaf Scholz mahnende Wissenschaftler:innen mit Schmerzgriffen von der Straße rĂ€umen. Eine Biologin, die an der Berliner CharitĂ© beschĂ€ftigt ist, musste anschließend einen Arzt aufsuchen.

„​​​​​​Wenn die Politik von Olaf Scholz so weit von der RealitĂ€t entfernt ist, dass er Wissenschaftler:innen mit Schmerzgriffen mundtot machen muss, wo fĂŒhrt uns das hin?„, fragt Lea Bonasera, MitbegrĂŒnderin der Bewegung „Letzte Generation” und selbst Doktorandin.

„Es hat richtig wehgetan, und das völlig unnötig – das wird von der Polizei Berlin schon als Bestrafung verwendet, um friedliche Menschen davon abzuschrecken, gegen die Vernichtung unserer Gesellschaft, unserer Lebensgrundlage, unserer Kinder Widerstand zu leisten.„, so Prof. Dr. Niko Froitzheim, Geologe an der Uni Bonn zu seinen heutigen Erlebnissen.

„Obwohl es einfach gewesen wĂ€re, mich wegzutragen, hat sich die Polizei entschieden, mich mit Schmerzgriffen (Ă€rztlich attestierte Überdehnung beider Handgelenke) von der Straße zu zerren. Die BegrĂŒndung: ich hĂ€tte eine Straftat begangen und daher wĂ€re es angemessen, mir Schmerzen zuzufĂŒgen. VerhĂ€ngen nicht Gerichte Urteile und Strafen? Ich habe an der Aktion teilgenommen, um auf die wissenschaftlichen Fakten ĂŒber die immer schneller eskalierende Klimakrise aufmerksam zu machen – eine Entwicklung, die uns alle einer sicheren, lebenswerten Zukunft beraubt, und die von Klimakanzler Scholz ignoriert wird.“ berichtet Dr. Nana-Maria GrĂŒning, Biologin an der Berliner CharitĂ©.

Mahatma Gandhi sagte einmal „Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat gesetzlos oder korrupt geworden ist. Und ein BĂŒrger, der mit einem solchen Staat kooperiert, hat Anteil an seiner Korruption und Gesetzlosigkeit.“

Die Letzte Generation wird dieser heiligen Pflicht nachkommen und so lange friedlichen Widerstand leisten gegen Olaf Scholz und seine Regierung bis sie aufhört, die Stimmen der Vernunft in unsere Gesellschaft, mit Schmerzgriffen mundtot zu machen. Bis sie aufhört, das Recht auf Leben von Milliarden Menschen mit FĂŒĂŸen zu treten. Was fĂŒr ein Klimakanzler ist Olaf Scholz, wenn er glaubt, wissenschaftliche Fakten mit Schmerzgriffen mundtot machen zu können?

 

 

Dr. Nana-Maria GrĂŒning, Biologin an der Berliner CharitĂ© wird mit Schmerzgriffen von der Straße geschleift. 

 

5.7.2022 8:00: Wissenschaftler:innen blockieren Autobahn - Scientist Rebellion unterstĂŒtzt Letzte Generation

Wissenschaftler:innen blockieren Autobahn – Scientist Rebellion unterstĂŒtzt Letzte Generation

 

Berlin, 05.07.2022, 8:00 Uhr – Um den wissenschaftlichen Fakten ĂŒber die Eskalation der Klima- und ökologischen Katastrophe Nachdruck zu verleihen, blockierten 7 Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion (SR) die Fahrbahn des AuslĂ€ufers der A103, Kreuzung Schlossstraße. Sie unterstĂŒtzen damit die Forderungen der Gruppe „Letzte Generation“ nach einer ErklĂ€rung von Bundeskanzler Scholz gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee. Mehrere der Wissenschaftler:innen in weißen Laborkitteln klebten sich zusĂ€tzlich mit Sekundenkleber auf der Fahrbahn fest.

“Ich bin Geologe und weiß aus der Erdgeschichte, dass das Klima kippen kann. Wir sind extrem nahe an so einem Punkt angekommen und haben nur noch wenige Jahre, um das Schlimmste zu verhindern. Dass unsere Regierung in dieser Situation noch neue fossile Brennstoffe erschließen will, ist ein Verbrechen an den am stĂ€rksten betroffenen LĂ€ndern und ein Verbrechen an unseren Kindern und Enkeln. Dagegen leiste ich als Naturwissenschaftler Widerstand”, sagt Prof. Dr. Nikolaus Froitzheim von der Uni Bonn.

“Es tut uns leid, wenn wir den Alltag mancher Menschen belasten. Aber Aktionen, die niemanden stören, werden ignoriert und sind damit wirkungslos. Wir brechen zwar Gesetze und Regeln, aber wirklich schuldig wĂŒrden wir uns machen, wenn wir dies nicht tĂ€ten. Dann wĂŒrden wir unser stillschweigendes EinverstĂ€ndnis einem politischen und wirtschaftlichen System geben, das uns gen Ökozid und ungekanntem menschlichen Leid treibt”, so die Biologin Dr. Nana-Maria GrĂŒning von der Berliner Charite. 

Die in Laborkitteln gekleideten Wissenschaftler:innen prĂ€sentierten Publikationen, in denen die Klimakrise mit ihren dramatischen Folgen beschrieben wird, sowie prĂ€gnante Zitate berĂŒhmter deutscher Klimawissenschaftler. WĂ€hrend die Klimakrise eskaliert und alles Leben der Welt bedroht ist, will die Regierung von Olaf Scholz in die Sommerpause gehen. Die Wissenschaftler:innen von SR ordnen die Klima- und ökologische Katastrophe als mittlerweile so bedrohlich ein, dass sie ihre Arbeit pausieren, um in den friedlichen zivilen Widerstand zu gehen.

Scientist Rebellion ruft die Wissenschaft auf, Verantwortung zu ergreifen und sich friedlichen Aktionen des zivilen Ungehorsams anzuschließen. Diejenigen, die am meisten ĂŒber die Krise wissen, haben eine moralische Pflicht entsprechend zu handeln.

 

5.7.2022 8:00: Greta Thunberg - Vertraute verlangt Antwort von verbrecherischer Regierung

Greta Thunberg – Vertraute verlangt Antwort von verbrecherischer Regierung

 

Berlin, 05.07.2022 08:00 – Der Verkehr auf den Autobahnen rund um Berlin steht still. Zum zweiten Mal diese Woche, die dritte Woche in Folge. Die BĂŒrger:innen der Letzten Generation haben sich erneut auf die Fahrbahn geklebt, um Widerstand zu leisten, gegen den tödlichen Kurs, den die Regierung Scholz in der eskalierenden Klimakatastrophe eingeschlagen hat. Sie fordern noch vor der Sommerpause eine ErklĂ€rung von Olaf Scholz, dass es keine neuen Ölbohrungen in der Nordsee geben wird.

Aber nicht nur gewöhnliche BĂŒrger:innen schauen nicht lĂ€nger zu, wie Menschenrechte, Verfassung und alles, was wir zum Leben brauchen, dem fossilen Wahnsinn zum Fraß vorgeworfen wird. Mit der Letzten Generation zusammen bringen heute auch Wissenschaftler:innen der Gruppe Scientist Rebellion und eine der einflussreichsten Personen der Fridays for Future-Bewegung den Alltag zum Innehalten.

Janine O’Keeffe ist eine der MitbegrĂŒnder:innen von Fridays for Future. Sie unterstĂŒtzt Greta Thunberg seit ihrem allerersten Schulstreik damals im August 2018 vor dem schwedischen Parlament. Es war auch sie, die die erste Facebook-Seite fĂŒr Fridays for Future erstellte und fĂŒr dessen öffentlichen Auftritt verantwortlich war als die Bewegung weltweite Bekanntheit erlangte [1]. Die Greta Thunberg – Vertraute ist ĂŒberzeugt: Die Zeit in den zivilen Widerstand zu treten ist gekommen. Das Handeln der Regierungen ist kriminell und sie haben sich mit weniger störenden Mitteln nicht von ihren Verbrechen abhalten lassen.

“Wir, die Klimabewegungen, haben seit Jahrzehnten immer stĂ€rker werdende Aktionen durchgefĂŒhrt. Die letzte Generation fĂŒhrt diesen friedlichen zivilen Widerstand vernĂŒnftig, mutig und widerwillens weiter. Um ihr eigenes und das Leben vieler zu schĂŒtzen, denn wie Johan Rockström sagt: ,Alles Leben ist bedroht!’”, so Janine O’Keeffe wörtlich, wĂ€hrend sie eine der Hauptverkehrsadern der Landeshauptstadt blockiert. 

“Tödliche Hitzewellen, Überflutungen, Flucht und Hunger werden auch in Deutschland uns das Leben zu Hölle machen, wenn wir weiter nach Öl bohren. Olaf Scholz hat sich entschieden, das stur zu ignorieren. Wo bleibt ein deutscher Klimakanzler, wenn die Bevölkerung ihn braucht? Geht er einfach in Sommerpause und lĂ€sst die Menschen im Stich?” ordnet Lea Bonasera, MitbegrĂŒnderin der Letzten Generation, die heutigen Aktionen ein. 

Dass sich das Klima kurz vor der Kippe befindet und wir uns deshalb in einer weltweiten Notlage befinden, möchten auch die Wisschenschaftler:innnen mit ihrer Anwesenheit auf der Straße heute ganz klarmachen.

“Dass unsere Regierung in dieser Situation noch neue fossile Brennstoffe erschließen will, ist ein Verbrechen an den am stĂ€rksten betroffenen LĂ€ndern und ein Verbrechen an unseren Kindern und Enkeln. Dagegen leiste ich als Naturwissenschaftler Widerstand”, sagt Prof. Dr. Nikolaus Froitzheim wĂ€hrend er sich mit Sekundenkleber auf der Fahrbahn festklebt.

[1] www.jetzt.de/umwelt/fridays-for-future-janine-okeeffe-ist-admin-der-internationalen-facebook-seite

4.7.2022 12:00: A100 seit Stunden blockiert - Sommerpause wÀhrend Lebensgefahr?

A100 seit Stunden blockiert – Sommerpause wĂ€hrend Lebensgefahr?

 

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Berlin, 04.07.2022, 12:00 Uhr –  Seit heute Morgen um 08:00 blockieren BĂŒrger:innen der Letzten Generation unignorierbar die dritte Woche in Folgen den Verkehr in Berlin. Die Letzte Generation erklĂ€rt, dass die Blockaden heute und in den nĂ€chsten Tagen weiter gehen werden.

Ehemalige Zimmermanns-Azubi Jakob Beyer (28), der seit 08:30 auf einer SchilderbrĂŒcke angeklebt die A100 blockiert, stellt fest: „Wir blockieren immer noch den Verkehr. Das bedauern wir. Wir können es uns jedoch nicht mehr leisten, dass der Bundeskanzler die drohende Vernichtung unserer Gesellschaft weiter völlig ignoriert. Es geht um Leben und Tod und der Bundeskanzler will in die Sommerpause gehen?”

Christian BlĂ€ul (40) Vater und Diplom-Physiker, der heute bereits einmal die A100 blockiert hat, betont: „Ich und andere werden heute ein weiteres Mal auf die Straßen Berlins gehen, denn es kann nicht sein, dass die Regierung Scholz in die Sommerpause geht, wĂ€hrend wir auf die Vernichtung unserer Gesellschaft zu steuern. Erst kommt die Arbeit, dann das VergnĂŒgen, Herr Scholz.“

Die Letzte Generation fordert eine ErklĂ€rung, dass es keine Bohrungen nach Öl in der Nordsee geben darf und Schritte hin zum Sparen statt bohren. Kostenloser Nahverkehr und ein Tempolimit wĂ€ren dafĂŒr erste einfach umzusetzende Schritte.

4.7.2022 8:15: Sommerpause trotz Notstand? - Letzte Generation blockiert SchilderbrĂŒcken auf A100

Sommerpause trotz Notstand? – Letzte Generation blockiert SchilderbrĂŒcken auf A100

 

Berlin, 04.07.2022 8:15 Uhr – Um ein Eskalieren der Klimakatastrophe zu verhindern, kleben sich am heutigen Morgen erneut BĂŒrger:innen der Letzten Generation auf der Fahrbahn der Berliner Stadtautobahn A100 fest. FĂŒr eine lebenswerte Zukunft ohne neue Ölbohrungen in der Nordsee intensivieren die KlmaschĂŒtzer:innen am Anfang der dritten Wochen ihre Widerstandsaktionen sogar noch und fixieren sich auf SchilderbrĂŒcken ĂŒber der Autobahn. 

Mit ihren Aktionen fordert die Letzte Generation Bundeskanzler Scholz weiterhin auf, seinem selbstgewĂ€hlten Titel als sog. ‚Klimakanzler‘ gerecht zu werden. Er soll sich klar gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee positionieren. Ein Verabschieden des Kanzlers trotz akutem Klimanotstand in die Sommerpause wollen die WiderstĂ€ndigen nicht hinnehmen. Zu diesem Zweck halten die friedlichen Blockierer:innen heute Plakate in die Höhe: „Vermisst! Klimakanzler“.

Begleitet wird eine der Blockaden heute von einer der wichtigsten Personen der Klimabewegung; Elektroingenieurin und MitbegrĂŒnderin von Fridays for Future, Janine O’Keeffe (58). Die gebĂŒrtige Australierin ist ĂŒberzeugt: Die Zeit, in den zivilen Widerstand zu treten ist gekommen. [FK1] 

„Wir sehen zu, wie das Klima zusammenbricht, wĂ€hrend der UN-GeneralsekretĂ€r Antonio Guterres unsere Politiker, unsere Regierungen, als kriminell bezeichnet, weil sie nicht gegen den Klimanotfall vorgehen. Kriminell, weil sie neue Projekte fĂŒr Kohle und fossile Brennstoffe zulassen!

Wir, die Klimabewegungen, haben seit Jahrzehnten immer stĂ€rker werdende Aktionen durchgefĂŒhrt. Die letzte Generation fĂŒhrt diesen friedlichen zivilen Widerstand vernĂŒnftig, mutig und unfreiwillig weiter.
Um ihr eigenes und das Leben vieler zu schĂŒtzen, denn wie Johan Rockström sagt: „Alles Leben ist bedroht!
““


Henning Jeschke (22), MitbegrĂŒnder der Letzten Generation, ergĂ€nzt: „Uns rennt die Zeit davon! Wir haben noch zwei bis drei Jahre, um etwas gegen die Klimakatastrophe zu tun. ZukĂŒnftig werden DĂŒrren, tödliche Hitzewellen und Ressourcenknappheit, Überflutungen, Flucht und Hunger zu unserem Alltag werden.“

Weiter sagt er: „Und was macht die Regierung Scholz? Sie lĂ€sst ihre Bevölkerung in dieser Katastrophe allein! Scholz verspricht ein ‚Klimakanzler‘ zu sein, aber plant sich in die Sommerpause zu verabschieden – sprich: Dem Zusammenbruch des Klimas zuzusehen und nichts zu tun!  Deswegen werden wir so lange friedlichen zivilen Widerstand leisten, bis die Regierung sich gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee ausspricht!“

Die Bewegung gibt die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft nicht auf. DafĂŒr sind die BĂŒrger:innen bereit, auch ins GefĂ€ngnis zu gehen. Mit den heutigen Aktionen und der UnterstĂŒtzung immer weiterer bekannter Gesichter der Klimaschutzbewegung wie O’Keeffe will die Letzte Generation heute weitere Menschen einladen, sich dem zivilen Widerstand anzuschließen. Interessierten können jederzeit an einem Vortrag und Training teilnehmen. [FK2]
2.7.2022 11:00: Kinderwagen in Flammen - Wo ist der Klimakanzler?

Kinderwagen in Flammen – Wo ist der Klimakanzler?

 

Das Titelbild dieser Pressemitteilung finden Sie hier.

 

Berlin, 2. Juli 2022, 11 Uhr – BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Letzten Generation haben ihrer Forderung heute Mittag mit einer symbolischen Aktion vor dem Bundeskanzleramt Nachdruck verliehen. Sie fordern von Bundeskanzler Olaf Scholz eine ErklĂ€rung, in der er neue Ölbohrungen in der Nordsee ausschließt. Ein leerer Kinderwagen stand in Flammen, wĂ€hrend ein Politiker in einem Sonnenstuhl tatenlos daneben saß und seine Sommerpause genoss.

Solvig Schinköthe (42), Mutter von drei Kindern:

„Mein jĂŒngstes Kind ist neun und es wĂ€chst in einer brennenden Welt auf. Schon heute sterben vor allem Kinder an der Klimakatastrophe. Und was tut unsere Bundesregierung? Sie will durch weitere Bohrungen in der Nordsee noch neues Öl ins Feuer gießen. Damit vernichtet sie unsere Lebensgrundlagen und die Zukunft unserer Kinder.“

Weiter sagte sie:

„Wir BĂŒrgerinnen und BĂŒrger verlangen, dass unsere Regierung ihrer Pflicht nachkommt. Sie ist in unserem Grundgesetz dazu verpflichtet, unsere Lebensgrundlagen zu schĂŒtzen, gerade in Verantwortung fĂŒr unsere Kinder. Daher fordern wir von Olaf Scholz, dass er neuen Ölbohrungen in der Nordsee noch vor der Sommerpause eine klare Absage erteilt!“

Lea Bonasera (24), MitbegrĂŒnderin der Letzten Generation:

„Heute schon sehen wir die katastrophalen Auswirkungen des Klimanotstandes: DĂŒrren in Norditalien oder die BrĂ€nde hier in Brandenburg. Und wir haben nur noch wenige Jahre Zeit, bevor unser Klima völlig außer Kontrolle gerĂ€t und wir auf die Vernichtung unserer Gesellschaft zusteuern. Deshalb muss unsere Regierung jetzt Sparmaßnahmen wie ein Tempolimit und einen kostenlosen ÖPNV beschließen, die massiv fossiles Öl sparen wĂŒrden!“

Nach einer weiteren Woche Autobahnblockaden wollen die friedlichen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Letzten Generation mit der symbolischen Aktion auf die Dringlichkeit und Dramatik der Klimakrise aufmerksam machen. Unter dem Motto „Klimakanzler vermisst!“ fordern sie von Olaf Scholz noch vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause eine Absage an neue Ölbohrungen in der Nordsee. Dazu gab es in den letzten Tagen bereits wiederholt Farbaktionen der Letzten Generation am Bundeskanzler:innenamt und am Willy-Brandt-Haus, bei denen der Schriftzug „Wo ist der Klimakanzler?“ an der Fassade angebracht wurde.

Ort der heutigen Aktion: Paul-Löbe-Allee 52.51973955015593, 13.373151469340456

1.7.2022 8:25: Bundesweite Straßenblockaden - Klimakanzler gesucht!

Bundesweite Straßenblockaden – Klimakanzler gesucht!

 

Berlin, Köln und im Laufe des Tages weitere StĂ€dte deutschlandweit, 01.07.2022, 8:25 Uhr – Am dritten Morgen in Folge unterbrechen die KlimaschĂŒtzer:innen der Letzten Generation den Verkehr auf der Berliner A100. Damit kommt es in mindestens vier StĂ€dten bundesweit heute zu Widerstandsaktionen durch Verkehrsunterbrechungen. Mit ihrem friedlichen Widerstand fordern die BĂŒrger:innen Bundeskanzler Scholz auf, seiner Rolle als selbsternanntem ‘Klimakanzler’ gerecht zu werden: Scholz solle PlĂ€ne zu neuen Ölbohrungen in der Nordsee auf Eis legen. 


Carla Hinrichs (25), studiert Jura und ist Sprecherin der BĂŒrger:innenbewegung. Zu den Verkehrsblockaden sagt sie: 

„Wir brauchen dringend einen Klimakanzler! Der derzeitige Kurs von Kanzler Scholz bringt die Grundrechte der Bevölkerung auf Leben und Freiheit in massive Gefahr. Auch fĂŒr einen Kanzler gilt die Verfassung!  Wir erwarten von ihm eine klare ErklĂ€rung, dass es in der Nordsee keine todbringenden Ölbohrungen geben wird.”

Seit dem 18. Juni blockiert die Initiative nun fast tĂ€glich Autobahnen in Berlin. WĂ€hrend den friedlichen Störungen des Verkehrs erlitten mehrere KlimaschĂŒtzer:innen bereits Verletzungen. Erst am gestrigen Tag wurde ein Mensch von einem Polizisten zu Fall gebracht und erlitt dadurch einen SchlĂŒsselbeinbruch und eine GehirnerschĂŒtterung [1]. Selbst nach solchen VorfĂ€llen werden die friedlichen WiderstĂ€ndigen weiter blockieren. Denn sie wissen, dass durch den Klimakollaps hunderte Millionen Menschenleben auf dem Spiel stehen. Sie fordern weiterhin eine ErklĂ€rung des Bundeskanzlers. 

In den Worten von Lea Bonasera (24), MitgrĂŒnderin der Letzten Generation:

“Im Kampf gegen den Klimakollaps lĂ€uft uns die Zeit davon. Olaf Scholz muss sich jetzt Ă€ußern. Tut er es nicht, verpasst die deutsche Politik die letzte Ausfahrt in Richtung einer lebenswerten Zukunft. Wir fordern: ‘Öl sparen statt bohren’. Ein Tempolimit und kostenlose öffentliche Verkehrsmittel wĂ€ren hier erste Schritte. WĂŒrden sie verwirklicht, ginge Herr Scholz einen wichtigen Schritt in Richtung ‘Klimakanzler’.”

[1] Letzte Generation auf Twitter: „++ SchlĂŒsselbeinbruch und GehirnerschĂŒtterung ++ WĂ€hrend der Straßenblockade an der A100 Abfahrt Steglitz Nord brachte ein Polizist heute eine Person von der Letzten Generation zu Fall. Das sagte Ede, nachdem er aus dem Krankenhaus kam: @EdmundSchultz2 t.co/wM6RnZfozE“ / Twitter